—  Unser  Pommerland

In  diesen  Tagen  der  Ungewißheit  und  Erregung
  ritt  Herr  Sambor  auch  bei  mehreren  Mitverschworenen
  seiner  Nachbarschaft  ein,  teils,  um  noch
einige  Anordnungen  für  den  großen  Tag  durch  sie
weitergeben  zu  lassen,  teils  auch,  um  vielleicht  Genaueres
  über  den  Aufenthaltsort  der  Tochter  zu  erfahren.


Betreffs  der  fremden  Priester  und  der  im  Lande
bereits  ansässigen  Deutschen  wurde  bestimmt,  daß
sie  ohne  Schädigung  ihres  Lebens  und  ohne  Beschimpfung
  über  die  Grenze  gebracht  werden  sollten.
  Die  beiden  zu  Stolp  im  Liutizenlande  und
zu  Grabow  auf  Wollin  erbauten  Klster  sollten
ebenso  wie  sämtliche  dem  neuen  Glauben  geweihten
  Kirchen  und  Kapellen  bis  auf  den  Grund  zerstört
  werden.  Nach  erfolgter  Erhebung  des  platten
Landes  wollte  man  zunächst  die  Städte  und  Flekken
  auffordern,  unverzüglich  zu  dem  übrigen  Heeresbame
  zu  stoßen.  Herr  Sambor  und  seine  Getreuen
hofften,  daß  die  Mehrzahl  sogleich  mit  ihnen  gemeinsame
  Sache  machen  würde,  da  der  Haß  gegen

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die  Polen  überall  der  gleiche  war.  Dazu  war  man
auch  in  den  Städten  vielfach  mit  der  neuen  Lehre
unzufrieden.  Die  Orte,  in  denen  sich  fürstliche  Vogteien
  befanden,  mußte  man  nöligenfalls  mit  Gewalt
  zum  Anschluß  an  die  gemeinsame  Sache  zwinger.
  Für  die  Liutizen  sollte  der  Kampfpreis  die
Befretung  von  der  neuen  Lehre  sein,  die  ihnen  nach
ihrer  Besiegung  von  Herrn  Wartislav  aufgezwungen
  war.  Mehr  begehrten  sie  nicht,  denn  nachdem
sie  im  Lauf  der  Jahre  den  starken  Schutz,  den
ihnen  der  größere  und  mächtigere  Stammesbruder
gewährte,  am  eigenen  Leibe  ersahren  hatten,  waren
sie  nummehr  mit  ihrem  Lose  zufrieden.  Die  fürstliche
  Familte  wollte  man  bis  nach  gewonnener
Sache  in  sicherem  Gewahrsam  halten  und  dann
würden  die  Edlen  des  Landes  von  Fürst  Ratibor
und  seinen  beiden  Söhnen  und  Neffen  auf  einem
gemeinsamen  Landtage  die  vorzubringenden  Forderungen
  sich  zusichern  und  diese  Zusicherung  eidlich
bekräftigen  lassen.
(Fortsetzung  folgt.)

Mein  Deutcchland.

Ich  blickte  binaus  von  de

Von  B.  Glaeser.  Stettin.

a4geln  am  Strand.  —

Dabinten,  dabinten  liegt  Engeland.

Mir  wars,  als  zöge  weit  übers  Meer

Ein  bälicher,  Kickiger  Giftsehlauch  ber.

Jeh  blickte  binaus  von  den  Bergen  am  Rbein.  —
Dabinten,  dahinten  muß  Franbreich  fein.

Mir  war's,  als  säh  ich  Gesichter  —  blaß,
Verzebrt,  verzerrt  von  tötlichem  Haß.

Ich  blichte  binaus  vom  Sudetengrat,  —
Dabinten,  dabinten  der  russisehe  Staat.

Mir  wars,  als  fäh  ich  nicht  Menscehen  bier,
Nein,  wildes,  blutiges  Raubgetier.

Jeh  blichte  binaus  von  der  Hlpe  Rand.  —
Dabinten,  dabinten  Italiens  Land.

Mir  wars,  als  hätte  sich  aufgereckt

Eine  Judasfauft,  mit  Blut  beflecht.

Ich  blichte  binaus  von  des  Barzes  Höh'n,
Rings  um  mich  ber,  —  mein  Deutsehland  sehön.
Mir  war's,  als  hläng  es  vom  Himmel  ber,

Dich,  Deutjebland,  verlasse  ich  nimmermehr!