Instruktion  für  Militär-Aerzte  ote,  373

Infanterie,  wenn  die  betreffenden  Individuen  in  ihrer  sonstigen  Körperbeschaffenheit
  sich  für  diese  Truppentheile  vollkommen  eignen;

c.  Verlust  des  linken  Zeigefingers  oder  des  Ringfingers  an  der  rechten
und  linken  Hand  erlaubt  die  Einstellung  bei  der  Infanterie;

d.  nicht  zu  bedeutende  Frostbeulen;

e.  etwas  gekrümmte  oder  sich  zum  Theil  deckende  Zehen;

f.  eine  minder  stark  gebaute  —  jedoch  nicht  platte  und  eingedrückte  —
Brust,  bei  sonst  gesunder  Körperkonstitution  und  guter  Muskulatur  der

Die  Fehler  ad  d.  und  e.  gestatten  die  Einstellung  bei  der  Kavallerie
und  reitenden  Artillerie,  der  Fehler  ad  f.  nur  bei  der  leichten  Kavallerie.

8.  19.  Bezeichnung  derjenigen  Fehler,  welche  im  Frieden

von  der  Einstellung  ausschliesen,  im  Kriege  indess  nicht  in
Betracht  kommen  können.
Zu  den  körperlichen  Fehlern,  welche  zur  Zeit  des  Friedens  zwar  von
der  Einstellung  beim  Heere  ausschliessen  können,  jedoch  während  des
Krieges  und  einer  damit  verbundenen  ungewöhnlichen  Ergänzung  des  Heeres
nicht  in  Betracht  kommen  dürfen,  gehören:

a.  geringer  Grad  von  Schielen  ohne  erhebliche  Beeinträchtigung  des
Sehvermögens;

b.  geringer  Grad  von  Schwerhörigkeit;

c.  Taubheit  auf  einem  Ohre,  ohne  stinkenden  Ausfluss  aus  demselben;

d.  leichte  Grade  des  sogenannten  vollen  oder  Gebirgshalses  (Struma
cellularis),  worunter  eine  Auftreibung  des  Zellengewebes  am  vorderen
Theile  und  an  den  Seitentheilen  des  Halses  zu  verstehen  ist,  insofern  die
Geschwulst  von  weicher  lockerer  Beschaffenheit  und  nicht  bedeutend  gross
ist,  und  sie  mehr  die  Seitentheile,  als  den  vorderen,  mittleren  Theil  des
Halses  einnimmt,  und  dabei  ein  äusserer  mit  der  Hand  angebrachter  leichter
Druck  keine  Beschwerden  im  Athemholen  erregt;

e.  geringe  Grade  des  wirklichen  Kropfes  (Struma  glandularis),  wo
die  Schilddrüse  selbst  geschwollen  ist;  wenn  die  Anschwellung  gering  und
nicht  hart,  der  vordere  Theil  der  Schilddrüse  davon  frei,  und  nur  ein
Horn  derselben  ergriffen  ist,  und  wenn  durch  einen  äusseren  leichten  Druck
keine  Beschwerden  im  Athemholen  herbeigeführt  werden.  (Bei  der  Einstellung
  von  Militärpflichtigen  mit  dem  Gebirgshalse  oder  mit  einem
angehenden  wirklichen  Kropfe,  hat  der  Militärarzt  den  Militär-Präses  der
Ersatz-Kommission  auf  dergleichen  Individuen  aufmerksam  zu  machen,
damit  sie  solchen  Truppentheilen  überwiesen  werden,  die  in  ebenen  Gegenden
  garnisoniren,  wo  die  örtlichen  Verhältnisse  wegfallen,  welche  die
Entstehung  und  Ausbildung  des  Uebels  in  den  Gebirgsthälern  begünstigen;
auch  damit  die  Kleidung  dieser  eingestellten  Individuen  so  eingerichtet
werde,  dass  jeder  lästige  und  nachtheilige  Druck  des  Halses  entfernt  werde,
und  der  Uniformskragen,  falls  derselbe  etwa  nicht  hinlänglich  weit  wäre,
von  ihnen  geöffnet  werden  dürfe.  Unter  Beobachtung  des  Angedeuteten
kann  die  Einstellung  dieser  Leute  —  mit  Ausnahme  der  Garden  —
allgemein  stattfinden,  wenn  sie  ihrer  sonstigen  Körperbeschaffenheit  nach
und  besonders  rücksichtlich  ihres  Brustbaues  sich  zum  Militärdienst  eignen.)

£  einfache  Hasenscharten,  insofern  das  Individuum  sich  keiner  Operation
  unterziehen  will  (cfr.  $.  20,  Anmerkung);

g.  ein  etwas  kurzer  oder  im  Ellenbogengelenk  etwas  gekrümmter  Arm,
wobei  jedoch  die  Bewegung  nach  allen  Richtungen  hin  möglich  ist;