—  —  Unser  Pommerland

Von  tiefer  echter  Empfindung  und  von  größerer
Ausdrucksfähigkeit  zeugt  ein  Gedicht  Siegfried
Mauermanns:

Ein  Wundereiland  hat  mein  Fuß  bertreten,
Mein  ganzes  Wesen  ist  der  Welt  entrückt.

Und  mich  durchglüht  ein  ungewolltes  Beten.
Fragt  nicht,  warum;  ich  fühl's,  ich  bin  beglückt.

Ihr  schaut  von  Hügeln  auf  den  Glanz  der  Wogen,
Ihr  rühmt  der  Schluchten  Absturz  in  das  Meer,
Bespülter  Buchten  weite,  sanfte  Bogen;

Der  Blick  ist  reich.  O  sei  das  Herz  nicht  leer!

Ihr
Der

hört  das  Tosen  und  das  Wellemrauschen,
Zweige  Flüstern  leis'  im  Abendwind;

Ihr  wißt  dem  Vogelzwitschern  fein  zu  lauschen,
Ihr  hört  mit  Ohren,  die  voll  Weisbeit  sind.

Ihr  pflückt  Euch  Ginster,  Aehren,  Imnnortellen,
Der  Heckenrose  luftiges  Gebild.

Ihr  laßt  Euch  schauteln  von  bewegten  Wellen,
Euch  blinkt  die  Abendsonne  glitzernd,  mild.

Und  all  dies,  alles  schildert  Ihr  begeistert.
Ich  bleibe  selig  überwältigt,  stumm.

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Und  wenn  mein  Mund  nicht  schöne  Worte  meistert  —
Ich  bin  beglückt,  ich  fühl's;  fragt  nicht  warum!

Treffliche  Schilderungen  von  Rügen  und  seinen
Nachbar-Inseln  gaben  die  Romanschriftsteller  Hoefer,
  Spielhagen  und  Galen,  doch  wer  dort  wandert,
der  geht  auf  keines  Dichters  Spuren  mehr,  als  auf
denen  des  kernigen  deutschen  Mannes  Ernst  Moritz
Arndt,  der  auf  Schoritz,  auf  der  Südecke  Rügens,
geboren  ist  und  auf  dem  Rugard  sein  Denkmal  hat.
Und  wahrlich  in  ihm  ist  norddeutsche  Art  wie  in
wenigen  verkörpert;  aus  dem  Boden  seiner  Heimatinsel
  sog  er  seine  Kraft,  Eichen=  und  Buchenwipfel
rauschten  über  seiner  Jugend,  und  das  Meer,  das
umnendliche  Meer,  gab  den  Grundton  dazu.  So
wird  er  auch  nimmer  müde,  das  rügensche  Insel—
land  in  allen  seinen  Reizen  zu  verherrlichen  und
seinem  tiesen  Heimatgefühl  Ausdruck  zu  leihen.  Die
Krone  Rügens  ist  die  Halbinsel  Jasmund  mit  den
stolzen  Kreidefelsen  und  den  weiten,  dumklen  Buchenwäldern
  —  doch  unvergeßslich  bleibt  dem  Wanderer
auch  „dat  söte  Länneken",  wenn  seine  Seele  eine
Harfe  ist,  auf  der  die  Allmutter  Natur  spielt,  so
daß  die  Saiten  erzittern  und  mitschwingen,  in  lauter
  Harmonie.

#I

Dereinsberichte.

Hauptverlammlung  der  Ortfsgruppe
Freienwalde  des  Bundes  Heimallchutz.

Am  20.  III.  fand  im  Gasthaus  Müller  die  diesjährige
  recht  zahlreich  besuchte  Hauptversammlung
der  Ortsgruppe  Freienwalde  statt,  zu  der  auch  zahlreiche
  Damen  aus  dem  Mitgliederkreise  erschienen
waren,  die  mit  regstem  Interesse  den  Verhandlungen
  und  Beratungen  des  geschäftlichen  Teiles  folgten.
  Nach  einer  kurzen  Begrüßung  gedachte  der
Vorsitzende,  Rektor  Stielow,  eines  im  Kampfe  für
das  Vaterland  gefallenen  Mitgliedes,  dessen  Andenken
  von  der  Versammlung  durch  Erheben  von  den
Plätzen  geehrt  wurde.  Als  Vertreter  des  Landesvereins
  war  der  Geschäftsführer  desselben,  Lyzeallehrer
  Reepel  aus  Stettin  erschienen,  als  Gast  das
Mitglied  der  dortigen  Ortsgruppe,  Direktor  Thümmel.


Nach  einigen  geschäftlichen  Mitt#ilungen  berichtete
  Lyzeallehrer  Reepel  über  die  Tätigkeit  und  die
neuen  Aufgaben  des  Landesvereins  und  der  übrigen.
  Ortsgruppen  und  schloß  mit  der  Bitte,  bei  einer
Sammlung  von  Feldpostbriefen  pommerscher  Krieger,
  die  in  einem  Werke  den  kommenden  Generationen
  erhalten  werden  sollen,  tatkräftig  mitzuwirken.
In  der  sich  anschließenden  Besprechung  gab  Direktor
  Thümmel  seiner  Freude  darüber  Ausdruck,  daß
die  Ortsgruppe  Freienwalde  Heimatschutzarbeit  und

Volksbildungsarbeit  in  so  geschickter  Weise  miteinander
  zu  verbinden  wisse.
Dem  Jahresbericht  der
wir  folgendes:
Die  Ortsgruppe,  die  auf  ein  zweijähriges  Bestehen
  zurückblickt,  zählt  53  Mitglieder,  von  denen
20  im  Felde  stehen.  An  dem  Arbeitsplane  werde

Ortsgruppe  entnehmen

trotz  des  Krieges  im  wesentlichen  festgehalten.  Die
Volksbildungs=  und  Unterhaltungsabende  hatten
durchweg  den  Charakter  von  Kriegsabenden  und
werden  von  den  dankbaren  Zuhöbrern  gerade  in
dieser  ernsten  Zeit  als  Bedürfnis  empfunden.  JFolgende

  belehrende  Unterhaltungsabende  fanden  statt:
1)  „Sobdatenleben“  (Vorträge:  Pommer-=sches
  Ritterleben  im  Mittelalter“  und  „Der  Balkankrieg.).
  2.  „Unsere  Flotte“  (Vortrag:  „Die
deutsche  Kriegsflotte"“).  3)  „IIm  Märchenlande“
  (Vortrag  von  Märchen  mit  Lichtbildern).
4)  „Dem  Baterlande“  (Vorträge:  „Die
Volksernährung  im  Kriege“  und  „Sind  die  Klagen
über  unsere  Feldpost  berechtigt?").  5)  „Saatzig".
(Lichtbildervortrag:  „Geschichtliche  Erinnerungen
und  Natur=  und  Kunstdenkmöler  aus  dem  Kreise
Saatzig.“)

Die  Lichtbilderfolge,  aus  76  Bildern  bestehend,
ist  Eigentum  des  Kreises  Saatzig  und  wurde  im
Auftrage  des  Herrn  Landrat  von  Loos  von  der
Ortspruppe  Freienwalde  hergestellt.  Die  Kosten  für
die  Herstellung  der  Bilderfolge,  einschließlich  der