Kasernen.  239

Fläckenraum  von  #2  bis  45  Quadraifuss  pro  Kopf,  Platz  finden.  Sie  werden  also  in
Hinsicht  des  Wohnraums  im  Genzen  eben  so  behandelt,  wie  die  Gemeinen.  Den  H
boisten  und  Trompetern  werden  jedoch,  wenn  es  angeht,  eigene  Wohngelasse  zuge.
wissen,  welche  sich  aber  in  Grösse  und  Einrichtung  von  den  Gemeinenstuben  nicht
untersaheiden.

&amp;.  12.  Der  Büchsenmacher  und  der  Sattler  erhalten  jeder  eine  Stube  von  1’  bis
180  Gundrafans  Flächenraum  und  eine  Kochgelegenheit;  der  Büchsenmacher  ausserdem
  zur  Werkstätte,  wo  möglich  im  Souterrain,  ein  helles  Gemach  mit  einem  Heerdfsuer
  und  eine  Kammer  sur  Aufbewahrung  der  Waffen.  "Dem  Kurschmied  kann  ebenfalls
  eine  eigene  kleine  Stube  von  ca.  1QU  Quadratfuss  Flächenraum  gewährt  werden.
Wean  2  bis  4  Kurschmiede  beisammen  wohnen,  so  erhalten  sie  eine  Stube  von  resp.

bis

uss.

6  3%.  Die  Reinlichkeit  in  den  Quartieren  wird  befördert,  wenn  das  Putzen  der
Waffen,  der  Bekleidungs-  und  Lederzeugstücke  nicht  in  den  Wohnstuben  geschieht.
Soweit  daher  dies  Geschlft  nicht  im  Freien  vorgenommen  werden  kann,  ist,  insofern
die  Vertheilung  des  Raumes  es  thunlich  macht,  zu  diesem  Behufe  im  untern  Geschoss

im  Bonterrsin  für  jede  Kompagnie  und  Eskadron  ein  Raum  von  etwa  10)  Quaäratfune
  zu  bestimmen,  anderen  Falls  muss  ein  Theil  des  Bodenraumes  zu  Putzstuben

ä  t  werden,  dass  der  durch  gas  Ausklopfen  und  Putzen  entstehende  Staub
nicht  in  die  Trockanböden  dringt.  jede  Kompagnie  und  Eskadron  werden,  zum
Anfhängen  der  Montirungsstücke,  50  Su  Biechelhaken  angebracht.

%.  39.  Die  Abtritte  werden  auf  dem  Hofe,  nicht  zu  entfernt  von  der  Kaserne
und  mit  Rücksicht  auf  Reinlichkeit  und  Anstand,  also  auch  auf  Trennung  der  Geschlechter,
  angelegt.  Die  Abtritte  für  die  Frauen  müssen  daher  besondere  Far
der  Männer-Abtritt  muss  für  jedes  Bataillon  12  Sitze,  und  ausserdem  noch  eini
sonders  abgeschlagene,  mit  verschliessbaren  Thüren  versehene  Sitze  erhalten,  zu  welchen
die  Schlüssel  dem  Kasernen-Inspektor  und  einigen  andern  Personen,  namentlich  den
Ofleieren,  überlassen  werden.

$.  40.  Die  verschliessbaren  Abtritte,  wozu  auch  die  der  Frauen  gehören,  erhalten
Brillen,  die  Abtritte  der  Soldaten  aber  werden  nur  mit  Lattensitzen  versehen.  —  Zur

der  Reinlichkeit  ist  es  nothwondig,  etwa  1?/,  Fuss  über  den  Sitzen  und
1},  Fuss,  horizontal  gemessen,  von  der  Vorderseite  derselben  entfernt,  einen  Riegel
aus  Kreusholz  zu  legen,  welcher  dem  Sitzenden  ungefähr  gegen  den  Rücken  lie
and  verhindert,  dass  auf  den  Sitz  getreten  und  die  Hinterwand  des  Abtritts  verunreinigt
  wird  Um  dergleichen  Missbräuche  noch  mehr  zu  verlüüten,  müssen  auf  der  oberen
Seite  des  Riegels  eiserne  aufrechtstehende  Spitzen  angebracht  werden

