Spitzberg  203  Meter,  Steinberg  234  Meter,  Turmberg
  331  Meter).  Das  Kennzeichen  einer  solchen
Stillstandslage  sind  1.  Endmoränen  und  2.  die
Moränenlandschaft,  die  sich  in  der  unregelmäßigen
Verteilung  von  Höhen  und  Tiefen,  dem  Vorherrschen
  des  Geschriebemergels  und  dem  Auftreten
zahlreicher  Seen  und  Moore  zeigt  und  entweder  in
enger,  räumlicher  Verbindung  mit  der  Endmoräne
oder  auch  selbständig  auftritt.

Im  Vorlande  dieser  baltischen  Eisstillstandslage
  schufen  die  glazialen  Schmelzwässer  gewaltige
Sandfl  äch  en,  die  unsere  heutigen  von  Erikaceen
  und  Kiefern  bestandenen  Heidelandschaften
darstellen.  Ein  Teil  der  abfließenden  Schmelzwässer
  des  Eises  sammelte  sich  in  den  zahlreichen
Seem  der  pommerschen  und  mecklenburgischen  Seenplatte,
  ein  anderer  Teil  bildete  auf  der  flachen
Sandabdachung  kleinere  Flüsse.  Diese  wiederum
speisten  das  gewaltige  Thorn-Eberswalder
  Urstromtal  und  halfen  mit  sein  breites
Tal  in  die  diluviale  Hochfläche  zu  sägen  und  auf
seiner  Sohle  fruchtbare  Talsande  abzulagern.
Der  gewaltige  Urstrom,  der  im  Ost-Westlauf  vom
Narew  über  Bug,  Weichsel,  Netze,  Warthe,  Oder
Havel,  Unterelbe  den  Eisrand  bis  zur  Nordsee  begleitete,
  bildete  zwei  riesige  Stauseebecken  um  Thorn
und  Küstrin,  die  heute  noch  durch  Moore  und

Brüche  (z.  B.  Oder---Netzebruch)  erkennbar  sind.
Nach  dem  Rückzuge  des  Eises  begnügte  sich  der
wasserarme  Urstrom  mit  einem  schmaleren  Bette,

und  heute  schließlich  pendeln  die  Flüsse  oft  in  dem
ihnen  viel  zu  weit  gewordenen  Urstrombette,  dessen
sehr  geringe  Neigungswinkel  häusig  Gabelungen  zur
Folge  haben.

Das  weitere  Zurückweichen  des  Eisrandes  hat
in  Vorpommern  deutliche  Spuren  in  einzelnen  Moränenzügen
  hinterlassen.  Die  Bewegungsrichtung
des  gewaltigen  Odergletschers  wird  im  Südosten
des  späteren  Haffstausees  durch  die  typische
Scharung  der  Drumlins  charaklerisiert.  Das
sind  mehr  oder  weniger  langgestreckte,  aus  Grundmoränenmaterial
  bestehende  und  in  der  Richtung
der  Eisbewegung  liegende  elliptische  Rücken,  die  süch
in  dieser  größten  Drumlinlandschaft  Norddeutschlands
  in  Reihen  anordnen.  Ein  weiteres  Erkennungszeichen
  der  ungefähren  Rückzugsrichtung  des
Inlandeises  bieten  die  ebenfalls  senkrecht  zu  den
Endmoränen  streichenden  Oser  in  Hinterpommern,
die  vermutlich  Ablagerungen  subglazialer  Schmelz
wasserströme  darstellen  und  sich  eisenbahndammartig
aus  der  hügeligen  oder  flachwelligen  Grundmoränen.
landschaft  herausheben.

—  Unser  Dommerland

163

Nachdem  der  Eisrand  von  der  baltischen  Endmoräne
  weiter  nach  Norden  zurückgeschmolzen  war
und  den  Abfluß  der  hochangeschwollenen  Wassermassen
  des  Thorn-Eberswalder  Haupturstromes  in
nördlicher  Richtung  nicht  mehr  verhinderte,  brachen
dessen  Fluten  bei  Oderberg  nach  Norden  durch.
Vor  dem  Eisrande  staute  sie  sich  zu  dem  dritten
Riesenstausee  unseres  Gebietes,  demjenigen  des
Stettiner  Haffs,  auf.  Von  Osten  strömten
  ihm  durch  das  Pommersche  Urstromtal
  die  Gewässer  des  weit  kleineren  Rummelsburger
  und  des  noch  kleineren  Persantestausees  zu,
während  nach  Westen  der  Abfluß  hauptsächlich  durch
den  heutigen  Strelasund  in  das  angrengende  Gebiet
  der  Ostsee  stattfand.

Zahlreich  und  mannigfaltig  sind  die  weiteren
Tatsachen,  die  man  auf  der  Habermannschen  Wandkarte
  ablesen  und  sich  vergegenwärtigen  kann,  so
die  kürzlich  von  K.  Keilhack  studierte  successive  Entstehung
  der  sogenannten  Swinepforte,  die
Bedeutung  und  Lage  des  durch  Pommerns  größtes

  Moor  ausgezeichneten  Lebatals,  das
größte  norddeutsche  Inlanddünengebiet
im  Warthe-Netzetal,  die  Entstehung  der  heutigen
Küsten  Pommerns,  die  in  ihrem  NW—SO  und
SW-NO-Verlauf  die  tekionischen  Richtlinien  der

deutschen  Mittelgebirge  wiederspiegeln  und  den
komplizierten  Aufbau  der  Küsteninseln  Rügen,
  Usedom  und  Wollin  mit  ihren  Inselkernen  und
flachen  Nehrungen.  In  wirkungsvollem  Gegensatz
zu  der  Haff=  und  Boddenküste  Vorpommerns
  steht  die  Ausgleichsküste
Hinterpommerns,  deren  breiter  Dünengürtel
  nur  wenige  Strandseen  haffartig  vom  Meere
abschließt.  Verschiedenartig  schließlich  sind  die
Probleme,  die  ein  Blick  auf  das  Relief  des
Meeresbodens  entrollt.

Schon  diese  stizzenhaften  Bemertungen  lassen  erkennen,
  ein  wie  hoher  methodischer  Wert  der
Wandkarte  innewohnt  und  nach  welchen  Richtungen
sie  vom  Betrachter  ausgenust  werden  kann.  Um
ihre  Benutzung,  auch  für  die  Vorbereitung  des  heimatlichen
  Unterrichts  seitens  des  Lehrers  zu  erleichtern,
  hat  Curt  Habermann  ein  kurztes
Begleitwort  geschrieben,  das  der  Wanddkarte,  die  jede
größere  Buchhandlung  auch  zur  Ansicht  vorlegt,  beigegeben
  wird.  Reichhaltige  Literaturangaben  darin
ermöglichen  es,  die  Karte  vollständig  auszuwerten.
Meine  Zeilen  sollen  nur  auf  dieses  moderne  Anschauungsmittel
  im  Geographieunterrichte  aufmerksam
  machen.

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