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3  Bände,  in  Halbleder  gebunden  zu  je  14  Mark.
Verlag  des  Biouliographischen  Instituts  in  Leipzig
und  Wien.

Kerners  „Pflanzenleben“  ist  jedem  Deutschen,  der
den  Naturwissenschaften  einiges  Interesse  entgegenbringt,
  hinreichend  bekannt;  oft  genug  hat  nicht
nur  der  Naturfreund,  sondern  auch  der  Forscher,
der  Lehrer  nicht  minder  wie  der  Student  und  reifere
  Schaler  sich  dieser  Fundgrube  biologischen
Wissens  zugewandt,  um  mit  reinstem  wissenschaftlichen
  Genug,  ja  mit  Begeisterung  der  aus  echter
Forscherarbeit  geflossenen  meisterhaften  Darstellung
der  pflamlichen  Lebensvorgänge  zu  folgen.  Im
Gegensatze  zu  der  rein  sostematischen  Betrachtung
der  Pflanzen,  wie  sie  ehemals  in  den  Schulen
lich  war  und  das  Interesse  der  Schüler  nicht  steigern
  konnte,  ist  Kerners  Werk  uns  auch  der  Wegweiser
  geworden,  wie  man  durch  Einführung  eines
biologischen  Unterrichts  Ersprietzlicheres  leisten
könnte.  Jetzt  erscheint  nun  dieses  klassische  botanische
  Werk  in  einer  neuen,  dritten  Auflage,  durch
deren  Herausgabe  der  namhafte  Gießener  Botaniker,
  Professor  Dr.  Adolf  Hansen,  sich  in  hohem
Grade  den  Dank  nicht  nur  der  Gelehrten,  sondern
aller  Gebildeten  erwirbt.

Was  den  Inhalt  des  ersten  Bandes  der  dreibändigen
  Neuauflage  betrifft,  so  umfaßt  er  die

Zellenlehre  und  die  Biologie  der  Ernährung,  während
  der  zweite  Band  vorzugsweise  die  hauptsächlich
  auf  Goethe  zurückgehende  Lehre  von  der  Metamorphose
  der  Pflanzen  sowie  das  eigentliche
Spezialgebiet  Kerners,  die  Blütenbiologie,  behandelt
  Der  dritte  Band  soll  wesentlich  der  Stammesgeschichte
  und  der  Pflanzengeographie  gewidmet
sein.  Vorausgeschickt  ist  die  allgemeine  Charakteristik
  der  Zelle,  ihrer  Eigenschaften  und  Fähigkeiten,
  da  ja  die  äußeren,  zwar  oft  besonders  eindrucksvollen
  Lebenserscheinungen  nur  auf  der  Basis
  der  tiefinnersten,  feinsten  Lebensvorgänge  von
Grund  aus  verstanden  werden  könmen.  Mit  immer
zunehmendem  Interesse  liest  man  sodann,  um  ein
Beispiel  herauszugreifen,  über  die  merkwürdigen
Wasserleitungen  der  Pflanze,  wobei  es  sich  nicht  nur
ui  die  inneren  Leitungsbahnen,  die  Gefäßröhren,
handelt,  sondern  auch  um  die  „Regenwasserleitungen",
  d.  h.  die  Einrichtungen  an  Stengeln  und
Blättern,  vermäge  derem  das  auftropfende  Wasser
das  eine  Mal  fast  vollständig  nach  dem  Stamm  der
Pflanze  hin,  das  andere  Mal  an  die  äuzerste  Peripherie
  der  Blätterkrone  geleitet  wird,  doch  in  jedem
Falle  so,  daß  es  gerade  den  feinen  Wurzelfäserchen
zugute  kommt.  Derartige  Zweckmäßigkeiten,  die  ja
bekanntlich  allem  Organischen  zugrunde  liegen,  lernen
  wir  an  der  Hand  des  „Pflanzenlebens“  immer
aufs  neue  bewundern,  und  zwar  in  so  manchen
Eigentümlichkeiten,  denen  wir  zuvor  keine  besondere

  Bedeutung  zuzuschreiben  gewußt  hätten.  Aus
dem  reichen  Inhalt  des  Buches  sei  hier  noch  erwähnt,

  daß  die  interessanten  insektenfressenden  Pflan-Unser

  Dommerland

und  ihre  so  auffälligen  Reizbewegungen  sowie
die  Schmarotzerpflanzen  und  ihre  Anpassungen  an
die  parasitische  Lebensweise  im  Zusammenhang  mit
den  Ernährungsvorgängen  eingehend  zur  Darstellung
  gelangen.

