Dorfes  für  ihre  Armen  erbaut  haben,  sitzt  auf  der
Bank  in  sich  zusammengesunken  ein  gebrechlicher
Greis;  neben  ihm  sitzt,  ärmlich  aber  sauber  geklei—
det,  eine  Greisin  und  strickt  emsig  mit  zitternden
Händen  an  einem  Strumpf:

'n  oll  Mann  un  en  oll  Peerd

sind't  Forer  (-Futter)  nich  wert:

Unser  Pommerland

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'n  oll  Fru  un  'n  oll  Koh
jöggt  keener  bet  to.  77)

77)  Ein  alter  Mann  und  ein  altes  Pferd
sind  nichts  mehr  wert:
eine  alte  Frau  und  eine  alte  Kuh
sind  noch  immer  wozu.

Hol  dich  der  pommersche  Ceufel“.

Ueber  diese  etwas  kernige  Redensart  wird  der
Zeitung  für  Hinterpommern  von  Stralsund  aus
folgendes  geschrieben:

Einen  festen  Bestandteil  in  den  schwedischen
Flüchen  bildet  der  „pommersche“  Teufel.  Wenn  das
Pferd  des  Fuhrmanns  nicht  schnell  genug  läuft,
treibt  er  es  wohl  zunächst  gut  gelaunt  mit  einem
„Hol  dich  der  Teufel“  an,  gerät  er  aber  in  Zorn,
so  schnauzt  er  ganz  unbedingt:  „Hol  dich  der  pommersche
  Teufel“  Woher  mag  wohl  diese  Redensart
  gekommen  sein,  der  sich  jeder  Reisende  entsinnen
  wird,  der  jemals  länger  in  Schweden  war  und
mit  dem  schwedischen  Volk  wirklich  zusammengekommen
  ist?  Wie  hierzu  ein  schwedischer  Sprachforscher,
  der  gegenwärtig  in  einer  großen  deutschen
Bibliothek  sprachlichen  Forschungen  obliegt,  mitteilt,
  gehen  diese  Redensarten  noch  auf  die  Schwedenkriege
  während  des  dreißigjährigen  Krieges  zurück.
  Hier  hatten  sich  überall,  wo  die  Schweden  mit
den  Preußen  zusammenkamen,  die  Preußen  so
glänzend  geschlagen,  daß  die  Heerführer  des  Königs
Gustav  Adolf  sie
Teufel  zu  nennen  pflegten,  da  sie  der  Ansicht  wanie

  anders  als  die  pommerschen

ren,  daß  die  Kerntruppen  der  preußischen  Regimenter
  aus  Pommern,  bestanden.  So  bildelen  die
„pommerschen“  Teufel  das  Entsetzen  der  schwedischen
  Bataillone  und  diese  Redensart  hatten  die
schwedischen  Söldner  mit  in  die  Heimat  genommen
umd  sie  hier  als  stehende  Redensart  eingeführt.
Tatsächlich  findet  man  schon  in  ganz  alten  Reisewerken
  die  stereotype  Redensart  „Zum  pommerschen
Teufel“  als  schwedischen  Kernfluch.  Geht  es  ganz
besenders  scharf  her,  so  kann  man  die  pommerschen
Teufel  in  gesteigerter  Menge  fortgesetzt  bekommen,
wie  etwa  „Tausend  pommersche  Teufel“,  „Zehntausend
  pommersche  Teufel“,  ja  selbst  „Zehn  Millionen
pommersche  Teufel“  finden  sich,  namentlich  bei  den
schwedischen  Fuhrleuten  häufig.  Werden  diese  Furien
auf  die  Gäule  losgelassen,  so  ziehen  die  Pferde  jede
Last.  Vom  sprachlichen  Standpunmkte  ist  diese  Erklärung,
  wie  der  pommersche  Nachbar  in  die  schwedische

  Volkssprache  hineingewoben  wurde,  gewiß
von  Interesse.  Die  Flüche  der  einzelnen  Völker

bilden  stets  eine  sprachliche  Eigenart  und  einen  gewissen
  Kern  des  Volksempfindens.

S-W