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ter  Wasserdunst  lag  darüber.  Der  abnehmende
Mond  haue  das  schlechte  Wetter  mitgebracht.  Die
Walotiere  zogen  in  die  Helder,  denn  das  Rauschen,
VLecken  und  Fallen  des  Regens  von  dem  grunen
Dach  war  ignen  unangenehm,  und  schlecht  horen
konnten  sie  bei  dem  ewigen  Klatschen  kommende
Gefahr.

Der  Eule  ging  es  besonders  schlecht.  Alles
kleine  Getter  harte  sich  aus  dem  triefenden  Holze
gesluchtet.  Die  Mäuse,  die  in  Menge  dagewesen,
wurden  stetig  seltener,  eine  Krankheit  war  durch
die  Nasse  uver  sie  gekommen,  sie  staroen  in  ihren
Lochern  zu  Hunderten.  Da  wurde  die  Jagd  auf
die  #ager  schlecht,  oft  mußten  die  jetzt  so  haplichen
Federtlumpen,  die  spater  so  schonen  Jungeulen,
lange  warten,  bis  die  Mutter  mit  raß  kam.  Sie
schrten  tn  dem  Nest  vor  Hunger,  daß  es  der  Alten
ans  Herz  ging.  Oft  schon  harte  die  daran  gedacht,
hinzusiegen  zum  Bauerngehoft,  die  Scheunen  und
Stalle  aogzusuchen.  Dort  im  trochnen  Stroh  ud
Heu  mucste  noch  Maus  und  ihre  Sippe  hausen,
doch  aus  Angst  und  Furcht  vor  dem  Weensch,  der
die  Eulen  aus  Aberglauven  hapvt,  dem  ihr  Schr.i,
ihr  Flug  Ungluck  bringen  sollte,  und  der  ihr  darum
  nachstellte,  wo  er  nur  konnte,  war  sie  dem
fern  geolieben.  Jetzt  muote  die  sorgende  Al.e  es
doch  wagen.  —  Die  Dämmerung  tam,  die  Eule
wurde  seyend,  nahm  sich  hoch  und  strich  hin  zur
Wohnung  der  Menschen.  Vorsichtig  umkreiste  sie  das
Gehoft  wieder  und  immer  wieder,  flog  lange  an
dem  langen,  strohgedeckten  Gelaß  für  Stroh  und
Heu  hin  und  her,  hörte  das  Piepen  und  Pfeifen
der  Nagetiere.  Da  vergaß  sie  alle  Vorsichtsmaßregeln,
  schrie  vor  Freude,  jagen  zu  können,  einigemale
  und  schlupfte  durch  eine  breite  Spalte  ins
Innere.  Auf  dem  Holmbalken  bloate  die  Eule
auf,  ihre  Seher  weiterten  sich,  sie  sah  uberall  Maus
huschen,  hörte  das  Rascheln,  ihren  leisen  Pfiff.  D.n
Ruf  der  Freude  stieß  die  Eule  aus.  Ihre  Brut
war  gerettet,  hier  konnte  sie  Nahrung  suchen  und
half  zugleich  dem  Bouern,  der  Menschheit.  Sie
mauste  und  fing.  Den  Schnabel  voll,  die  Fänge
voll  der  kleinen  Nager  strich  sie  zurück  zum  hohlen
Baum,  sättigte  die  Jungen,  kehrte  wieder  zur
Scheune  und  fütterte  die  ganze  Nacht.  Und  so
ging  es  eine  Woche.

Die  drei  gro  gäugigen,  jetzt  sich  färbenden  Jungen,
  waren  nahezu  flugge,  schon  kamen  sie  an  den
Rand  des  Horstes,  klelterten  auf  dem  Ast  umher
und  äugten  sich  die  Welt  an,  die  ihnen  noch  ein
großes  Rätsel.  Wie  kleine  Katzen  saßen  sie  aufgereiht
  auf  dem  belaubten  Zweifel,  drängten  sich  hin
und  her,  versuchten  sich  anzuknappen,  überstellten
sich  und  reckten  zuweilen  die  Schwingen  zu  kurzem
Flattern,  das  sie  bald  erlernen  sollten  und  warteten
  auf  die  Mutter,  die  wieder  einmal  fort  war,
Fraß  für  die  ewig  hungrigen  Schnäbel  zu  holen.

Im  nassen  Moos  unkten  und  quarrten  die  Frösche,
  eine  Drossel  klagte  ihr  weiches  Lied  im  unfernen
  Gebüsch,  von  weither  drang  verschwommen

—  U□n#er  Dommerland.

