680  A.  Friedens-Lasarethe.

3  Thelle,  d.  b.  ein  grosser  mittlerer  Raum  von  53%  Länge  and  24’  Rreite  (1348  Quadrat-Fuss)
  zur  Aufnahme  der  Kranken,  und  2  Vorrkume  an  jedem  Giebel  von  je  5  Fuss
Länge  und  obiger  Breite,  welche  zum  Aufenthalt  der  Krankenwärter  und  Beiseitestellung
notbwendiger  Utensilien  dienen  sollen,  gethe

8.  2.  Auf  der  langen  Mittellinie  dieser  Grond@kche  stehen  vier  16  Fuss  hohe  Ständer,
je  17  Fuss  von  einander  entternt,  welche  einen  aus  })  Theilen  zusammengeplatisten

321,  Fuss  langen  Balken,  der  über  die  Kussersten  Ränder  ca.  4  Zoll  überstelt,  tragen.
Von  diesen  Rändern  3'/,  Fuss  entfernt,  stehen  auf  jeder  Giebellinie  2  bis  10  Fuss  hohe
Thürstangen,  &amp;  0  Fuss  von  der  Mitte  dieser  Linie.

ber  Balken  und  Tbürstangen  liegt  nun  das  Doppeldach  mit  an  jeder  Beite
8  Ellen  breiter  Dachfläche,  welches  an  jedem  Giebelende  (d.  i.  zwischen  den  beiden
Thürstangen  und  dem  Hussersten  Ständer)  abgekappt  einen  Walm  bildet.  Die  Giebel
sind  durch  die,  an  beiden  kurzen  Dachkanten  angenähten  und  an  der  Walmkante  eingehakten,
  einfachen  Giebelwäinde  geschlossen,  welche  sich  zu  12  Fuss  weiten  Eingänöffnen

  und  durch  angebrachte  Gurtstrippen  geöffnet  erhalten  lassen.  Die  lan

Beiten  di  des  Zeites  schliessen  die  an  den  langen  Dachkanten  unter  den  Fallbiättern  eingebakten,
  einfachen  4  Fass  hohen  Fusswände.  Der  grosse  Lagerraum  für  die  Kranken
wird  von  den  beiden  Vorräumen  durch  je  einen,  von  dem  Kussersten  Ständer  aus  der
Dachspitze  herunterhängenden,  zweitheiligen  Vorhang  a  bpegrin

&amp;.  4.  Das  ganze  Zelt  wird  durch  Sturm-,  Knie-  un  Btrippleigen  gehalten.

8  5.  Im  Kranken-Lagerraum  können  an  jeder  langen  Fusswand  10  bis  I1  Betten,
die  Kopfenden  2  Fuss  von  der  Fusswand  entfernt  und  parallel  mit  dieser  aufgeschlagen
werden,  so  dass  in  der  Mitte  auf  jeder  Seite  der  Ständer  ein  Gangraum  von  4  Fuss
verbleibt.

%.  6.  Im  Mittelstäck  des  Zeitbalkens  wird  eine  kleine  Leitrolle  mit  Klobenschraube
und  an  einem  der  Mittelständer  (in  angemessener  Höhe)  ein  kleiner  Haken  zum  resp.
Aufhängen  und  Festhalten  einer  Laternenschuur  eingeschraubt,  um  während  der  Dunkelbeit
  den  Lagerraum  durch  eine  Laterne  zu  erleu

