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nigstens  die  Köpfe  der  Pferde
sassen  bis  zur  Schulter  sichtbar.

Die  Jungen  schnarchten  schon.  Der  eine  im
Bett.  der  andere  auf  dem  zum  Schlafen  hergerich—
teten  Ledersofa.  Vater  Beethmann  las  rauchend  im
Rügener  Kreisblatt,  und  Miele  in  einem  Buch,  das
der  Altenkirchener  Nachmittagspastor  ihr  vor  einigen
  Sonntagen  aus  der  Volksbibliothek  mi  gebracht
hatle.

#iemand  sprach.  Aber  hinter  den  Stitnen  ar—
beitete  es.  Beethmann  studierte  einen  Leitartikel
über  die  letzten  Reichstagswahlen  und  hatte  so
seine  aus  dem  Praktischen  geborenen  Gedanken  dabei.
  Mieles  Phantasie  versuchte,  ihr  eine  Gebirgswelt,
  insbesondere  die  Schrecken  einer  großen  Lawine
  vorzumalen,  und  Marie  dachte,  sie  wußte
selbst  nicht  mehr  recht,  was?

Seil  heute  früh  war  es  in  Vitte  bekannt,  daß
Pipers  kommen  würden.  Durch  den.  Bericht  des
Postboten  —  desselben,  der  damals  in  Wind  und
Wetter  die  Depesche  gebracht  hatte  —  stand
sest,  daß  Gustav  an  Bauer  Schröder  in  Puttgarten
  telegraphiert  hatte,  er  möge  ihm  heute  nachmittag
  nach  Station  Altenkirchen,  dem  Endpunkt
der  neuen  Kleinbahn,  einen  Wagen  mit  Stroh  und
Decken  schicken.

Stroh  und  Decken!  Es  klang  wie  nach  etwas
Gräßlichem.  Nach  etwas,  das  oft  viele  Jahre
lang  überhaupt  nicht  vorkommt.

Wenn  jemand  vom  Mast  fiel

Marieken  spann  und  spann;  aber  es  lief  ihr
eisig  den  Rücken  herab.

Mancher  alie  Matrose  hinkte  als  Krüppel  durchs
Leben!  Und  wenn  sich  ein  Steuermann  aus  irgend
  einem  Grunde  auch  einmal  da  oben  etwas  zu
schaffen  machtel  Kapitän  Widmiß  —  o,  du
barmherziger  Gott!  —  der  war  vergangenes  Jahr
aus  dem  Mastkorb  gestürzt  und  gleich  tot  auf  Deck
angerommen.

Auf  einmal  stand  das  Spinnrad  wie  eingerostet.
Marieken  bog  den  Hals.  Dann  regte  auch  sie  sich
nicht  mehr.

Sie  fuhren  ins  Dorf!

In  deutlichen  Mibtönen  gquiekten  die  Räder.
Und  nun  ging  es  auch  schon  hinunter  in  die  bekannte
  ausgefahrene  Stelle.

Das  Warten  war  zu  Ende.

Ein  dumpfer  Druck  hob  sich  von  ihren  Sinnen.
Aber  nur,  um  gleich  darauf  mit  doppelter  Schwere
auf  ihr  Herz  zurickzufallen.

Laut  wieherten  die  Puttgartener  Pferde.
mer  näher  kamen  sie.  Nun  schnaubten  sie  gedämpft
und  zogen  langsam  das  Gefährt  durch  den  Hohlweg.


Wunderlich  suchtelten  ihre  Ohren  im  hellen
Mondschein.  Auch  ein  Stückchen  des  Kutschers  sah
Marieken  und  dann  noch  den  Kopf  einer  zweiten,
kleineren  Gestalt  —  Gustavs  Kopf  mit  dem  steifen
schwarzen  Sonntagshut  darauf!  —  Weiter  sah  sie
nichts.

und  etwaiger  In-Im-



  ser  P  ommerland  —  ——  —

Es  flimmerte  ihr  vor  den  Augen.

