538  Ober-Militär-  Aerzte.

briken  desselben  für  die  monatlichen  Rapporte  zu  einer  viel  kleineren,  dem  militärdienstlichen
  Bedürfnisse  genfigenden  Zahl  zusammen  zu  fassen.  Um  so  nothwendiger
ist  die  weitergehende  Spaltung  in  den  vierteljährlichen  Berichten.

Gäbe  es  auch  eine  streng  systematische  Eintheilung  der  Krankheiten,  gegen  welche
Nichts  zu  erinnern  bliebe  —  die  unabweisliche  Rücksicht  auf  manche  praktische  Fragen
der  Militär-Sanität  würde  dennoch  die  eine  oder  die  andere  Abweichung  nöthig  machen.
Zur  Orientirang  in  dem  gewählten  Schema  wird  die  Bemerkung  genügen,  Sass  nach
den  sogenannten  äusseren  oder  chirurgischen  Krankheiten,  Krätze,  Syphilis,
Vergiftungen,  acute  und  chronische  Dyskrasien  ihre  Stelle  erhalten  haben,  die
übrigen  Krankheitsformen  aber  nach  den  Organen  oder  Organsystemen  abgetheilt
sind.  Die  „Uebersicht“  ist  speciell  genug  gehalten,  um  auf  die  wesentlichsten  wissenschaftlich
  und  militkrärztlich  praktisch  interessirenden  Fragen  statistische  Antwort  zu

ben.  Dazu  kommt,  dass  spätere  Abschnitte  des  Berichtes  Gelegenheit  bieten,  eine
oder  die  andere  Kategorie  durch  weitere  Specialisirung  zu  erläutern

Die  exakte  Ausfüllung  derartiger  Uebersichten  trifft  auf  zwei  Hindernisse,  welche
besonders  erwähnt  zu  werden  verdienen.

Das  eine  ist  die  nicht  selteneKombination  verschiedener  Krankheiten
bei  einem  und  demselben  Kranken.  Es  handelt  sich  z.  B.  um  einen  Kranken,
der  an  Knochenbruch  und  zugleich  anKrätze  leidet.  Die  Uebersicht  soll  nun  über
die  Häufigkeit  sowohl  der  Frakturen,  als  der  Skabies  Auskunft  geben.  Küme  der  Fall
in  beiden  Rubriken  zum  Ansatz;  eo  wHre  die  numerische  Uebereinstimmung  der  Uebersicht
  mit  dem  Quartal-Rapport  gestört.  Dies  wird  vermieden,  wenn  der  Fall  nach  dem
Grundsatze  „a  potiore  fit  denominatio“  in  der  Uebersicht  berechnet,  das  komplicirende
Leiden  dagegen  nur  neben  der  bezüglichen  Rubrik  unter  „Bemerkungen“  (Spalte  m.)
notirt  wird.  So  würde  der  gedachte  Fall  in  der  Rubrik  „HKnochenbruch‘  (l.  Nro.  6)
zu  berechnen,  neben  der  Rubrik  „Krätze“  (l.  Nro.  29)  aber  „14  Nro.  6“  anrumerken
sein.  Dergleichen  Bemerkungen  sind  indess  zu  beschränken  anf  die  Fälle  von  Kombinatiou
  selbstständiger  Krankheitsprocesse.  Eine  Krankheit  —  „Hospitalbrand“  Nro.  10  —
steht  in  der  Uebersicht,  die  nicht  leicht  anders,  denn  als  Komplikation  vorkommen
wird  ie  Kranken,  welche  davon  befallen  werden,  stehen  daher  sämmtlich  bereits
in  einer  anderen  Rubrik.  Irrthümer  bei  der  Berechnung  zu  vermeiden,  wird  es  am
einfachsten  sein,  die  dahin  gehörigen  Zahlen  roth  einzutragen

Das  andere  Hindernies  liegt  in  dem  Umstande,  dass  bei  weiterer  Entwickelung
eines  Krankheitsfalles  die  Diagnose  und  damit  das  nomen  morbi  sich  Mndern  kann,
dass  z.  B.  ein  „gastrisches  Fieber“  als  „Typhus“  sich  herausstellt.  In  den  Krankenlisten
  werden  dergleichen  Aenderungen  natürlich  vermerkt.  Bei  Ausfüllung  der  Quartal-Uebersicht
  soll  nur  die  schliessliche  Diagnose  massgebend  sein,  selbst  wenn  die
vorlänfige  in  einer  der  Monats-Uebersichten  gebraucht  wäre.