Kerner-Hansens  „Pflanzenleben“  bietet  in  seiner
jetzigen  Gestalt  neben  der  Erhaltung  des  Altem
eine  Fülle  von  Verbesserungen,  für  die  man  dem
Herausgeber  nur  dankbar  sein  kann.  Dies  gilt
ubrigens  nicht  nur  von  dem  Tegzxt,  sondern  in  gleichem
  Maze  von  den  Abbildungen.  Das  reiche,  von
Kerner  herrührende  Illustrationsmaterial,  unübertrefflich
  an  wissenschaftlicher  Treue  und  anschaulicher
  Wirkung,  ist  noch  um  eine  Anzahl  prachtvoller
  Holzschnitte,  Aetzungen  und  farbenprächtiger  Tafeln
  vermehrt  worden.

zen

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Warburg,  Prof.  Dr.  Otto,  Die  Pflanzenwelt.
  Mit  mehr  als  900  Abbildungen  im
Text  und  über  80  Tafeln  in  Farbendruck  und
Aetzung.  3  Bande  in  Halbleder  gebunden  zu  je
17  Mark.  Verlag  des  Biobliographischen  Instituts
in  Leipzig  und  Wien.

Obwohl  wir  eine  Anzahl  systematisch-botamischer
Werke  besictzen,  so  sind  diese  alle  doch  lediglich  far
den  Spezialkenner,  für  den  Floristen  verwendbar,
keins  aber  von  diesen  Werken  ist  lesbar.  Abgesehen
  von  Kerners  „Pflanzenleben“,  das  ein  systematisches
  Nachschlagewerk  nicht  ist  und  auch  nicht
sein  will,  fehlte  bisher  dem  der  speziellen  Botanik

Fernstehenden  ein  die  einzelnen  Pflanzen  in  ansprechender
  Form  darstellendes  Werk  über  die
Pflanzenkunde.  Diesem  fühlbaren  Mangel  dürfte

die  den  weitesten  Kreisen  zugedachte  „Pflanzenwelt“
von  Professor  Dr.  O.  Warburg  für  immer  abhelfen,
  handelt  es  sich  doch  um  eine  in  glänzendem
Stil  geschriebene  spezielle  Botanik,  ein  allgemeinverständliches
  Werk  über  die  Pflanzenwelt  der  ganzen
  Erde  unter  besonderer  Beracksichtigung  der  Vertreter
  unserer  deutschen  Flora  sowie  auch  aller  derjenigen
  fremdländischen  und  überseeischen  Pflanzen,
die  für  die  Technik,  Industrie,  H  eilkunde  oder  in
anderer  Hinsicht  für  den  Menschen  besonders  wichtig
  sind.  Der  bis  jetzt  vorliegende  erste  Band  beginnt
  mit  den  wingigen  kleinen  Urpflanzen.  Daß
dabei  auch  über  die  Beschaffenheit  und  Stellung
der  krankheiterregenden  Bakterien  alles  Wissenswerte
gesagt  wird,  ist  freudig  zu  begrüßen,  denn  andere
botanische  Werke  überlassen  diese  schwierige  Materie
dem  Mediziner.  Den  Algen  und  Pilzen  —  hier
lernen  wir  auch  die  eßbaren  Schwämme  von  den
Schädlingen  unterscheiden  —  folgen  die  Moose  und
Farne,  Schachtelhalme  und  ähnliche  Gewächse,  die
Zykadeen  und  Koniferen  (Nadelbäume),  endlich  die
Zweiblattkeimer  oder  „Dikotyledonen“.  Unter  diesen
gelangen  u.  a.  die  Mehrzahl  der  Laubbäume  und
so  manche  Kräuter  und  Blumen,  z.  B.  das  große
Heer  der  Nelkengewächse,  zur  Darstellung,  während