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übel  behandelt  würdet,  soviel  Ihr  Euer  seid!  Hättet
  Ihr  Euch  als  biedere  Mänmer  gezeigt,  oder  wäret
  Ihr  nicht  verzagte  Memmen  gewesen,  so  konnten
wir  Eure  Stadt  nimmer  ohne  Euren  Willen  gewinnen.“
  So  verdienter,  aber  unzeitiger  Vorwurf  entzündete
  unauslöschlichen  Groll  in  den  Seelen  der
Geschmähten:  Sie  huldigten  zwar,  doch  blickten  sie
finster  drein.  Die  sprichwörtliche  Nedengart  beim
Anblicke  etnes  finstern,  närrischen  Menschen:  „Er
stebt  aus,  als  wenn  er  Prenzlau  verraten  hätte,“
soll  damals  ihren  Ursprung  erhalten  haben.)

Als  Friedrich,  der  gerade  in  Nürnberg  weilte,
den  Verlust  von  Prenzlau  und  die  Verwüstung  der
Uckermark  erfuhr,  warb  er  in  Franken  ein  Heer  und
zog  mit  seinen  Söldnerscharen  nach  Nordosten,  um
seine  Gebiete  wiederzuerobern,  und  er  berannte
Vierraden.  Aber  die  Pommern  hatten  wieder  durch
Hinweis  auf  die  bedrohlich  wachsende  Macht  des
brandenburgischen  Aars  zahlreiche  Bundesgenossen
zu  finden  gewußt.  So  rückten  denn  zum  Entsatz
von  VBierraden  große  Scharen  von  Pommern  heran,
denen  sich  Polen  und  abenteuerlustige  Edelleute  aus
dem  Gebiete  des  deutschen  Ordens  angeschlossen  hatten.
  Beim  Herannahen  der  überlegenen  Scharen  erschrocken,
  gab  Friedrich  hastig  die  Belagerung  auf
und  ließ  selbst  Sturmwerkzeuge,  Donnerbüchsen  und
Lapergeräte  im  Stich.  Jubelnd  bemächrigten  sich  die
Pommern  der  Beute  und  folgten  den  Weichenden
verwüstend  in  die  Mark.  Ja,  eine  solche  Mutlosig-=leit
  war  über  den  Kurfürsten  gekommen,  daß  er
sein  Kurfürstentum  in  dieser  schweren  Stunde  verließ
  und  nach  Franken  zurückkehrte,  ohne  noch  jemals
  seinen  Fuß  in  den  Sand  der  Mark  zu  setzen.
Allerdings  gelang  es  seinem  Sohne  Johanm,  den  er
als  Verweser  der  Mark  zurückgelassen  hatte,  die
Stettiner  Herzöge  und  ihre  Verbündeten  wieder  aus
der  Mark  zu  vertreiben,  vor  allen  Dingen  auch
Prenzlau  zurückzuerobern.  Hier  war  der  Unmut
über  die  übermütige  pommersche  Besatzung  stetig  im
Wachsen.  Von  solcher  Erbitterung  der  Prenzlauer
Bürger  unterrichtet,  rückte  Markgraf  Johann  1426
vor  die  Stadt.  Ein  treu  ergebener  Bürger,  Rodinger.
  Oberst  der  Stadtknechte,  führte  die  märkische
Schar  in  einer  Augustnacht  durch  Sumpf  und  Wiesen
  und  trug  auf  seinen  starken  Schultern  den  Markgrafen
  selbst  durch  die  Ucker.  „Halte  Dich  wohl,
Du  trägst  die  ganze  Mark  Brandenburg  auf  dem
Rücken,“  rief  Johann  dem  Wackeren  zu,  venm  dieser
  unter  der  Last  des  Geharnischten  zu  erliegen

drohle.  Bald  hallte  das  Kriegsgeschrei  der  Märker
„Brandenburg!  Brandenburg!“  durch  Prenslaus
Straßen.

Ratlos  und  angstvoll  rettete  sich  die  pommersche
Besatzung  auf  ihre  Feste  am  Blindower  Tore,  und
der  Tag  sah  den  Markgrafen  wieder  als  Herrn  der
mehrfach  entfremdeten  Stadt.  Denmoch  wehrten  sich
die  Pommern  mannbaft  unter  Klaus  Köppern  auf

*)  Vgl.  F.  W.  Barthold,  a.  a.  O.

