ter  der  Eule  erweiterten  sich,  der  Schnabel  knappte,

das  Gefieder  sträubte  sich,  die  großen,  nachdenk—
lichen  Augen  starrten  in  die  Balken  des  Daches.

Der  genagelte  Vogel  schrie,  schrie,  daß  es  schallte
durch  das  Haus.  Der  Bauer  unter  in  der  Stube
bekam  das  Grausen,  er  sprang  von  seinem  Lager
auf,  griff  nach  einem  Knüppel  und  stieg  zum  Boden,
  den  Unheilvogel  ganz  zu  töten.  Von  Balken
zu  Balken  kroch  er  hin  zu  ihm.  Ermattet  hing  die
Eule  still,  die  schmale  Mondsichel  warf  gespenstri-Anser

  Dommerland

Opfer.  Tod  glaubte  er  es;  doch  das  arme  Tier
sah  seinen  Quäler,  stierte  ihn  an  und  klagte  plötzlich,
  die  Augen  rollend,  zitternd  am  ganzen  Leibe,
schrecklich  auf.  Den  Bauern  hatte  er  gepackt,  er  sah
in  der  Eule  am  gekreuzten  Scheit  den  Tod,  sah
eine  feurige  Lohe,  sah  verkohlte  Menschenknochen  —
stürzte  hinten  hinüber  und  brach  das  Genick.  Der
gemarterte  Vogel  hörte  den  Todessturz  des  Menschen.
  Gerächt  waren  die  Kinder,  der  Vater  und
sie.  Vom  fernen  Kirchturm  schlug  es  zwölf.  Zur
selben  Stund  wie  ihre  Kinder  starb  die  Mutter.

sches  Licht  auf  sie.  So  fand  der  Mensch  sein
Dereinsberichte.

Messenthiner  Waldverein  zu  Stettin

Groß  war  am  Sonntag,  den  17.  Ok  ober,  die
Zahl  der  Teilnehmer,  die  bei  herrlichem  Herbstwetter
  der  Einladung  des  Messenthiner  Waldvereins
zu  einer  Tageswanderung  von  Steltin  nach  Messenthin
  Folge  leistete.  Es  galt  hierbei,  die  Bezeichnung
  der  Wege  und  Stege  zu  prüfen;  aber  auch  die
Zuverlissigkeit  der  vom  Waldverein  herausgegebenen
  Wanderkarte  sollte  sich  gleichzeitig  zeigen.  Um
es  vorweg  zu  berichten,  der  Natur=  und  Wanderfreund
  kann  mit  der  vom  Waldverein  bisher  geleisteten
  Arbeit  wohl  zufrieden  sein.  Die  Wegezeichen
sind  #bersichtlich  angebracht,  das  gesteckte  Ziel  der
Wanderung  ist  jetzt  sicher  zu  erreichen.  Die  Tätigkeit
  des  Waldvereins  ist  weiter  ausgedehnt  durch
das  Schaffen  neuer  Wege;  ferner  wurden  Quellen
  gefaßt,  Aussichtspunkte  zugänglich  gemacht,
zahlreiche  Ruhebänke  aufgestellt,  eine  Unterkunftshitte
  errichtet,  alte  und  hervorragend  schöne  Böume
vor  dem  nahen  Verfall  geschützt,  billige  und  bequeme
  Verkehrsmöglichkeiten  geschaffen,  für  die
Vogelwelt  Nistgelegenheiten  hergestellt  und  wöhrend
der  langen  Winterzeit  eine  energische  Vogelfütterung
  ausgeübt.  Der  Waldverein  hat  sich  durch  diese
gemeinnützigen  Arbeiten  bleibende  Verdienste  erworben;
  insbesondere  durch  seine  Wanderkarte,  die
sich  als  unbedingt  genau  und  nach  jeder  Richtung
hin  zuverlässig  erwiesen  hat.  Daß  der  rührige

in  großen  Zeit  seine  Tätigkeit

das  Genesungsheim

Waldverein
auch  auf  den  Krieg  einstellt,
des  Buchheidevereins  für  verwundete  deutsche  Krieger
  unterstützt,  sei  nur  nebenbei  erwähnt.

dieser

Wie  schon  mehrfach,  so  waren  auch  zu  dieser
Wanderung  einige  unserer  tapferen  Feldgrauen  als
Gäste  geladen;  die  Lazarettverwaltung  beurlaubte
bereitwillig  einige  verwundete,  aber  marschfähige
Krieger.  Zur  festgesetzten  Morgenstunde  und  unter
bewährter  Führung  begann  die  Wanderung  vom
verabredeten  Treffpunkt  am  Eckerbergen  Walde.
Hier  beginnt  auch  schon  die  Tätigke't  des  Waldvereins.
  Eine  aufgestellte  Tafel  mahnt  den  Wanderer,
  den  Wald  in  seinen  Schutz  zu  nehmen.  Der
Weg  führte  zunächst  quer  durch  den  Eckerberger
Wald,  am  Qutstorp-Turm  und  Forsthaus  vorbei
auf  die  Höhe  des  Wigand-Weges.  Bereits  bei  Lindenhof
  beginnt  der  Wigand-Weg,  geht  am  Arndtstift
  vorbei  durch  die  Nemitzer  Talmulde,  überschreitet
  sodann  die  Landstraße  und  leitet  durch
herrliche  Waldpartien  auf  die  MWussower  Höhen.
Prächtige  Fernblicke  genießt  der  Wanderer  vom
Ginsterberge  aus  auf  Stettin;  die  Höhenzüge  der
Buchheide  und  der  südliche  Teil  des  Kreises  Randow,
  begrenzt  durch  die  Ortschaften  Hohengahden,
Karow  und  Sparrenfelde,  liegen  ausgebreitet  wie
auf  einer  Landkarte  vor  dem  Beschauer.  An  der
Mutgeber  Mühle  endet  der  Wigand-Weg  (3  Kflometer)

  in  den  Radfahrweg,  der  hier  im  scharfen
Winkel  links  nach  Messenthin  führt.  Unser  Weg
geht  in  entgegengesetzter  Richtung,  dem  Sieben-