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her,  daß  die  erste  Volksbücherei  hier  mit  200  Bäm—
den  eröffnet  wurde.  Heute  umfaßt  die  Stadtbücherei
  über  6000  Bände  und  entspricht  damit  der
bei  Gründung  gehegten  Absicht,  etwas  Großes  zu
schaffen.  Redner  leitete  das  ihm  zugewiesene  Ver—
dienst  um  das  Zustandekommen  der  Stadtoücherei
ab  auf  die  städtischen  Behörden,  die  ihm  stets  wohlwollendes
  Entgegenkommen  bewiesen  hätten,  ferner
auf  alle,  die  ihm  selbstlos  bei  der  Einichtung  der
Bücherei  geholfen  haben  und  auf  die  Beratungsstelle
für  Volksbüchereien,  Herrn  Dr.  Ackermann-Stettin.
Alle,  die  am  Zustandekommen  der  Bolksbücherei
gearbeitet  haben,  haben  dies  selbstlos  und  ohne
Entgelt  getan,  aber  sie  haben  sich  Erinnerungspunkte
  am  achtjährige  Volksbildungsarbeit  im
Büchereiwesen  geschaffen,  die  gewiß  wertvoll  sind.
Der  äußere  Ausbau  der  Stadtbücherei  könne  nur
nach  seiner  Vollendung  auf  Jahre  hinaus  so  bleiben,
  der  innere  Ausbau  aber  müsse  weiter  fortgesetzt
werden.  Redner  richtete  zum  Schluß  an  Herrn
Bürgermeister  Nehm  die  Bitte,  die  Bücherei  in  die
Obhut  und  den  Schutz  der  Stadt  Pyritz  zu  übermehmen
  und  knüpfte  daran  die  Hoffnung,  daß  die
Stadtverwaltung  der  Bücherei  auch  weiter  ihr  wohlwollendes
  Interesse  widmen  werde  zum  Segen  der
Stadt  und  aller,  die  von  der  Bücherei  Gebrauch
machen.  Herr  Bürgermeister  Nehm  richtete  Worte
des  Dankes  an  Herrn  Dr.  Ackerknecht.  Dessen  de  ½#
Redner  gespendetes  Lob  gebühre  nicht  ihm,  sondern
  dem  Magistrat,  der  die  Mittel  zur  Eirrichtumg
  der  Bücherei  bewilligt  habe.  Er  dankte  im  besonderen
  Herrn  Konrektor  Koeppen,  der  seinen  Willen
  in  die  Tat  umgesetzt  und  die  städtische  Bücherei
geschaffen  habe.  Die  städtischen  Behörden  könntem
sich  freuen,  eine  Bücherei  zu  haben,  wie  sie  nur

größere  Städte  besitzen.  Mit  der  Einweihung  sei
die  Volksbücherei  zu  einem  Abschnitt,  zu  einem

Höhepunkt  gelangt,  jedoch  nicht  zu  einem  Gipfelpimkt.
  Man  mühsse  ihn  vielmehr  als  den  Rand  einer
sanft  ansteigenden  Höhe  betrachten,  auf  der  man
rüstig  weiter  schreitet.  Gewiß  wird  es  auch  manchen
  geben,  der  einer  Stadtbücherei  und  ihrer  Entwickelung
  gleichgültig  gegenüber  steht,  aber  das  darf
micht  hindern,  in  der  Volksbildungsarbeit  fortzufahren,
  demm  Analphabeten  sind  es  nicht,  die  den
Weltkrieg  führen  und  bisher  siegreich  blieben.  Möge
der  Geist  des  Dichters  Brunold  auf  die  Stadtbücherei,
  die  Redner  der  Leitung  des  Herrn  Konrektor
  Koeppen  anvertraute,  schauen  und  ihm  die
Erkenntnis  bringen,  daß  Rosen  auch  auf  seinem
Grab  blühen.  Damit  war  die  Einweihung  vollzogen.
  Es  erfolgte  eine  Besichtigung  der  neugeschaffenen
  Bücherei,  die  allgemeine  Ueberraschung