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Bundegevell,  und  Mücken  summen  in  dünnen  seimen

  Tonen  die  lommende  laue  Nacht  hervei.  Gin
(Flastern,  ein  Wispern,  die  müde  Natur  ging
schlafen.

Der  grämliche  Bauer  hatte  den  „Totenvogel,  die
Eule“,  mit  Enrsetzen  schon  einige  Abende  bei  seinem
  Gehoft  gesehen,  hatte  ihren  Schrei  gehori,  den
er  furchtete.  Die  Haare  standen  ihm  zu  Berge.  Seit
er  damals  in  der  Nacht  den  Viehstall  seines  Nachbarn
  angesteckt,  wie  dann  die  Loye  zum  Himmiel
stieg,  das  Paar  Kühe  und  die  wenigen  Schweine
des  Mannes  in  den  Flammen  umkamen  und  zwischen
  verkohlten  Trummern  am  andern  Tage  die
schwarzen  Knochen  des  so  niedertrachtig  Gesaehadigten
  gefunden  wurden,  seit  damals  hat.e  der  vBauer
Furcht  vor  dem  Tode.  Der  letse  niegende  Vogcl,
der  urplotzlich  irgendwo  hergeschwebt  kam,  der  dann
so  heiser  schrie,  der  bedeutete  baldtges  Sterben.  Gr
wonte  noch  nicht  ins  Gras  beigen,  woll.e  noch  den
Vorteil  wahrnehmen,  den  er  durch  Kauf  des  Landes
  von  der  Witwe,  der  Frau  des  Toten,  hatie.
Und  er  furchtete  auch  das  Jenseils.  Der  Nachoar
hatie  im  irdischen  Feuer  braten  müssen,  nicht  lange
woqgl,  er  warde  rosten  im  ewigen.  Gin  kalier
Schauer  rieselte  über  seinen  Rügen,  der  Sterbevogel,
  der  Leichenvogel  muß  fort.

Die  Eule  hatte  die  nahen  Felder  abgesucht,
nichts  gefunden.  Also  hin  zur  Scheune.  Tort  ist
die  Spalte,  dort  geht  es  hinein.  Unhprbar  schwebte
sie  dahin  und  segte  sich,  um  auszuruhen,  in  das
Loch.  Dicht  unter  sich  hörte  sie  ein  Rascheln,  die
Alte  beugte  sich  vor  ein  dumpfer  Schlag  —
sie  fiel  vornuber  ins  Stroh.  Der  Bauer  frohlocktte.
Der  Tod  ging  an  ihm  voraber,  der  Vogel,  der  ihn
verkündet,  war  in  seiner  Hand.  Mit  hartem  Grisf
trug  er  das  leblos  scheinende  Tier  ins  Haus,  nahm
zwei  Hölzer,  heftete  sie  zusammen  und  nagelte  mit
dicken  Nägeln  die  betäubte  Eule  darauf.  Om  Innern
  des  Wohnhauses,  zwischen  Balken  und  Strohdach,
  hing  er  sein  Werk  auf.  Nun  war  er  geschutzt.


Die  drei  Jungen  im  Walde  warteten  die  ganze
Nacht,  die  Mutter  kam  nicht.  Der  Tag  verging,
der  Abend  nahte,  ihre  Ernährerin  blieb  aus.  Da
siel  vor  Ermattung  erst  das  eine,  dam  die  andern
vom  Ast,  humpelten  mit  kranken  Gliedern  hungrig
im  Kraut  und  konnten  sich  nicht  helfen.  Zu  llein
waren  sie  noch.  Der  Fuchs,  der  auf  leisen  Sohlen
  auf  Raub  schlich,  fraß  sie  um  Mitternacht.

Oben  im  Giebel  war  die  arme  Eule  erwacht,
der  Schmerz  der  Nägel  war  rasend,  sie  verdrehte
ihre  Lichter,  wand  den  vom  Knüppelhieb  getroffenen
  Kopf,  krallte  im  Fieber  die  Fänge,  es  half
nichts,  sie  kam  nicht  los.  Da  dachte  die  Muttir  an
ihre  Kleinen  im  hoblen  Astloch  unter  dem  Blätterdach.
  Die  Waisen  waren  dem  Hungertode  verfallen,
  der  Vater  schon  lange  fort,  sie  hier  angenagelt
vom  Mensch  im  Wahnsinn  des  Aberglaubens.  Sie
sah  ihre  verlassene  Brut,  sah  sie  hocken  und  ausschauen
  nach  der,  die  ihr  alles  gewesen.  Die  Lich-