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nis  Anteil.  Die  Hühner  laufen  ganz  wie  die
Bauermadchen  mit  dem  Rufe:
„Saldauta  kaumal  Saldauta  kauma  —  daula
kaumal!“

über  den  Hof  nach  der  Eingangspforte.
der  an  seiner  Hutte  angekeitet  ist,  fragt:

„BVon  wor  Von  wo?“

Die  Katze  antwortet:

„Von  Berna-u,  von  Berna-u!“  33)
Der  Hahn  hat  sich  inzwischen  gleich  den  Bauerjungen
auf  die  Umfassungsmauer  geschwungen  und  krayt
von  oben  herab:

„'t  sind  nur  Füsilier!“

Selbst  die  schwerfallige  Ente  watschelt  herbei
schnattert:

„Dat  dat  dat  dacht'

Der  Hund,

und

ick  woll,  dacht'  ick  woll,

dacht’  ick  woll!“  34)

Aber  nicht  immer  wird  eine  Einquartierung  so
freudig  begrußt.  Gar  manches  Huhn  und  manche
Ente  mug  ihr  Leben  für  die  Gäste  lassen,  und  da
mag  auch  wohl  jetzt  noch  hin  und  wieder  ein  Gesprach
  vorkommen  wie  in  früherer  Zeit,  wenn  die
sieben  Mann  starke  Separationskommission  sich  auf
acht  Tage  einquartierte.  Rückte  sie  ins  Dorf,  so
stand  der  Hahn  auf  seinem  Ausguck,  dem  Zaune,
und  signalisterte  den  Feind:

„'d  Kommission  kümmt!“
und  die  Ente  klagte-„Min

  arm  Lewen,  min  arm  Lewenl“"
und  der  Hahn  jammerte  wieder,  sein  und  seiner
Hennen  Schicksal  vorausahnend,  einmal  über  das
andere:

„Frikassee!  Frikassee!“  35)

—  —  —  Der  Sommer  ist  vorbei.
figer  ruft  der  Buchsink  sein  trübes

„Wind,  Wind,  Windl!“
und  die  wilde  Taube  klagt:

„Hu  hu  hu,

Min  bunte  Kuhl

Immer  häu-33)

  Das  Kind  fragt:  „Kättken,  wo  bist  du  hennewest?“

  Katze:  „Na  Berna-u!“  Kind:  „Waren  ock
Saldaten  da?“  Katze:  „Ja-u!l“  Kind:  „Wat  harren
s'  vör  Mundierung?“  Katze:  „Bla-zul“

34)  Wenn  Soldaten  ins  Dorf  rücken,  rufen  die
Enten:  „Soldaten  kamen!  Soldaten  kamen!“  Die
Ziege  bestätigt  das:  „Mit  Gewe-ehr,  mit  Gewe-ehr!"
Der  Enterich  schnattert:  „Sackerlot,  sackerlol!“  Der
Haushund  bellt:  „Wo,  wo,  wo,  wo?“  Die  Katze
maut:  „Von  Berna-u,  von  Berna-u!“  Und  der  Hahn
kräht  von  der  Hofmauer  herab:  „Sei  sünd  all  dor!“

35)  Ein  andermal  hat  der  Hahn  mit  einer  Prophezeiung
  nicht  nur  sich,  sondern  ein  ganzes  Dors
vom  Untergang  errettet.  In  dem  Dorfe  NK#3
hatte  ein  früherer  Gastwirt  einmal  einen  Hahn,  der

des  Morgens,  anstatt  zu  krähen,  die  Worte  rief:
„R  .  .  .  ..  „  W  geht  unne  as  Sodom  un
Gumorra!"  Wie  dies  der  damalige  Gutsbesitzer

hörte,  wurde  er  sehr  fromm  und  ließ  an  seine
sämtlichen.  Gebäude  Bibelsprüche  schreiben.

