halten.  Aber  wenn  auch  —:  der  Weg  muß  Pflege
finden,  wenn  anerkannt  wird,  daß  die  niederdeut—
sche  Literatur  Rang  und  Reichtum  für  immer  in
sich  trägt!

Es  stimmt  im  ganzen  zur  Eigenart  der  Pom—
mern,  daß  sie  im  Schaffen  von  Werten  der  Kunst
wie  der  Literatur  dann  nicht  an  erster  Stelle
stehen,  wenn  man  das  Ganze  des  niederdeutschen
Gebtets  im  Auge  hat.  Namen  wie  Heimich  Bandlow,
  Margarete  Wietholz-Nerese,  Otto  Graunke,
Albert  Schwarz  verdienen  zwar  zum  Teil  auch
etwas  mehr  Geltung,  wie  sie  haben;  aber  ihre
Eigenart  ist  doch  auch  wieder  ziemlich  begrenzt,
ihre  Kraft  kann  mehr  gleichar##iges  Streben  neben
sich  in  Geltung  sehen,  wie  sich  findet.

Im  einzelnen  hat  Bandlow,  der  Mann,  des
„Stratenfegels“  mit  diversem  „lustigen  Tügs“  auch
allerlei  mitlaufen  lassen,  was  auf  ein  Zuviel  an
Produelion,  ein  Verwässern  humorvoller  Läuschenkraft
  schließen  läßt.  Bei  der  Wietholz  reicht  die
Kraft  der  Gestaltung  oft  nicht  ganz  für  die  tüchtigen
  Abstchten  aus.  Graunke  und  Schwarz  gaben
zumeist  Lyrik,  in,  der  vornehmlich  Schwarz  Einzelnes
  voll  reifer,  ruhiger  Schönheit  stellte.

Bei  den  Mecklenburgern  ist  nach  der  Erfolghohe
Reuters,  der  Reife  dieses  großen  Prosaisten  und
des  in  seiner  Art  schwer  zu  übertreffenden  Oyrikers
Brinckmann  viel  Wollen,  wenig  gereiftes  oder  gar
ganz  reifes  Können  am  Werke  gewesen.  Zwei  gute
Kräfte,  der  innige  Lyriker  Schröder  und  der  zwar
ungleiche  aber  doch  durchaus  eigenartige  Erzähler
Stillfried  sind  vor  nicht  langer  Zeit  (1909-10)  auch
geschieden.  Geblieben  sind  einige,  die  müde  wurden
  auf  halbem  Wege,  andere,  die  noch  arbeilen  am
Erreichen  gestellter  Ziele.  Eine  gute  lyrische  Kraft
ist  Ernst  Hamann,  fruchtbar  und  oft  treffend  wandert
  auf  gleichen  Wegen  August  Seemann.  Wilhelm
  Schmidt,  Richard  Dohse  u.  a.  gehen  ihnen

——

Unser  Dommerland

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zur  Seite;  was  sie  abschliezend  bedeuten  können
und  werden,  ist  heute  noch  nicht  mit  Sicherheit  zu
sagen.

Nicht  übersehen  werden  darf  die  Unterstützung,
die  heimatliches  Schrifttum,  heimattreues  geistiges
und  künstlerisches  Schaffen  von  Vereinigungen  wie
dem  „Heimatbund“,  dem  Verein  für  ländliche  Wohlfahrtspflege
  usw.  gefunden  hat;  dadurch  ist  manches
  Gute  angeregt  oder  in  der  Vollendung  gefördert

  worden.  Auch  der  plattdeutsche  Landesverband
  zählt  hierbei  mit.
Die  gelegentlich  angedeutete  Möglichkeit  einer

stärkeren  Pflege  des  Niederdeutschen  durch  die  Landes

  universität  ist  bis  auf  weiteres  Möglichkeit  geblieben.


Cine  Sammlung  im  Rostocker  Museum,  die
Brinckmanns  literarischen  Nachlaß  zusammenfassen

soll,  ist  mit  einem
such  wohl  zu  etwas
können.

Eine  besondere  Note  verdient  hierbei  die  Tätigkeit
  Professor  R.  Wossidlos,  der  in  jahrzehnlelanger
  Arbeit  eine  Menge  volkskundliches  Material
sammelte  und  der  eben  dabei  ist,  analog  dem  Vorgehen
  in  Holstein,  die  Grundzüge  für  ein  Mecklenburgisches
  Wörterbuch  auszuarbeiten.  —

Eine  eigene  Kunst,  z.  B.  auch  der  Bühne  fehlt
auch  hier  so  ziemlich  ganz.

Wer  Ideale  hat,  mehr  lebendig  sehen  möchte,
als  die  Wirklichkeit  gewährt,  wird  freilich  immer
Unbefriedigendes  finden.  Und  das  ist  ja  auch  wohl
gut  und  richtig  so.  Denn  erst  aus  dem  rechten
tapferen  und  frohen  Widerstreit  zwischen  Wollen
und  Vollbringen  wächst  langsam  auf  das,  was  Anrecht
  auf  Dauer  in  sich  trägt:  ganzes,  im  Erproben
der  Kraft  reif  gewordenes  Tun!  Einen  Gruß  allen,
  die  in  solchem  Sinne  am  Werke  sind.

guten  Grundstock  bedacht,  wird
sehr  Erfreulichem  auswachsen,

S———