——  —  —---  ·—-.  ---——.-—.-findet

  diese  wenigstens  eine  mitfühlende  Seele:

„Min  Kind  is  dot!“  —  „Min  ock,  min  ock!“

Am  andern  Morgen  ist  aller  Harm  vergessen,
und  wieder  klingt's:

„Nawer,  Nawer!  Ick  back,  ick  back!“

„Ick  ick  ick  uck!  Id  ick  ick  uckl“  2)

Und  da  keine  Gefahr  droht,  so  wagt  sich  einer  nach
dem  andern  ans  Ufer,  um  sich  im  Sonnenschein  zu
wärmen.  Plötzlich  erhebt  einer  ein  Freudengeschrei:

En  Pogg,  de  fünn  einen  Helle  an'’n  Dik,

Set  drup  un  quakte:  „Respekt,  ick  bün  rikl“
Die  andern  aber  lachen  ihn  aus:

„Koax!  Quark,  Quark,  Quark!  Gelgakgek!“
Gerade  in  diesem  Augenblick  kommt  der  alte  Amtsfischer
  Mürcke  vorüber,  der  im  vergangenen  Jahre
so  manchen  Frosch  für  seine  Krebshauben  meuchlings
  erschlagen  und  schmählich  geschunden  hat.
Darum  begrüßt  man  ihn  jetzt  mit  einem  feindseligen


„Mürck,  Mürck!“

„Nä,  äwer  de  schwerangst  Padden!“  brummt  er.
„Wo  weeten  de,  dat  ick  Mürck  heet.“  Und  er

schlägt  mit  dem  Ruder  nach  ihnen:  „Ick  war  juch
bimürcken!“  —

Warnend  ruft  dem  ausgelassenen  Froschvolk  die
Goldammer  zu:

back,  wenn  war  ji  back?“  —  „Mo'’in,  mo’in!“  —
„Back  uck  ickl  —  o  kul“  —  —  „Moarks,  Morks,
Moarks,  wennier  willt  ji  backen,  backen?  Wennier
willt  ji  backen,  backen?"  —  „Morgen,  morgen,  morgen.“
  —  „Denn  will  ick  uck  backen,  backen,  backen.“
—  —  „Vaddersch,  morgen  wi'  wi  backen,  backen!“
—  „Ick  ick  ick  uck!“

3)  Nach  andern  soll  nicht  der  Kiebitz,  sondern
die  Dorfiugend  den  Kiebitz  zurufen:  „Kiewik,  wo
bliw  ick?“  —  Frage  und  Antwort  bilden  auch  ein
Verschen:

„Kiewik,
Wo  bliw  ick?“"
„In  Pommerland,
Dae  is  Vate  un  Mutte  bekannt.“
Oder
„Kiwit,  wur  bliew  ick?“
„In'n  Brummelbeerenbusch.
Dor  sing  ick,  dor  spring  ick,
Dor  heww  ick  min  Lust."

Von  der  Begegnung  des  Kiebitz  mit  dem  Bauern
Kiwit  erzählt  man  sich  folgendes:  Buer  Kiwit
güng  oppe  Strat.  As  bei
keek  hei  sich  üm  un  sach,  dat  dat  ein  Bagel  dan
herr.  Hei  stünn  nu  still  un  besach  sich  dat  Diert
orntlich.  Un  as  dei  Vagel  nu  werre  schreech:  „Kiwit,
  wo  bliw  ick?“  dunn  segat  hei:  „Bliw  du,  woe
du  wist,  ick  gah  nam  Kraug.“

4)  Aehnlich  erging  es  nach  dem  Märchen  dein
Kiebitz,  als  er  sich  einst  von  dem  Raben  hatte

Anser  Pemmerland  —  —  ——

sine  Name  raupen  hütt,

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„'t  is,  't  is  noch  väl  to  früh!“
und  die  Haubenlerche  bestätigt  es:
„Dit's  so  noch  nich  vöbil“
Und  sie  sollen  recht  behalken.  Denn  unberhofft
kehrt  der  Winter  mit  Schnee  und  Hagelschauern  zurück,
  und  der  schon  so  muntere  Kibitz  schreit  trübselig
  sein:
„Kiwit,  wo  bliw  ick?“
Die  Kinder  aber  rufen  ihm  vom  Wagen  hartherzig
zu:  „Bliw  du  recht,  wo  du  wist!  Ick  fäue  naure
Stadt.“  3)  1
Oder  er  wendet  sich  an  die  Krähe  mit  der  Klage:
„Dat  is  doch  vatwiwelten  kolt!“
und  erhält  die  resignierte  Antwort:
„Dat  is  all  Joahr  so!  Dat  is  all  Joahr  so!“  4)
Die  Bachstelze  aber  trestet  den  armen  Kiebitz:
„'t  ward  Rat  warden!  Trili,  trili,  trili!"  5)
Und  endlich  schlägt  der  Sommer  den  Winter
siegreich  für  immer  aus  dem  Felde,  und  nun  erscheint
  auch  die  liebliche  Frühlingsbotin,  die
Schwalbe,  und  läßt  ihr  feines  Gezwitscher  ertönen:
„As  ick  hie  we-tooch,  as  ick  hie  we“tooch,
Leet  ick  hie  Hus  u  Hof,  Hus  u  Hof:
As  ick  wedde  keem,  as  ick  wedde  keem,
Hadd'ck  nischt,  had  d'ck  nischt!“  6)

überreden  lassen  zu  überwintern.  Anfangs  gefiel
es  ihm  in  den  schönen  Herbsttagen  recht  gut.  Als
aber  der  Winter  mit  Frost  und  Eis  in  das  Land
zog,  froren  ihm  schrecklich  die  Beine,  und  voller
Schmerzen  lief  er  immer  hin  und  her  und  rief
dazu:
„Herr  Jees,  mine  Beene!  Herr  Jees,  mine  Beenel!“
Da  lachte  der  boshafte  Rabe  umd  krächzte  ihn  mit
seiner  rauhen  Stimme  höhnisch  an:
„So  jeht's  mi  alle  Jahr!  So  jeht's  mi  alle  Jahr!"

5)  Die  Bachstelze,  die  beim  Volke  Wippstart
heißt,  ruft  auch:

„Wipp  mit'n  Schwanz,  wipp  mit'’'n  Schwanzl!

Hest  ok  Küken,  kam  ick  runner  un  frät  mit  di.“

6)  Rückerts  Schwalbenliedstrophe  „Als  ich
Abschied  nahm,  als  ich  Abschied  nahm,  waren
Disten  und  Kasten  schwer;  als  ich  wiederkam,  abs
ich  wiederkam,  war  alles  leer“  ist  dem  Bolke  nachgebildet
  und  gibt  doch  in  ihrer  hochdeutschen  Form
den  Schwalbengesang  nicht  annähernd  so  treffend
wieder  wie  der  Volksmund  selbst  in  seiner  bald
derberen,  bald  zarteren  Fassung:

a)  „As  ick  hier  dit  Johr  was,  as  ick  hier  dit

Johr  was,
Was  dit  Fack  vull,  was  dat  Fack  vull.
Nu  is't  all  verschlickt.-schlackt,-schlirrt."

5)  „As  ick  wech  jung,  as  ick  wech  jung,
Da  was  alles  dick  un  vull,  da  was  alles  dick
un  vull:
Nu  ick  wedder  kam,  nu  is  alles  leddig,
Nu  is  alles  upfreeten  un  verschlungen  um  verklungen.“
