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und  der  freche  Spatz  fällt  sofort  zustimmend  ein:
„Lick  lick,  wat  ick  spuck!“
Auch  die  Meise,  24)  die  im  Winter
umschmeichelte:
„Frind,  Frind!“
pfeift  ihm  jetzt  etwas:
„Sch  .  di  wat,  sch  ..  di  watl“
Selbst  die  stille  Haubenlerche,  die  im  Winter  wie
die  Goldammer  bettelte:
„Bur,  Bur,  lig  mi  din  Schün!"
wird  übermütig  und  lacht  schnippisch:
„Sch  ..  int  Heu,  sch  ..  int  Heu!“
Und  der  Baumpieper  (Baumlerche)  läßt  sich  von
dem  leichten  Winde  auf  seinem  hohen  Zweige  wiegen
  und  zirpt  dabei:
„Dick  de  rick  dick  dickl  Ick  sitt  baben
Spitz!"“

Aber  der  Undank  verstummt  vor  dem  Jubilieren
der  Lerche,  die  jetzt  erfüllt  sieht,  um  was  sie  einst
bat:
„Leiwe  Herr,  leiwe  Herr,
Schmitt  mi  en  Kürnken  von  baben  nerr,  baben
  nerr!

den  Bauern

in  de

Twei  twei  twei  tweil"“
und  nun  ihren  Dank  abstattet:

„Min  Vatte  is  in'n  Häben  (-Himmel),

Dor  mücht'  ick  mi  hengäben,

Doch  is't  to  wid  wid  wid!“  25)

Der  Bauer  aber  freut  sich  mit  ihr  des  wogenden
Getreides  und  nickt  zustimmend,  wenn  die  Wachtel
ihm  aus  dem  Kornfeld  zuruft:

„Dit  Stück  is  rip!“

Auf  dem  Heimwege  sieht  er  eine  Krähe  auf  einem
Baume  sitzen  und  fragt  den  weisheitsvollen  Vogel,
ob  es  wohl  gut  Wetter  bleiben  wird.  Zum  Glück
antwortet  site:

„Dat  ward,  dat  ward!“

Am  nächsten  Morgen  erklingt  die  Flur  von  dem
Rauschen  der  rastlosen  Sense,  und  Schwade  auf
Schwade  sinkt  zu  Boden.  Das  Rebhuhn  sieht  sich
gezwungen  auszuwandern;  der  Hahn  lockt  das
junge  Volk  und  mahnt  die  Frau,  die  sich  von  der
Heimat  nicht  trennen  kann:

„Marrrie,  Marrrie!"
und  die  Wachtel  bittet:

„Schnid  mi  nich!“

auch:  „Lick  lick  lick  Fett,  lick  lick  lick  Fett!“  oder
höhnt  im  Sommer  den  Bauern:  „Lick  lick  lick,  wat
ick  sch  .  .!“  und  bettelt  im  Winter:  „Leiw  Bur,
lat  mi  in  d'  Schün!“  Im  Winter  ist  sie  der  Ansicht:
  „Peerdreck  is  säut,“  im  Sommer  erklärt  sie
verächtlich:  „Peerdreck  is  sarpl!“"

24)  Nach  andern  die  Gold=  oder  Grauammer.

25)  Sie  ruft  in  dieser  Zeit  auch:

„Piep,  piep,  piep,

Kürnken  ripl

Kri  de  arm  Lüd  uck  wat,  ick

watl“"

uck  wat,  ick  uck

Unser  DPommerland

Den  Knecht  aber,  der  bei  der  Arbeit  zuviel  ruht
und  säumt,  treibt  sie  an:

„Bück  den  Rück!"
Und  wieder  fällt  Streich  auf  Streich  und  Schwade
auf  Schwade,  bis  das  Mittagessen  kommt  und  mit
ihm  eine  kurze  Ruhestunde.  26)  Kaum  ist  sie  vorüber,
  so  drängt  die  Wachtel  von  neuem  zur  Arbeit:


„Weck  den  Knecht!"“
Endlich  läutet  die  Glocke  vom  Kirchlein  des  Dorfes

  den  Feierabend  ein,  und  mit  ihr  ruft  die
Wachtel:
„Nu  gah  to  Hus!“
Die  heimkehrenden  Schnitter  aber  vernehmen  noch
lamge  hinter  sich  den  spöttelnden  Wachtelschlag:
„Flick  de  Bücks!“  27)
Eine  linde  Nacht  folgt  dem  heißen  Tage.  Es

ist,  als  wenn  es  garnicht  dunkel  werden  will,  und
nur  wenige  Sterne  blicken  vom  weißlichblauen  Himmel
  auf  die  sechlummernde  Erde  hernieder.  Die
Vöglein  schlafen,  und  allmählich  erstirbt  auch  im
Moor  der  dumpfe,  tiefe  Glockenton  der  Unke:

„Unk,  Unk,

Einmal  war  ich  jung!

Hätt’'“  ich  mir  'n  Mann  genommen,

Wär'  ich  nicht  in'n  Sumpf  gekommen!

Unk,  Unk,

Einmal  war  ich  jung!“  28)

Noch  ein  Wachtelruf:

„Fürchte  Gott,  fürchte  Gott!“
Nun  Stille  nah  und  fern.  —  —  —

Bald  weht  der  Wind  über  die  ersten  Stoppelfelder,
  und  flachsköpfige  Buben  und  Mädchen  treiben
  die  Gänse  hinaus,  um  die  etwa  der  Hungerharke
  noch  entgangenen  Aehren  nicht  umkommen
zu  lassen.  Aber  das  Gänsevolk  weiß  auch,  was
gut  schmeckt.  Unbemerkt  sind  sie  dem  wegen  seiner
Grobheit  berüchtigten  Bauern  Rührdanz  in  den
Weizen  gegangen  und  lassen  sich's  dort  wohl  sein.
Zum  Unglück  muß  er,  der  schon  längst  derartiges
geahnt  hat,  gerade  des  Wegs  daherkommen.  Aber

26)  Dem  Knecht  auf  dem  Hofe  klingt  die  Scharwerksglocke
  am  Mittag:  „Schmiet  Schiffel  (-Schaufel),
  nimm  Läpell“  Nach  der  Mahlzeit  ruft  sie
ihn  zum  Nachmittagsdienst:  „Schmiet  Läpel,  nimm
Schiffel!“

27)  „Flick  de  Bücks  taul“  Sie  ruft  auch  „Witt
bün  ick,  witt  bün  ick!“  Dagegen  scheint  „Bäwele
wiht  mi  nich,  wißt  mi  nich,  wißt  mi  nich?“  nicht
nach  Niederdeutschland  zu  gehören.

28)  Die  Unke  soll  einst  eine  schöne  Prinzessin
gewesen  sein,  die  aus  Hochmut  alle  Freier  höhnisch
  zurückwies.  Zur  Strafe  dafür  wurde  sie  in
eine  Unke  verwandelt  und  muß  seitdem  Tag  für
Tag  ihr  Schicksal  beklagen.  —  Zwei  Unken  klagen
sich  ihr  Leid:  „Uk!  Min  Kind  is  dod!“  —  „ut!
min  uck.“  —  „Uk!  Sall  en  gräun  Kleed  anhebben!“
  —  „Uk,  min  uck.“