milienstube  stürzt  und  —  ihren  Mann  im  Schlepptau
  haltend  —  losbricht:  „Sag  ihm  mal  Bescheid,
Onkel!  Er  is  der  richtige  Querkopf!  'n  Schafskopf
  is  erl  'n  Roter!  —  Ich  könnt  ihm  das  woll
auch  sagen  —  aber  du  kannst  das  besser.  Ich  hab
doch  keine  Zeit,  mich  alltags  mit  so  was  zu  befassen,
  aber  du  kennst  dich  in  allem  aus,  auch  im  Polit'
  schen!“  —  —

Ja,  er  sennt  sich  wirklich  nachgerade  in  vielem
aus

Siebzehn  volle  Jahre  er

liegt  nun  auf  dem

Unser  Pommerland

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Siechbett.  Aber  noch  heute  würde  er  zu  seinem  al—
ten  geistlichen  Herrn  sagen  können:  „Aufrichtig,

Herr  Superndent,  ich  möcht  jetzt  noch  nicht  sterben!“
Denn  noch  immer  hängt  er  an  all  den  Seinen.  —
Auch  an  den  Gedanken,  die  ihm  kommen  umd  gehen,
  und  an  den  Büchern,  die  er  liest.

Nur  selten  gibt  es  einen  Tag,  an  dem  er  doch
einmal  auf  den  Tod  wartet.

Wie  gutl  denn  vielleicht  hat  er  noch  lange  zu
leben.

Möchte  er  nur  Marieken  nicht  überleben!  —

Von  W.  Puchta,  Pyritz.

In  einer  einfachen,  aber  würdigen  Feier  wurde
am  21.  Juni  das  altehrwürdige  Klostergebäude  erneut
  seinem  ursprünglichen  Zwecke,  Volksbildung  zu
verbreiten,  wieder  zugeführt.  In  sinniger  Weise  leitete
  ein  Lied  des  im  Jahre  1811  in  dem  Klostergebäude
  geborenen  Dichters  F.  Brunold,  sein
„Heidegrab“,  die  Feier  ein,  worauf  Herr  Direktor
Dr.  Ackerknecht-Stettin  das  Wort  ergriff,  um  der
jüngeren  Pyritzer  Schwesterbücherei  die  Glückwünsche
der  älteren  Stettiner  zu  übermitteln.  Er  gab  seiner
Freude  Ausdruck  über  das  viele  Gute,  was  die
Bücherei  bietet,  und  wies  auf  den  derselben  eigenen
Vorzug  der  Intimität,  Uebersichtlichkeit,  Schlichthett
  und  freundlichen  Würde  hin.  Redner  zollte  dem

Herrn  Bürgermeister  Anerkennung  für  sein  der
Sache  gewidmetes  Verständnis  und  Interesse,  ebenso
Herrn  Konrektor  Koeppen  für  seine  zielbewußte
Tatkraft,  die  zur  Gründung  der  Bücherei  führte  und
durch  die  er  seine  Befähigung  zum  Büchereiverwalter
  bewiesen  habe.  Es  sei  klassischer  Boden,  auf
dem  die  Pyritzer  Bücherei  gegründet  sei,  auf  dem
schon  Bischof  Otto  im  Interesse  der  Volksbildung
gearbeitet  habe  und  der  unsere  Bücherei  auch  weiter
  dienen  solle,  für  welchen  Zweck  auch  ferner
Opfer  gebracht  werden  müssen.

Herr  Konrektor  Koeppen  wies  hierauf  in  seiner
Ansprache  auf  die  ersten  Anfünge  der  Pyritzer
Volksbücherei  hin.  Fast  genau  acht  Jahre  seien  es