Spuren  dieser  Bemalung  kamen  nun  im  letzten
Jahrzehnt  zum  Vorschein,  und  der  sehr  einsichtige
Kirchenvorstand  faßte  es  ins  Auge,  diesen  Schmuck,
soweit  es  nicht  durch  die  eingebaute  Empore  unmöglich
  gemacht  wurde,  wieder  ins  Leben  zu  rufen.
  Die  Arbeit  wurde  den  Herren  Hoffmann  und
Bögele,  Werkstatt  für  christliche  Kunst  in  Stargard
in  Pom.,  übertragen  und  1913  nach  den  heute  in
der  Dentmalspflege  maßgebenden  Vorschriften  im
mustergiltiger  Weise  ausgeführt,  auch  die  Gesamtausmalung
  des  Innern  dazu  in  wohltuenden  Eintlang
  gestimmt.

Hantte  beschäftigt  sich  nun  mit  den  erneuerten,
in  sechs  guten  Abbildungen  wiedergegebenen  Wandgemälden,
  er  beschreibt  sie  eingehend  und  erläutert
sie  auch  für  das  Verständnis  eines  Laien  verständlich
  und  klar,  aus  den  Anschauungen  ihrer  Zeit
heraus.

Er  bespricht  zuerst  die  friesartig  aneinander  gereihten
  Figuren  von  je  vier  Aposteln  und  heiligen
Frauen  an  den  Längsseiten.  Außer  den  vier  Friesresten
  zeigen  die  Längsseiten  noch  drei  in  sich  geschlossene
  figurenreiche  Darstellungen,  an  der  Südwand
  die  Geburt  des  Heilands,  ferner  sein  Leiden
am  Kreuze  mit  Maria  und  Johannes,  am  der
Nordwand  Christus  als  den  Weltenrichter,  alle  drei
in  strenger  mittelalterlicher  Auffassung  und  von  dem
Verfasser  richtig  charakterisierten  eckigen  Formen.
An  der  Altarwand  sieht  man  rechts  die  Riesengestalt
  des  Hl.  Christophorus,  wie  er  das  Christkind
seufzend  unter  seiner  Last  über  das  Wasser  trägt,
und  links  einen  von  zwei  Erzengeln  getragenen
Kelch,  über  dem  eine  durch  das  Kreuz  gekennzeichnete
  Hostie  schwebt.

Hantkes  sachgemäßen  und  von  eindringendem
Studium  der  Matereien  zeugenden  Ausführungen
sind,  obwohl  sie  die  Tendenz  nirgends  durchblicken
lassen,  völlig  objektiv  gehalten  sind,  auch  sonst  in
hohem  Maße  geeignet,  die  leider  bei  uns  in  manchen
  Kreisen  noch  herrschende  Abneigung  gegen  die
Malerei  des  Mittelalters  zu  beseitigen.  Wir  können
  daher  nur  den  Wunsch  aussprechen,  daß  das
Schriftchen  eine  möglichst  weite  Verbreitung  finden
möge.  Sicher  wird  es  nicht  nur  in  den  Dargitzer
Gemälden,  sondern  auch  der  kirchlichen  Malerei  der
alten  Zeit  überhaupt  manchen  Freund  gewinnen.
Die  geschmackvolle,  aber  sich  von  jedem  überflüssigen
Prunke  fernhaltende  Ausstattung  des  Büchleins
macht  der  Verlagshandlung  alle  Ehre;  wir  hoffen,
daß  es  dadurch  als  Geschenk  manchem  lieb  und
wert  sein  wird."