—  —  Anser  Pommerland:

Mine  fünf  Gulden  dartul

Hu  hu  hul“  36)
In  stillen  Nachten  hört  man  das  Geschrei  der  wilden
  Gänse,  die  wärmeren  Landstrichen  zueilen.  Sie
rusen  noch  immer  wie  einst  zu  Noahs  Zeiten,  als
sie  von  ferne  den  rettenden  Berg  erblickten:

„Ararat!  Ararat!“"
Die  Singvögel  sind  schon  größtenteils  davongezogen;
  unter  den  letzten  verschwindet  das  Rotschwänzchen

  mit  einem  wehmutigen

„Kiek  ick  hier,  kiek  ick  hier!“

Der  Knecht  hat  eben  das  letzte  Stück  gepflügt  und
lehrt  nun  mit  Pflug  und  Egge  hungrig,  aber  doch
froh  der  abgetanen  Feldarbeiten  nach  Hause  zurüch,
und  verhei  zungsvoll  quietscht  ihm  das  schlecht  geschmierte
  Rad  in  die  Ohren:

„Süße  Grütz!l  Süße  Grütz!"

Ein  jeder  ist  jetzt  darauf  bedacht,  sein  Haus  für
den  Winter  zu  bestellen,  und  wer  etwa  noch  vergessen
  hat,  sein  schadhaftes  Rohrdach  zu  flicken,  den
mahnt  der  Rohrsperling  vom  Weiher  her:

„Korl  Korl  Korl  Korl,  kik  kik  kik!

't  Rohr  is  all  rip,  rip!"

Die  Meise  aber  ruft  dem  Bauer  zu:

„Flick  'n  Pelz,  flick  'n  Pelz!

Seih  di  vör,  seih  di  vör!"  37)

Bald  kommt  der  erste  Reif.  Draußen  ist's  still

geworden;  nur  der  ewig  muntere  Zaumkönig  schlüpft
durch  die  lichter  und  lichter  werdende  Hecke  und
singt:

„Zickerickick,

König  bün  ick!“  38)
Auf  den  Reif  folgt  Eis
umheult  das  Haus:

„Kümmst  mi  rut,  so  will  ick  du  zu-usen!

Häst  nich'n  betern  Rock  as  dissen  kru-usen?“  39)
und  die  Haubenlerche  mahnt:

„Ele  Milan

Legg  grot  Hult  an,

und  Schnee.  Der  Sturm

36)  Der  Grund  ist  folgender:  Einst  bat  die
wilde  Taube  die  Elster,  ihr  zu  zeigen,  wie  man
ein  ordentliches  Nest  baue;  sie  wolle  ihr  auch  eine
bunte  Kuh  und  außerdem  fünf  Gulden  dafür  geben.
  Wenn  nun  die  Elster  ein  Stöckchen  oder  einen
Halm  hinlegte,  sagte  die  Taube  jedesmal:  „So,
nu  weet  ick't!“  Endlich  riß  der  Elster  die  Geduld,
sie  flog  davon  und  überließ  die  Taube  mit  dem
Nesterbau  ihrem  Schicksal.  So  ist  es  gekommen,
daß  die  wilde  Taube  niemals  gelernt  hat,  ein  ordentliches
  Nest  zu  bauen;  aber  all  ihr  Klagen  nützt
ihr  nichts  mehr.

37)  Die  Blaumeise  sagt:  „Tid  is  dor,  Tid
dor!  Seih  di  vör!  Stäke  gahn,  stäke  gahn!“

38)  „Zickerickick“  ruft  auch  das  Rotkehlchen,  das
sich  auf  der  Leimrute  gefangen  hat,  und  setzt  klagend
  hinzu:  „Gefangen  bün  ick!“

39)  Tritt  der  Bauer  aus  dem  Hause,  so  zerrt
ihm  der  Sturm  an  den  weiten  Hosen  und  höhnt:
„Hest  nich  mihr  Hosen  as  dissss?“

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