Kopf  des  Uebersichtsschema  betrilft,  so  entspricht  die  Rubrik  „Abgang“
der  im  Quartal-  Rapport.  Dagegen  sind  Spalte  I  und  2  des  letzteren  hier  in  die  eine
Spalte  a.  verschmolzen.  Sachlich  eben  so  einfach  ist  die  Rubrik  „Zugeng',  dieselbe
hat  den  „summarischen  Zugen  der  neuen  Kranken“  (Spalte  3  des  Quartal-Rapporte)
nachzuweisen.  Dagegen  ist  diese  Rubrik  den  3  Monaten  des  Quartals  entsprechend
in  3  Spalten  b.  c.  7  abge  theilt.  Ia  den  Korps-Uebersichten  bedürfen  die  Zugangszahlen,
  wenn  sie  mit  der  Wirklichkeit  übereinstimmen  sollen,  derselben  Korrektur,  wie
die  durch  Spalte  5.  für  den  Korpsrapport  gegebene.  Handelt  es  eich  x.  B.  um  den
Bericht  für  das  I.  Quartal  des  Jahres,  und  gingen  dem  Berichterstatter  etwa  im  März
2  Kranke  mit  Schnsswunden  zu  durch  Verlegung  aus  ın  andern  Lazarsthe,  so  hat
derselbe  in  der  Uebersicht  neben  der  Rubrik  „8  unewundent  (1  (1.  Nro.  3)  in  der  Spalte  m.
anzumerken:  „d—2“.  Denn  d.  ist  die  Spalte  für  den  dritten  Monat  des  Quartals.  In
den  Special-Uebersichten  muss  die  Summe  der  so  notirten  Zahlen  entsprechen  der
Summe  in  Spalte  5  des  Quartal-  -Rapports.  In  der  Korps-Uebersicht  fallen  diese  ,
merkungen‘‘  weg,  nachdem  sie  benutzt  worden  sind,  um  ihnen  entsprechend  die  Zahlen
der  berüglichen  Zngangsspalten,  sowie  der  Abgangsepalte  i.  zu  reducire

.  Nor  diejenigen  Todesfälle  sind  hier  aufzunehmen,  welche  das  unmittelbare
—  nicht  durch  einen  Krankheitsproress  vermittelte  —  Ergebniss  des  Unglücksfalles
oder  der  den  Selbstmord  bezweckenden  That  gewesen  sind.  Erfolgte  der  Tod  erst  im
Verlauf  eines  danach  eingetretenen  Krankheitszustandes,  so  findet  dieser  wie  jener
seine  Stelle  in  der  Uebersicht  sub  II.  Im  Schema  ist  eine  weitere  Quertheilung  vorde
  zu  wie  für  den  Quartal-Rapport.  Die  weitere  vertikale  Spaltung  richtet  sich  nach

Zahl  Iver  verschiedenen  Todenweisen,  welche  vorgekommen  sind.

IV.  Die  namentliche  Todtenliste  soll  alle  während  des  Quartals  Verstorbenen
  umfassen.  Dieselben  werden  in  3  durch  die  Ueberschriften  durch  Krankheit
  —  durch  Unglücksfall  —  durch  Selbstmord  —  gesonderten  Gruppen  verzeichnet
  und  zwar  in  einem  selbstgefertigten  Schema,  dessen  Kopf  die  fotgenden  Rubriken