*

FeldpostbriefepommerscherKrie—

ger.  Heft  2.  Soeben  ist  Heft  2  der  „Feldpost—
briefe  pommerscher  Krieger",  Verlag  Fischer  und
Schmidt,  Stettin,  gesammelt  und  herausgegeben

vom  Bund  Heimatschutz,  Landesverein  Pommern,

Unser  Pommerland

229

im  Buchhandel  erschienen.  (Preis  30  Pfg.)  Das
Heft  führt  die  Seitennummerierung  des  ersten  Heftes
  weiter,  damit  sich  später  die  Hefte  zu  einem
einheitlichen  Gangen  zusammenschließen  lassen.  Der
Inhalt  bringt  folgende  zusammenfassenden  Abschnitte:
  1.  Allerlei  Quartiere  in  Feindesland,
  (Tagebuch  eines  Unteroffiziers  in
Flandern,  Wie  Frankreich  die  Barbaren  haßt  und
liebt,  Wenn  Schuster  und  Schneider  Helden  werden),
  1I.  Pioniere  vor  und  hinter  der  Front  (Auf
dem  Rückzu  g  an  der  Marne,  Im  „Blinddarm“).
III.  Zwischen  den  Wettern,  Gefechtsreserve,
  Unser  Dorf,  Das  Kompagnieschwein,  Liebesgaben).
  V.  Jm  grünen  Klee,  im
weißen  Schnee,  (Frühlingstage  an  der  Westfront,
  Wie  ich  in  den  Karpathen  verwundet  wurde).
  V.  Wie  brave  Pommern  sterben
gehn,  (Die  Schlacht  bei  Bolimow,  Getreu  bis
in  den  Tod).  Das  Vorwort  kündet  für  das  nächste
Heft  Briese  der  Pommern  zur  See  an  und  für  ein
weiteres  plattdeutsche  Feldpostbriefe.  Die  ganze
Sammlung,  davon  redet  auch  Heft  2,  nimmt  eine
gedeihliche  Weiterentwicklung.

*

Auguste  Bonow,  „Um  das  liebe  Geld“
Verlag  Aurora,  Dresden.  Preis  80  Pfg.

Ein  konfuses  Büchlein,  zu  nichts  nütze.  Die
Verfasserin  sagt  im  Vorwort,  daß  ihr  Buch  „Gedanken“
  enthalte.  Wie  vorsichtig!  —

*

H.  Bohnstedt.  „Die  Erziehung  unserer
Volksschuliugend  und  der  Krieg.“

Welch  eine  Fülle  von  Anregung  bietet  im  Gegensatz
  zu  dem  zuvor  erwähnten  Büchlein  die  Abhandlung
  des  hervorragenden  Schulmannes,  des
Stettiner  Regierungs=  und  Schulrats  Bobnstedt.
Wirklich,  beherzigenswerte  Gedanken  nicht  nur  für
die  Schule  allein,  auch  für  alle  die,  die  von  den
aus  dem  Felde  zurückgekehrten  Bätern  einst  gefragt
werden  können:  „Was  habt  ihr,  ihr  zu  Hause,
während  wir  kämpfend  mit  dem  eigenen  Leib  euch
deckten,  aus  unseren  Kindern  werden  lassen?  Sind
sie  dem  fremd  geblieben,  was  wir  draußen  durchmachten,
  und  was  wir  dort  errungen  haben?  Sind
sie  verbummelt  oder  verwildert?  Sind  sie  reif  geworden
  für  den  Frieden,  den  wir  euch  wiedergewonmen,
  und  für  die  neue  große  Zeit,  die  mit  ihm
anhebt?“

In  knapper  klarer  Weise  sind  in  der  Schrift  die
Erztehungsaufgaben  der  Heimgebliebenen  an  unserer
  Jugend  bestimmt  worden,  und  die  Hand  des
Kundigen  weist  Wege,  die  sicher  zum  Ziele  führen.

*

Kerner  von  Marilaun,  A.,  Pflan—
zenleben.  Dritte,  von  Prof.  Dr.  A.  Hansen
  neubearbeitete  und  vermehrte  Auflage.  Mit
über  600  Abbildungen  im  Text,  1  Karte  und  etwa
80  Tafeln  in  Farbendruck,  Aetzung  und  Holzschnitt.