„Aus  Sturm  und  Not“.

Wer  Maß  und  seine  Erzählungen  noch  nicht
kennl,  lese  zuerst  den  „Goldschmuck  von  Hiddensee“.
Eine  kleine  Erzählung  aus  dem  13.  Jahrhundert,
anknüpfend  an  einen  im  Stralsunder  Museum  aufbehahrten
  Goldschmuck,  von  wunderbarer  Feinheit
und  voller  Poesie.  ESEbenfalls  vergangenen  Zeiten
  aus  der  Geschichte  des  Pommernlandes  haben
die  übrigen  Erzählungen  ihren  Stoff  entnommnen,
die  letzte  „Aus  Sturm  und  Not“  spielt  in  Anklam
z.  Zeit  der  Erniedrigung  und  Erhebung  unseres
Vaterlandes  vor  nunmehr  mehr  als  100  Jahren.
Sie  bildet  ein  Band  der  Pommerschen  Heimatbücher
und  ist  anschaulich  und  fesselnd  geschrieben!  —

Meinhold,  Wilhelm,

geboren  1797  zu  Netzelkow  auf  Usedom.

Eigentlich  der  erste  spezifisch  pommersche  Dichter,
wenigstens  insofern,  als  er  den  Stoff  zu  seinen
Werken  fast  ausschließlich  der  Geschichte  und  dem
Leben  seiner  Heimatprovinz  entnahm.

Es  seien  genannt:
St.  Otto,  Bischof  v.  Bamberg
Kreuzfahrt  nach  Pommern.
Humoristische  Reisebilder  von  Usedom.
Miniaturgemälde  von  Rügen  und  Usedom.
Schill  (Gedicht).
Maria  Schweidler,  (Roman.)

6  Sidonia  v.  Bork,  die  Klosterhere.  (Roman.)
7.  Wallenstein  vor  Stralsund.  (Schaufpiel.)

Das  berühmteste  Werk  ist  bekanntlich  die  „Bernsteinhexre“",
  die  Meinhold  aus  irgend  einem  Grunde
als  die  Veröffentlichung  der  alten  Handschrift  des
Vaters  der  „Titelheldin“  herausgab.

Bearbeitung  für  die  Jugend  sowie  Dramatisierung
  des  Stoffes  liegen  vor  von  Max  Geisler.

—  oder  die

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die  Bernsteinhere.

Michaelis,  Katharina,
geboren  1847  zu  Kolberg.
„Licht  und  Schatten“  und
„Schwester  Anna“.  Novellen.
„Durch  die  Wogen  des  Lebens“.  Ein  Roman.
Die  Bücher  waren  mir  bisher  leider  noch  nicht
zugänglich.

Modersohn,  Hermann,

geboren  1858  zu  Birkenfeld.

Seine  zahlreichen  Arbeiten  erzählenden  Inhalts,
von  denen

„Auf  der  alten  Scholle“,

„Mutter  Ortlands  Kinder“,

„Der  Oger“,
in  Buchform  erschienen
ziehungen  zu  unserer
werden.

sind,  sollen  auf  ihre  Be-Provinz
  noch  nachgeprüft

Müller,  Johann  Gottwerth,
geboren  1743  zu  Hamburg.

Unser  Pommerland

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Müller  ist  kein  Pommer;  wir  erwähnen  ihn  hier
aber  seines  Romanes  „Siegfried  von  Lindenberg“
wegen,  der  den  Untertitel  fuhrt  „Ein  pommerscher
Junker  aus  dem  18.  Jahrhundert“.  Er  ist  in  der
„Bivliothek  der  besten  Werke  des  18.  und  19.  Jahrhunderts
  von  Otto  Wigand  im  Jahre  1867  neu
herausgegeben  worden.

Oertzen,  Elisabeth  von,

geboren  1860  zu  Triglafs.

Eine  unserer  besten  Heimatschriftstellerinnen.  Sie
veröffentlichte  an  Werken,  die  durchweg  der  Heimatliteratur
  angehören:

„Entenrite  u.  a.  Gesch.“

„Der  Strandbauerhof“.

„Meine  Kuh  u.  a.  Gesch.“

„Die  ollen  vielen  Jungs  u.  a.  Gesch."

„Sie  und  ihre  Kinder".

„Der  goldene  Morgen"“.

„Entenrike  u.  a.  hinterpommersche  Gesch.“

Auter  der  Erzählung,  die  dem  Buche  den  Titel
gegeben,  enthält  es  noch  sieben  andere,  die  sich  fast
alle  vorzüglich  zum  Vorlesen  eignen.  Ein  echter,
wirkungsvoller  Humor  durchweht  die  meisten,  so
vor  allen  „Die  versteuerten  Schuhe“  und  „Die  Reise
zur  Schwiegermutter“.  In  Dorfbüchereien  wird  das
liebenswürdige  Buch  sicher  eins  der  meistbegehrten
sein.

„Meine  Kuh  u.  a.  hinterpommersche  Geschichten“.

Sehr  „einfach"  sind  sie  allerdings,  diese  Geschichten
  vom  Lande,  aber  so  anschaulich  erzählt,  so
reich  an  tiefem  Gemüt  und  goldenem  Humor,  da
sie  doch  Kunstwerke  sind.  Auch  hier  sind,  wie  in
dem  Band  „Entenrike“,  acht  Erzählungen  vereinigt.
Außer  der  ersten  nennen  wir  noch  „Der  Lieblengsneffe“"
  und  „Die  Bismarckhose“.  Auch  dieses  Buchbietet
  vorzüglichen  Stoff  zum  Vorlesen!

„Sie  und  ihre  Kinder".  Ein  Roman.

Ein  adliges,  verwaistes,  mittelloses  Mädchenwird
  durch  Verwandte  zur  Heirat  mit  einem  verwitweten
  Gutsbesitzer  gedrängt.  Es  fehlt  der  Ehe,
in  die  der  Witwer  zwei  Kinder  mitbringt,  nicht  an
Glück,  aber  auch  nicht  an  schweren  Schiäsalsschlägen.
  Das  eigene  Kind  der  zweiten  Gattin  stirbt
wieder,  der  ältere  Stiefsohn  entartet  und  wird  nach
heftigen  Scenen  mit  des  Jungen  Stiefmutter,  die
ihm  beisteht,  nach  Amerika  geschickt.  Ein  altes  Faktotum,
  die  treue,  aber  eigensinnige  Haushällerin,
verläßt  der  Frau  wegen  das  Haus.  Da  wird  der
Mann  bei  einem  Lohnstreit  von  einem  Arbeiter  ersch
  agen,  und  alles  bricht  wirtschaftlich  zusammen.
Da  werden  die  beiden,  die  dem  Hause  den  Rücken
gemandt,  zu  Rettern:  Die  Haushälterin  und  der
Sohn  kehren  zurück,  jene  hilft  durch  ihre  Ersparniste,
  und  dieser  nimmt  die  Arbeitslast  auf  seine
jungen  Schultern.

Die  lebensvollen  Schilderungen  pommerschen
Dorflebens  zeigen  die  gründliche  Kennerin  und  die
Meisterin  in  der  Darstellung.