Medicinal-Berichte.  539

in  der  hier  gegebenen  Reihenfolge  enthält:  Lauf.  Nro.  —  Charge  und  Truppentheil  —
Vor-  und  Zunamen  —  .Tag  und  Ort  der  Geburt  —  Tag  dea  Eintritts  in  den  Dienst  —
Tag  des  Erkrankens  —  Todestag  —  Krankheit  resp.  Todesart  —  Bemerkungen.

Die  erwähnten  3  Gruppen,  innerhalb  welcher  das  Datum  des  Todes  die  Reihenfolge
bestimmt,  sind  in  jeder  Liste  durch  die  Ueberschrift  anzudeuten.  Kam  für  eine  oder
die  andere  kein  Fall  vor,  so  kommt  ein  „vacat‘  darunter.  Die  ganze  Liste  wird  durch
diese  Notiz  im  Bericht  ersetzt,  wenn  überhaupt  ein  Todesfall  nicht  vorkam,

In  der  Rubrik  „Bemerkungen“  ist  bei  der  zweiten  Gruppe  über  Ort  und  Anlass
des  Unglücksfalles,  bei  der  dritten  über  den  Ort  und  die  constatirte  oder  wahrscheinliche
Veranlassung  des  Belbstmordes,  wenn  möglich,  Auskunft  zu  geben.

ad  V.  Auch  für  dieses  namentliche  Verzeichniss  ist  ein  Schema  mit  folgenden
Rubriken  zu  fertigen:  Lauf.  Nro.  —  Charge  und  Truppentheil  —  Vor-  und  Zunamen
Tag  und  Ort  der  Geburt  —  Tag  des  Eintritts  in  den  Dienst  —  Tag  der  Entlassungsordre
  —  Grund  der  Entlassung  —  Bemerkungen.  Die  Rubrik  „Tag  der  Entlassungsordre‘‘
  beweist,  das  in  dieses  Verzeichniss  nur  solche  Soldaten  aufgenommen  werden
sollen,  deren  Dierstuntauglichkeit  resp.  Invalidität  im  Laufe  des  Quartals  die  ressort-Ussige

  Anerkennung  gefunden  hat.

Das  Verzeichniss  ist  in  3  durch  die  Ueberschriften:  „Dienstuntaugliche‘  —  „Halbinvalide“
  —  „Ganzinvalide“  bezeichneten  Gruppen  zu  ordnen.

Bei  den  Genzinvaliden  ist  in  der  Rabrik  „Bemerkungen“  der  Grad  der  etwaigen

b  Bei  den  Dienstuntauglichen  ist  ebenda  durch  „i.  B.“
oder  „nicht  i.  B.“  anzudenten,  ob  sie  wegen  des  die  Entlassung  bedingenden  Uebels
in  militKrärztlicher  Bebandlung  waren  oder  nicht.

Bei  den  Rekruten  darunter  ist  zu  bemerken,  ob  sie  freiwillig  in  den  Dienst
traten  oder  in  welchem  Brigadebezirk  sie  ausgehoben  wurden.

ird  erwartet,  dass  die  Militäirärzte  die  Krankheitszustände  und  Fehler,  wegen
welcher  die  Entlassung  erfolgte,  möglichst  genau  angeben,  und  dass  sie  bei  Fehlern,
wie  schwache  Brust,  Kurzsichtigkeit  u.  dgl.,  deren  Grad  messbar  ist,  das  ermittelte
  Mass  anruführen  nicht  versäumen.

I  ie  Bezeichnung  des  Gesundheitszustandes  einer  Truppe  mit  Ausdrücken,
wie  gut,  leidlich  u.  dgl.  ist  werthlos  ohne  statistische  Erläuterung.  Die  Militärärzte
haben  deshalb  ihrem  Urtheile  die  Berechnung  des  Verhältnisses  des  summarischen,  wie
des  Lazareth-Zuganges  zur  Kopfstärke,  in  Procenten  ausgedrückt,  zu  Grunde  zu  legen.

Dass  die  Militär-Aerzte  auf  Einflisse,  wie  die  Veränderungen  der  Temperatur,  der
Witterung,  der  Windrichtung,  der  Elektricität  und  des  Ozongehaltes  der  Luft,  nach
wie  vor  ihre  Aufmerksamkeit  richten,  ist  zwar  nothwendig,  es  wird  jedoch  nicht  erwartet,
  dass  sie  isolirte,  weitläufige  Tabellen  und  Mittheilungen  darüber  ihren  Berichten
einverleiben.  Es  genügt,  wenn  die  Momente  hervorgehoben  werden,  welche  auf  eine
oder  die  andere  Wandelung  dos  Gesundheitszustandes  wirklich  oder  wahrscheinlich  von

Einfluss  waren.  Um  so  eingehender  sind  die  Garnison-  und  sonstigen  Lebeusverhältnisse
  der  Soldaten  mit  Einschluss  der  militärischen  Uebungen  und  deren  Einfluss  auf
den  Gesundheitszustand  zu  besprechen.

An  die  Einstellung  der  Rekruten  pflegt  sich  eine  mehr  oder  minder  erhebliche
Aenderung  des  Verhältnisses  der  Krankenzahl  zur  Kopfstärke  der  Truppen  zu  knüpfen.
In  dem  Berichte  über  das  Quartal,  in  welchem  die  Einstellung  erfolgte,  ist  deshalb
zunächst  die  Zahl  der  eingetretenen  Rekruten  "anzugeben.  Ferner  die  ansteckenden
Krankheiten,  welche  sie  von  Haus  mitbrachten,  nach  Art  und  Zahl.  Die  durch  $.  179
der  Ersatz-Instruktion  vom  9.  December  1853  vorgeschriebene  Untersuchung  aller  Rekruten
  giebt  den  Militlir-Aerzten  Gelegenheit,  sich  ein  Urtheil  über  die  Qualität  des
Ersatzes  im  Allgemeinen  zu  bilden.  Es  wird  erwartet,  dass  sie,  hiervon  ausgehend,
den  Einfluss  beobachten,  welchen  der  militärische  Dienst  auf  die  weitere  körperliche
Entwickelung  der  jungen  Mannschaften  ausübt,  und  dass  sie  darliber  in  ihren  Berichten
Auskunft  geben.

ad  X.  Form  und  Charakter  der  Krankheiten  wird  häufig  verwechselt.  So  ist
nicht  selten  die  Rede  von  dem  Herrschen  eines  *  Krankheits-Charakters,
  obwohl  damit  nur  gesagt  sein  soll,  das  katarrhalische  und  rheumatische
Krankheitsformen  vorzugsweise  häufig  vorkamen.  Derselbe  Krankheitsprocess,  dieselbe
Krankheitsform  verläuft  durchschnittlich  zu  einer  Zeit  gutartiger  oder  bösartiger,
als  zu  einer  andern.  Den  Massstab  für  diese  Seite  des  herrschenden  Krankheitscharakters
  liefern  Verlauf,  Dauer  und  Ausgänge  besonders  der  akuten  Erkrankun
Ausserdem  bat  die  alte  Unterscheidung  —  sthenischer,  erethischer,  asthenisc  er
Krankheitscharakter  —  wegen  ihres  Einfusses  auf  die  ärztliche  Behandlung
im  Allgemeinen  nach  wie  vor  ihren  Werth.  Ob  durchschnittlich  die  Methodus  exspectativa

  ausreiche,  einen  günstigen  Verlauf  zu  erzielen,  ob  allgemeine  Blutentziehungen
eilsam  wirken,  oder  auch  nur  ohne  Nachtheil  ertragen  worden,  ob  im  Gegeutheil