8.7.  Bestandtheile.  Hiernach  besteht  ein  Krankenzelt  aus:

1  Unterdach  mit  2  Walmen;  1  Oberdach  mit  2  Walmen  und  2  zweitheiligen  Giebelwänden;
  2  langen  Fusswänden;  2  zweitheiligen  Vorbängen;  9  grossen  Sturmleinen
für  die  Ständer,  incl.  1  zur  Reserve;  5  kleinen  Starmleinen  für  die  Thürstangen  incl,
sur  Roserve;  35  Knieleinen  mit  Knebel  incl.  Io  zum  Vorrath;  123  Sirippleinen
incl,  ;,o  zum  Vorrath,  1  dreitheiliger  beschlagener  Balken;  dazu  4  Bolzen  (d.  h,
9  mit  runden,  2  mit  viereckigen  Köpfen);  4  Muttern;  1  Schranbenschlässel;  4  beschlagenen
  Ständern  (unten  mit  Zapfen,  oben  mit  Dorn);  4  Kreuzen  dazu,  4  Thürstangen
  mit  Dornen;  4  Untersätze  dazu;  4  grosse  Puppen  zu  Ständern;  4  kleinere
Puppen  su  Thürstangen;  4  hölzerne  Zelthänmer  mit  Stiel;  20  grossen  Zeltpfllücken  zu
den  Sturmleinen,  incL  4  Stück  zum  Vorrath;  173  kleinen  Zeitpföken  zu  Knie-  und
Btrippleinen  incl.  10  zum  Vorrath,  2  grossen  Zeltbeuteln;  ausserdem  1  Leitrolle  mit
RKlobenschraube  nebst  Schnur;  1  eisernen  Haken  zur  Laternenschnur.

8.  8%.  Aufschlagen  des  Zeltes.  Die  Aufstellung  des  Zeltes  erfordert  den
Flächenraum  eines  Rechtecks  von  mindestens  80  Fuss  Länge  und  40  Fuss  Breite.

Die  88.  0  bis  23  der  Instruktion,  welcher  noch  ein  Grundriss  des  Krankeneeltz
(20)  beigefügt  ist,  beschäftigen  sich  mit  den  Vorschriften,  die  bei  der  Aufstellung  und
bei  dem  Abschlagen  des  Zeltes  zu  beachten  sind.  Ich  übergehe  diese  V
bemerke  nur  noch,  dass  zum  Auf-  und  Abschlagen  das  Zeltes  nach  s  2%:  1  Unterofücier
  als  Kommandirender,  2  Gefreite  resp.  Aufseher  und  24  Mann  erforderlich  sind.

Io  Posen  sind,  wie  aus  einem  Berichte  des  General-Arstes  3.  Armee-Korps  vom

22.  August  1862  (Cirkular  des  Chefs  d  Mil.-Med.-Wesens  v.  9.  Oktober  1862)

hervorgeht,  mit  9  solchen  Krankenzelten  Versuche  gemacht  Die  Zelte  wurden

auf  einem  von  Gras  befreiten  und  6  Zoll  hoch  mit  Kiessand  bestreuten  Platze
aufgestellt;  es  zeigte  sich,  dass  die  Zelte  bei  der  vorgeschriebenen  Art  der  Aufstellung
  nicht  fest  und  sicher  genug  standen,  und  man  befürchten  musste,  sie
würden  bei  stsrkem  Winde  in  sich  zusammenbrechen.  Zur  Herbeiführung  einer
festereun  Konstruktion  wurde  vorgeschlagen:

1)  6  Fuss  lange,  aus  sweizölligen  Boblen  geschnittene  Kopfbänder  swischen  Ständer

  und  Balken  een,  und  so  den  $  Tehlenden  Dreieckverband  in  der  Längenrichtung
  herzustellen

2)  Die  Endständer  statt  anf  die  kleinen  zum  Zelte  gehörigen  Holskreuse,  auf  eine

21  Fuss  lange,  6/3  Zoll  starke  Schwelle  zu  setzen,  und  nachdem  das  Zelt  aufperl,

  Srischen  diesen  Schwellen  uod  dem  Ständer  auf  jeder  Seite  eine  15  Fuss

ge  Strebe  1(3—4  zöllig)  anzuschrauben,  so  dass  dem  Gerüste  des  Zeltes  auch
ae  nero  nach  (gegen  Seitenschub)  eine  sehr  bedeutende  Btandhaftigkeit  ver-6;