Unser  Demmerland

bot  sowohl  über  die  geschmackvolle,  simmige  und  gemütliche
  Einrichtung  der  Räume  wie  über  die
übersichtliche  Anordnung  der  Bücher.  Jedenfalls
ist  mit  ihr  etwas  Hervorragendes  geschaffen  worden,
  wie  es  wohl  keine  Stadt  in  der  Größe  von
Pyritz  aufzuweisen  hat  und  worauf  die  Pyritzer
stolz  sein  können.  Die  reiche  Auswahl  in  Büchern
der  Unterhaltung  und  des  Wissens  wird  für  alle
Bedürfnisse  der  Leser  etwas  enthalten.  Nicht  vergessen
  soll  werden,  zu  erwähnen,  daß  zur  Ausschmückung
  der  Räume  wesentlich  hochherzige  Spender
  zahlreicher  Freunde  unserer  Bücherei  beigetragen
  haben.  Durch  weitgehendes  Entgegenkommen
des  Pommernverlages  zu  Stargard  ist  unsere  Bücherei
in  der  Lage,  in  den  nächsten  Wochen  ein  Verzeichnis
  über  eine  ca.  1000  Nummern  umfassende  Abteilung
  Musikalien  herausgeben  zu  können.  Duorch
diese  Erwerbung  steht  unsere  Bücherei  mit  Ausnahme
  der  Stettiner  einzig  in  der  Provinz  da.  —
Der  Einweihungsfeier  der  Stadtbücherei  voran  ging
eine  Versammlung,  die  den  Zweck  hatte,  das  Verständnis
  für  Büchereiwesen  in  sämtliche  Kreise  der
Bevölkerung  hineinzutragen.  Deshalb  waren  auch
die  Schüler  und  Schülerinnen  der  obersten  Klassen
unserer  höheren  Lehranstalten  eingeladen.  Die  betreffenden
  Zöglinge  des  Seminars  und  die  Schülerinnen
  der  I.  des  Lyzeums  erhielten  darauf  auch
von  ihren  Schulleitern  die  freundliche  Erlaubnis,
der  Einladung  folgen  zu  dürfen  und  waren  auch
vollzählig  erschienen.  In  einleitenden  Worten  hob
Herr  Konrektor  Koeppen  hervor,  wie  hinsichtlich  der
Pflege  des  Büchereigedankens  Pyritz  unter  den
pommerschen  Städten  mehrmals  an  der  Front  zu
finden  gewesen  sei  und  ging  dann  auf  die  gewaltige
  Bedeutung  des  Buches  für  unsere  Kriege  über,
die  so  groß  sei,  daß  man  getrost  deutsches  Buch
und  deutsches  Schwert  als  gleichwertige  Waffe  bezeichnen
  könne.  Den  Hauptvortrag  hatte  Herr  Direktor
  Dr.  Ackerknecht-Stettin.  Herr  Dr.  Ackerknecht,
der  durch  seinen  für  die  Teilnehmer  so  überaus
fruchtbaren  und  anregenden  Kurfus  für  Bücherei-Verwalter
  der  Provinz  Pommern  im  April  dieses
Jahres  zu  Stettin  sich  große  Verdienste  um  die
Förderung  der  Sache,  für  die  er  mit  so  viel  Liebe
und  Verständnis  eintritt,  erworben  hat,  wandte  sich
in  seinen  Ausführungen  vornehmlich  an  die  zahlreich
  erschienenen  Verwalter  kleiner  Büchereien  auf
dem  Lande,  erläuterte  in  grundlegenden  Zügen  das
Wesen,  Vorteile  und  Gefahren  der  Wanderbücherei
und  gab  aus  der  Fülle  seiner  Erfahrungen  mancherlei
  Natschläge.  Mit  gespanntem  Interesse  folgte
die  Versammlung  seinen  lehrreichen  Ausführungen.