$.  41.  Ausser  den  im  $.  30  gedachten  verschliessbaren  Sitzen  in  dem  Abtrittsgebäude
  auf  dam  Hofe  erhalten  die  Officiere  zu  mehrerer  Bequemlichkeit  für  die  Nachtgeit
  einen  Nachtstuhl  im  ersten  Geschoss  jedes  Kompagniereviers,  der  mit  Rücksicht
anf  Anstand  und  auf  Vermeidung  üblen  Geruchs  im  Gebilude  abgeschlagen  sein  muss.

8.  42.  Um  die  Reinlichkeit  auf  den  Kasernenhöfen,  namentlich  in  den  Winkeln
zu  erhalten,  werden  den  Soldaten  auf  dem  Hofo  besondere  Plätze  angewiesen,  wo  sie
während  der  Tageszeit  das  Wasser  abschlagen  können.  Zur  Einrichtung  eines  solchon
Platzes  werden  etwa  7  bis  8  Fuss  hohe  Brotterwände  in  einem  Winkel  dergestalt  aufin
  dass  die  Leute  beim  Uriniren,  ungesehen  von  aussen,  dahinter  Platz  finden.

ist  zweckmissig,  eine  solche  Anstalt  mit  einer  Mistgrube  in  nahe  Verbindung  zu

na,  indem  der  abfliessende  Urin  mittelst  einer  hölzernen,  verpichten  Rinne  in
dieselbe  geleitet  wird.  Findet  wegen  zu  grosser  Entfernung  die  Verbindung  mit  einer
Mist-  oder  Kothgrube  nicht  Statt,  so  ist  die  Lage  doch  jedenfalls  so  zu  wählen,  dass
der  Urin  nicht  nur  im  Rinnstein  auf  dem  kürzesten  Wege  abfliessen,  sondern  auch
mit  Wasser  nachgespült  werden  kann.  Wo  der  Urin  auf  keine  Weise  abgeleitet  werden
kann,  sind  hinter  den  Verschlägen  Tonnen  aufzustellen,  welche,  so  oft  sie  angefüllt
sind,  gegen  leere  ausgewechselt  und  fortgeschafft  werden.  Doch  ist  dies  nur  als  ein
Nothbebelf  zu  betrachten.  Besonders  aber  ist  es  nötbig,  dergleichen  Gelegenheiten  nicht
zu  wenige,  und  dieselben  den  Ausgängen  des  Gebäudes  so  nahe  anzubringen,  als  es
ohne  Verletzung  des  Anstandes  geschehen  kann,  damit  Verunreinigung  anderer  Stellen
verhätet  werde.

$.  43.  Da  zur  Verhütung  üblen  Geruchs  in  den  Kasernenstuben  den  Soldaten
keine  Nachttöpfe  gegeben  werden,  so  sind  zum  Gebrauch  während  der  Nacht  Gelegenheiten
  innerhalb  Sr  Kas  Kaserne  erforderlich.  Nach  Erfahrung  sind  aber  dergleichen  Urinirplätze
  von  bisher  gewöhnlicher  Einrichtung  dem  Gebäude  nachtheilig,  verbreiten  schädlieben
  Geruch  und.  werden  bei  strenger  Kälte  durch  das  Zufrieren  der  Abfallröhren
unbrauchbar.  Deshalb  darf  die  anlage  derselben  in  dieser  Art  fortan  nicht  mehr
stettänden;  vielmehr  sind  an  eeigneten  Orten  in  jodem  Kompagnierevier  Nachteimer
  Abends  mit  dem  Zap  fonstreic  hinzustellen,  und  Morgens  mit  der  Beveille  fort-