gerett  bloß  all  säwen  Joahr  —
aber  wenn't  gerett,  denn  schleht  dat  in
as  bi  jennem  Bura  dat  Gewitter.  36)
Darum
Ratsherr  kann  die  Frau  immer  werden,
aber  nicht  Bürgermeister.
Der  Mann  kann  aber  auch  sicher  sein,
wor  ('u  richt'gen)  Hahn  is,
dor  kreigt  kein  Hauhn.
Aber  der  Mann  muß  auch  nicht  immer  das  leßte
Wort  haben  wollen.
Wer  immer  up  sinen  Kopp  besteiht,
de  kümmt  am  Enen  ok  up  den  Kopp  tau  stahn.
Wenn  so  Mann  und  Frau  in  der  rechtemn  Weise
zusammenstehen,  da  ist  es  gleich,  wer  einnimmt  oder
ausgibt:
Dat  föllt  ut  de  Kist  in  de  Bilad.
Schon  vor  Tau  und  Tag  sind  sie  tätig;
früh  mit  dei  Häuhner  to  Berr
un  up  mit'n  Hahn  in  de  Werr.
So  ruft  auch  der  Bauer  dem  Hofjungen,  der  sich
träge  auf  seinem  Lager  dehnt  und  streckt,  zu:
„Rute  mit  de  Beine,
dat's  't  Frühstück  vedeine!“  37)
Am  besten  lohnt  die  eigene  Arbeit:
selbe  dahn  is  wol  gedahn.  38)
Wo  das  nicht  angeht,  muß  wenigstens  des  Herrn
Auge  wachen:
wer  nicht  will  zusehn  (  aufpassen),
muß  nachsehen  (  hat  das  Nachsehen);
des  Herrn  Auge  macht  die  Kühe  fett.
Wer  däglich  geiht  up  sinen  Feld,
dei  find't  täglich  ein  Stück  Geld.
Mühe  und  Unbequemlichkeit  darf  er  sich  dabei  nicht
verdrießen  lassen:
wat  nich  surt,  dat  söt't  uck  nich
wer  hett  Käuh,  de  hett  uck  Mäuh:
wer  Eier  hebben  will,
dei  möt  sick  dat  Kakeln  gefallen  laten.
Kleine  Mißerfolge  muß  man  geduldig  ertragen:
Afgang  is  allerwegen.  39)
Man  möt  ut  Furcht  vör  Duben  nich  dat  Seigen
E  Säen)  umnerlaten.
Aber  mit  Fleiß  und  Arbeit  allein  ist's  nicht  getan.
  Wer  nicht  bloß  auf  augenblicklichem  Gewinn
36)  Wiwerrat  un  Baukweitsaat,
dat  gerät  ma  sille;
wenn  et  aber  mal  gerät,
dann  gerät't  mit  Wille.
37)  Bauer:
„Hann,  stauh  op,  d’  Kliwa  sinn  gaue  (-gar)!"
Junge:
„Jau,  is  ock  mia  grot  Leipel  all  daue?“
38)  Selber  arbeiten  macht  reich,  selber  essen  fett.
39)  „Afgang  is  allewega,“  säd  de  Bur
o  hedd  eia  Gessel  o  dat  krepierd  em.
Von  der  Hebamme  heißt  es:
„Afgang  is  allerwegen,“  seggt  s'  un  lett  ein
Kind  von  de  Drilling  in'n  Badwater  verdrinken.

Unser  Dommerland—

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sieht,  der  muß  nicht  nur  aus  der  Wirtschaft  nehmen,,
  sondern  vor  allem  etwas  hineinstecken.
Von  nicks  kümmt  nicks;
schickt  man’n  Schät  hen,
kriggt  man'n  Schät  wedder.
Soll  der  Acker  gut  tragen,  so  darf  man  mit  dem
Dlünger  nicht  sparen:
wo  de  Meßwagen  nich  kümmt,
kümmt  Gottes  Segen  ock  nich  hen;  40)
Sch=  .  un  Flit  makt'n  Landmann  rik.  41)
ist's  auch  mit  dem  Vieh;
giff  em  wat  unnern  Bart,
so  ward't  wol  krigen  gaude  Art;:
wer  gut  futtert,  der  gut  buttert;
dei  Kauh  melkt  dörch'n  Hals.
Und  wer  da  über  unzuverlässiges,  träges  Gesinde
klagt,  der  ist  meistenteils  selbst  schuld  daran:
so  as  wi't  maken,  stahn  uns'  Saken;
so  as  sick  een  berrt  (=  bettet),  so  schlöppt  he.
Wer  gaud  schmärt,  dei  gaud  fährt;
Einen  gauden  Hund  fählt  dat  nich  an'n  Herrn,
un  wer  Brot  hett,
un  wer  Brot  hett,  den  fählt't  uck  nich  an  einen
gauden  Hund.  42)
Es  ist  nicht  so  leicht,  die  Füße  unter  anderer  Leute
Tisch  zu  stecken.  Gar  mancher  Herr  und  manche
Frau  denkt:
„Hungrige  Mus'kanten

&amp;

spielen  und  hungrige
Vögel  singen  am  bestem“
und  gönnt  dem  Knechte  nicht  einmal  das  liebe
Brot:

De  Mäkes  hebbe  lang  Reck  awe  korte  Gedanken
Beweis?

„De  irst  Not  möt  kihrt  warden,“  sär  de  oll
Fru;  domn  schlog  se  da  Backeltrog  intwei  un  makt
dat  Süerwater  dormit  heet.

„De  ist  Not  möt  kihrt  warden,“  seggt  de  oll
Fru,  nimmt  de  nige  Jack  un  flickt  dormit  de  olle.

hei  kriggt  äwer  Dag  fri  Licht,

o  äwer  Nacht  fria  Disch  tum  Lohn.

Oder

dat  geiht  em  as'’n  Esel,  dei  twei  Herrn  harr:

dei  ein  meint  ümmer,  dei  anner  harr'’n  all

faurert  (=  gefüttert).
Gewiß,

dei  nich  arbeit't,  sall  uck  nich  äten:
aber

mit  „schen  Dank“  futtert  man  de  Hund  dot

vom  Danken  starwen  de  Katten.
40)  Wo  de  Kortwagen  (der  kurze  Mistwagen)
nich  kümmt,
dor  kann  de  Langwagen  (der  lange  Erntewagen)
  ok  man  wegbliwen.
41)  De  Schavp,  de  hebben  gollen  Fäut,
un  wo  sei  dei  hensetten,  dor  's  Sägen  —
Fiske  un  Dike  maket  den  Herrn  nich  rike:
Immen  un  Schope  brüngt  et  em  im  Schlope.
42)  Wer  Brot  hat,  der  find't  auch'n  Messer.