Sie  hatte  nichts  gesehen  —  und  doch  et—
was.  —  Etwas  so  Unbestimmt-Grauenhaftes!  —

Etwas,  das  nun  weiter  durchs  Dorf  fuhr,  und  dem
sie  hitte  nachschreien  mögen,  wäre  ihr  die  Kehle
nicht  wie  zugeschnürt  gewesen.

Warum  einen  Wagen  mit
ken?

Sie  wollte  wieder  spinnen.  Aber  sie  sank  in  sich
zusammen  und  starrte  weiter  bewegungslos  in  das
bläuliche  Mondlicht.

Beeth  nann  hatte  immerfort  gelesen.  Trokdem
mußte  auch  er  den  Wagen  gehört  haben,  denn  plötzlich
  sagte  er,  sich  breitspurig  erhebend:  „Na,  is
möglich,  einer  kann  mit  anfassen,  oder  sonst  wos!
Nachbar  Strohmeyers  passen  ja  auf  —  das  Order
hat  Gustav  schon  gegeben,  als  er  abgereist  ist.  Aber
denn  docht.

Als  der  Vater  eine  Weile  fort  war,  wollte
Miele  ihm  nach.

Aber  Marie
ihr  in  den  Weg.

„Geh  nich!  —  Was  willst  dus“

„Nichts  nich.  Doch  man  so!“

„Geh  nich!  —  Weibt  du  nich  .“

„Was  denn?  —  Du!  Was  denn?“

„Weibt  du  nich,  was  Mudder  immer  gesagt  hat,
wenn  'ne  Gräft  (Begräbnis)  war?!“

„Mudder?“

„Ja,  wenn  ene  Gräft
gehn  kucken?“

„'ne  Gröst?  Marieken,  red  doch  nich!“

„Geh  nich!“  flehte  es  wieder.

„Ich  wein  nich  mehr,  was  Mudder  gesaat  hat!“

„Dirns,  kuckt  nich  so!  Sonst  reift  morgen  die
Erd  f##r  Euch  ihren  Hals  auf!“  hot  sie  gesagt."

„Red  doch  nich!  Einem  graut  jal“

„Daß  du  bleihst!  —  Was  willst  du  denn?“

Marieken  redete  schon  ganz  heiser.  Gewaltsam
hielt  sie  die  Schwester  am  Arm  fest.

Nur  nicht  vor  der  Zeit  wissen,  was  mit  Malte
Piver  los  war!  Nur  es  nicht  wissen!  —  —

Als  aher  endlich  —  wohl  nach  drei  Viertelf#unden
  —  der  Vater  zurückgekonmen  war  und  gesaot  vatte,
Malte  Viver  habe  so  etwas,  wie  einon  sweren
Gelenkrhemmatismus,  er  sei  lahm  an  allen  Eliedern
und  mässe  gehoben  werden,  als  möre  er  ein  kl  ####s
Kind.  margen,  wenn  der  Altenkirchener  Doktor
auf  den  Puttaartener  Gutsbof  gebort  werde,  wo  dialte
  Hafgängerin  Sub'lewe  anf  den  Tod  liege  saller
  auch  zu  Malte  herunterkommen,  als  der  Nater
all  das  ohne  Aufreaung,  ganz  als  wäre  es  etmas
Alltägliches,  berichtet  hatte,  redete  ssch  auch  Marieken
  ein,  es  sei  für  diesmal  das  Schlimmste  vorüber.


Nichts  entzwei  gebrochen  hatte  er!

Nicht  kurz  und  klein  geschlagen  war  er  wie  Kapit5u
  Widmif!  Er  lebiel!

Und  über  eine  gewöhnliche  Krankheit  mußte  ein
Mensch,  wie  Malte,  ja  doch  Herr  werden!

Stroh  und  Deksprang

  vom  Stuhle  auf  und  trat

war,  und  wir  wollten