Versorgung  der  Dispeneir  -  Anstalten  mit  Arzneien,  Verbandmitteln  u.  s.  w.  817

Spandau,  denn  es  sind  von  on  10  angek.  Egeln  2  saugf.  gemachte  zur  Applik.  gck.,
al

Landsberg  a.  W.,  -  -  4  -  -  2  -  -
Aschersleben,  -  -.%  -  -  0%  -  _
Jülich,  -  -  87  -  -  352  -  -
Wesel,  -  -  -  -  748  -

und  liegt  hierin  zugleich  die  Aringonde  Aufforderung,  dass  zur  Erzielung  ähnlicher
günstiger  Ergebnisse  der  Pflege  der  ange  vondeten  Blutegel  überall  die  grönstmöglichate
Sorgfalt  gewidmet  werden  möge.  Nach  Massgabe  der  erlangten  Resultate  sind  43  La
zareth-Gehülfen  mit  Remunerationen  bedacht  worden  und  hat  das  Königl.  Milit.-Oekon.-Departement
  zur  Vertheilung  an  dieselben  50  Thaler  bewilligt.  Ausserdem  sind  die
betreffenden  Luzareth-Gehülfen  von  2’  Garnisonorten  für  erlangte  günstige  Resultate
belobt  worden.  Dio  Frage  ad  I2d.  der  Instruktion  ist  nach  den  erstattsten  Berichten
überwiegend  dabin  beantwortet  worden,  dass  der  vierwöchentliche  'Turnus  der  zweckenlaprat
  endere  sei,  und  würde  dieser  daher  den  Lazarethen  allgemein  zu  empfehlen  sein.

1.  Ucher  ein  ungeelgnetes  Verfahren  zur  Erhöhung  der
Temperatur  des  Wassers.  Wie  vernommen,  hat  man  in  einigen  Lazarethen
dem  zu  kalton  Wasser,  um  es  temperirt  zu  bekommen,  heisses  Wasser  hinzugesetst,
was  ein  baldiges  Absterben  der  Blutegel  zur  Folge  gehabt  hat  und  haben  musste,  weil
auf  solche  Weise  dem  Wasser  die  darin  enthaltene  geringe  Menge  atmosphärischer  Luft
entzogen  wird,  welche,  wie  den  Fischen,  so  auch  den  B  Blutegeln  zum  Lebensunterhalt
unerlässlich  nöthig  ist.  Es  steht  in  dieser  Beziehung  auch  ein  Beispiel  im  Grossen
zur  Seite,  wo  der  Wasserdampf  einer  Lokomotive  in  einen  Blutegelteich  abgelassen
worden  das  Absterben  sämmtlicher  Blutegel  zur  Folge  gehabt  hat.

181.  Ueber  von  der  Instruktien  abwelchende  anderwelite
Verfahren,  den  Blutegeln  das  eingesogene  Blut  zu  entziehen,

Das  Lazareth  zu  Spandau  schreibt  das  in  diesem  Lazareth  erlangte  günstige
Resultat  dem  Umstande  zu,  dass  die  Blategel,  ohne  ausgestreift  zu  werden,  so  lange
im  sauren  Bade  belassen  worden,  bis  sie  alles  Blut  wieder  von  sich  gegeben,  wobei
der  noch  Blut  enthaltende  Theil  zum  zweiten  Male  mit  verdünntem  Essig  behandelt
worden  ist.  Wiewohl  nun  desfalls  früher  mit  Mosolwein  angestellte  Versuche  ergeben
haben,  dass  eine  solche  Behandlungsweise  nur  da  mit  Erfolg  anzuwenden  ist,  wo  die
Blutegel  kein  altes  Blut  enthalten,  so  ersuche  Euer  etc.  ich  dennoch,  gefälligst  anzuordnen,
  dass  in  einem  der  grösseren  Lazarethe  des  „ten  Armeckorps  die  'Blutentsiehung
auch  ausschliesslich  in  dieser  Weise  vorgenommen  und  darüber  im  Januar  1861  berichtet
  werde.

b)  Ferner  ist  von  dem  Ober-Stabsarzt  Dr.  Neumann  berichtet  worden,  dass  mittelst
Kochsalz  günstigere  Resultate,  als  mit  dem  verdünnten  Essig  erlangt  worden  sind.
Dass  die  Blutegel  das  Bestreuen  mit  Kochsalz,  selbst  die  Behandlung  mit  verdünnten
Auflösungen  von  Kochsalz  im  Wasser  für  die  Dauer  nicht  vertragen,  indem  hierbei
die  netzartigen  Häute  der  Blutegel  stark  und  noch  weit  mehr,  als  bei  der  Behandl
mit  Essig  angegriffen  werden  und  dadurch  baldiges  Absterben,  im  günstigeren  Falle
das  Entstehen  der  Knotenkrankheit  herbeigeführt  wird,  davon  hat  man  sich  durch  bereits
  früher  angestellte  Versuche  genügen  Überzeugt.  Neuerdings  diesseits  mit  Kochsalz
  angestellte  Versuche  haben  jedoch  ergeben,  dass  wenn  man  gleich  nach  dem  Abfallen
  des  applieirt  gewesenen  Blutegels  die  Mundöffnung  desselben,  —  aber  auch  nur
die  Kusserste  Spitze  des  Kopfondes  —  mit  ein  wen  ig  Bochnale  in  Berührung
bringt  und  daun  sofort  zur  Ausstreichung  schreitet,  eine  solche  Behandlungsweise  ein
günstiges  Resultst  zu  versprechen  scheint.  —  Vermöge  des  durch  das  Kochsalz  hervorgebrachten
  Reizes  verliert  der  Blutegel  die  Kraft  und  Fähigkeit,  die  Mundöffnung
zu  schliessen  und  giebt  unter  diesen  Umständen  das  Blut  ia  Form  eines  feinen  Strahls
sehr  gut  von  sich.  Das  Ausstreichen  muss  hierbei  jedoch  öfter  und  bis  der  Blutegel
alles  Blut  von  sich  gegeben  hat,  wiederholt  werden.  Hierauf  wird  der  Blutegel  mit
Wasser  sorgfältig  abgespült  und  im  Uebrigen,  wie  vorgeschrieben,  behandelt.  Dies
Verfahren  hat  anscheinend  das  Gute,  dass  hierbei  die  netzartige  Hülle  des  Blutegels
nicht  weiter  alterirt  wird,  was  daraus  hervorgeht,  dass  er  gleich  nach  der  Manipulation
  muntere  und  rascho  Bewegungen  im  Wasser  macht,  beim  Schütteln  in  der  Hand
die  kugelartige  Form  sofort  annimmt,  schon  am  andern  Tage  kräftig  saugt,  und  diese
Art  der  Blutentziehung  öfter,  als  die  mit  verdünntem  Essig  zu  ertragen  vermag.  Euer
etc.  ersuche  ich  dioserhalb  ergebenst,  auch  dies  Verfahren  in  einem  andern  der  grösseren
  Lazarethe  des  Armeekorps  ausschliesslich  in  Anwendung  bringen  zu  lassen  und
anzuordnen,  dass  über  die  Resultate  im  Januar  1361  berichtet  werde.

AV.  Ueber  bessere  Conservationz-Metheden  des  Wassers
und  der  darin  aufbewahrten  Biutegel.  In  Bezug  auf  die  Beantwortung
  der  Frage  ad  12e.  der  Instruktion  verdient  die  Mittheilung  der  Lazarcth  -  Kom-Prager,

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