Unser  Dommerland

ihrer  neugeschaffenen  Festung,  Entsatz  hoffend  durch
ihre  Landesfürsten,  bis  die  Bürger  Haufem  von
Stroh  und  grünem  Holze  vor  dem  Tore  anzündeten
und  durch  gewaltigen  Rauch  die  Belagerten  zwangen,
  auf  freien  Abzug  mit  Hab  und  Hanuisch  sich

zu  ergeben.  Als  sie  kaum  eine  Strecke  aus  der
Stadt  waren,  begegneten  ihnen  die  Herzöge  von
Stettin  mit  dem  Landesaufgebote;  diese  fanden

einen  Angriff  auf  Prenzlau  jedoch  nicht  ratsam,
sondern  begnügten  sich,  mit  der  Brandfackel  an  den
Dörfern  der  Uckermark  bis  Angermünde  hin  Rache
zu  nehmen.

Der  pommerisch  gesinnten  Partei  der  Bürger  gegenüber
  war  Johann  nachsichtig,  vur  Grieben  und
Pelz  mußten  ihren  früheren  Verrat  mit  den,  Kopf
büßen.

VI.

Da  die  Streitenden  die  Nutzlosigkeit  weiteren
Blutvergießens  einsahen,  kam  endlich  am  22.  Mai
142“  der  Friede  von  Eberswalde  zustande.  Markgras
  Johann  verlobte  seine  Tochter  Barbara  dem
Sohne  Herzog  Kasimirs,  Joachim.  Die  Vollziehung
  der  Ehe  ward,  da  die  Braut  noch  sehr
jung  war,  auf  acht  Jahre  hinausgeschoben,  auch
der  mögliche  Todesfall  eines  oder  beider  Verlobten
sorgfältig  klaufuliert.  Alle  eroberten  Gebiete  verblieben
  bei  der  Mark,  nur  das  Städtchen  Greifenhagen
  wurde  Pommern  zugesprochen.  Alle  Zwietracht
  zwischen  den  Häuserm  wurde  für  ausgeglichen
erklärt,  mit  Ausnahme

„ob  das  were,  das  wir  obgenannte  Marggraf
Friderich  Marggraf  Johanns  unser  Erben  oder
Tachkommen  Mlarggraven  zu  Brandenburg  unser
obgenannten  Oheim  hHerzogen  Otten  herzogen
Kasemern  ire  Erben  oder  krachkommen  herzogen
zu  Stettin  an  sprechen,  und  umb  sulch  Le  ben
als  wir  meynen  sie  von  uns  und  der  Marggrafeschaft
  zu  Zrandenburg  zu  Tehen  haben
nennen  und  entphaen  solten  an  teidingen  wurden
das  sullen  und  wollen  wir  thun  an
den  Steten  alse  für  einen  Röm

Keiser  oder  Kunig,  do  wir  das  den  billigen
thun  sullen.  .“

Also  auch  diesmal  wurde  der  wichtigste  Punrt,
di  Lehnsfrage,  durch  die  Bestimmuns,
ihre  Entscheidung  dem  römischen  Kaiser  zu  überlassen.
nicht  gelöst,  sondern  nur  vertagt,  und
es  hing  von  dem  guten  Willen  der  beidem  Parteien
ab,  wann  diese  Frage  wieder  aufgerollt  werden
würve.  Vorläufig  war  dazu  aber  weder  Neigung
bei  den  Greifenherzögen  noch  bei  den  Zollernkursursten
  vorhanden;  aber  unter  ihren  Nachkommen  ist
die  Gegend  um  Prenzlau,  Pasewalk  und  Pyritz  nock
oft  der  Schauplatz  erbitterter  Kämpfe  gewesen.

Das  Verlöbnis  zwischen  dem  Greifensproß  Joachim
  und  Barbara  von  Hohenzollern  sollte  aber
nicht  zur  Ehe  werden.  Markgraf  Johann  hatte  eine
bessere  Partie  für  seine  Tochter  gefunden.  Aber
Joachim  ließ  nicht  locker.  Er  setzte  es  durch,  daß