822  B.  Dispensir-Anstalten.

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wolche  Unterschiede  wohl  in  der  Beschaflenheit  der  Bintegel  selbst,  in  dem  sur
servation  mehr  oder  weniger  geeigneten  Wasser,  in  der  Pflege  und  in  der  Behandlung
bei  der  Blutentleerung  su  suchen  sein  dür:

Die  hervorragend  günstigsten  Resultate  sind  im  v.  J.  im  Lazareth  zu  Freystadt,
5.  Korps,  durch  die  in  meinem  Schreiben  vom  %.  August  1861  (im  Original  steht  irrthümlich:
  b.  November  1861)  empfohlene  Methode,  nach  welcher  beim  Ausstreichen
nur  das  Kopifende  des  Biutegela  mit  dem  verdünnten  Essig  In  Berührung  gebracht
werden  soll,  erlangt  worden.  Es  sind  hier  32  Blutegel  135  mal  zur  Applikation  gekommen,
  und  somit  die  Ersparniss  auf  Höhe  von  321  °/,  gebracht  worden,  und  noch
11  Blutegel  davon  lebend  im  Bestando  verblieben.

Im  Hinblick  «uf  diese  Thatsache  erscheint  die  Annahme  gerechtfertigt,  dass  bei
recht  aufmerksamer  Handhabung  der  Bache,  namentlich  dadurch,  dass  das  Ausstreichen
gleich  nach  dem  Abfall  des  Biutegels  vorgenommen  wird,  im  Allgemeinen  noch
grössere  Erfolge  erzielt  werden  können.

Der  Stabsarst  Dr.  Krüger  rühmt  in  Bezug  auf  das  vorgedachte  günstige  Resultat
das  manuello  Geschick  seines  Lararetb-Gehülfen  Wenzel,  der  durch  Liebe  zur  Bache
und  sorgsame  Pflege  der  Blutegel  ein  solches  Ziel  su  erreichen  gesucht  bat  Derselbe
berührt  in  seinem  Bericht  ferner  einige,  auf  sorgsame  Beobachtungen  gegründeteu  Momente,
  die  ich  hier  in  Kürze  folgen  lasse.

„Von  den  in  Freystadt  gangbaren  Wassern  —  hartes  und  sehr  kaltes  Brunuenwasser,
  und  weiches  Wasser  der  Böhrenleitung  —  sa;  letzteres  den  Bilutegela  viel
mehr  zu.  Die  in  Folgs  darin  enthaltener  organischer  Stofle  leicht  eintretende  Fäulniss
desselben  suchte  man  durch  Stückenkohle  zu  beseitigen.

Die  empfohlenen  kleinen  Kieselsteine  worden  auch  bier  für  unerlässlich  nöthig  erachtet,
  nicht  minder  wird  hervorgehoben,  dass  bei  Erneuerung  des  Wassers  darauf  zu
achten  ist,  dass  es  stets  von  der  Temperator  des  Ortes  sei,  an  dem  die  Blutegel  aufbewahrt
  werden,  denn  ein  auffallender  Temperaturwechsel  erschwere  nicht  nur  den
Häutungsprozess  der  Blutegel,  sondern  habe  auch  aufdie  Lebensdauer  derselben
einen  bedeytenden  Einfluss

Wiewobl  an  einigen  Orten  auch  mit  einer  Auflösung  von  Kochsalz  recht  günstige
Resultate  erlangt  worden  sind,  so  scheinen  zu  dem  guten  Erfolge  doch  auch  andere
Ursachen,  wie  z.  B.  die  Aufbewahrung  in  mit  Torf  versehenem  Wasser  etc.  beigetragen
zu  haben.  Dass  der  Bilutegel  das  Kochsalz  für  die  Dauer  nicht  verträgt,  sondern  die
Kootenkrankheit  darnach  bekömmt,  darüber  herrschen  keine  Zweifel  mehr,  und  wird
dieserhalb  auch  nach  anderweit  gemachten  Erfahrungen  vor  der  Verwendung  mit  Hochsals
  gewarnt.  Der  in  verdünnter  Form  hierzu  empfohlene  Essig  ist  übrigens  nach
Ausweis  der  Berichte  für  jetzt  als  das  geeignetere  Mittel  befunden  worden.  In  so  weit
sich  für  jetzt  die  seit  drei  Jahren  aus  der  in  Anwendung  gekommenen  Wiedersaugfüähigmachung
  der  Blutegel  erzielten  Resultate  übersehen  lassen,  dürften  für  die  fernere
  Behandlung  dieser  Angelegenheit  noch  zwei  wesentliche  Momente  su  empfehlen
sein,  und  zwar:

a)  ein  Verfahren,  durch  welches  dem  periodischen  Absterben  nach  der  3.,3.  und
4.  Applikation  möglichst  vorgebeugt  werde;
b)  Arrangements  in  den  Lazarethen,  namentlich  den  gröasern,  zu  treffen,  welche
mit  mehr  Sicherheit  als  zeither  zum  Ziele  führen,  dass  ‚dem  Blutegel
das  ‚  singesogene  Blut  gleich  nach  demAbfall  d
wer

In  Berng  auf  a  will  es  scheinen,  dass  der  Bluteg.]  auch  den  durch  den  verdünnten

Essig  hervorgebrachten  Hautreiz,  namentlich  das  längere  Verweilen  im  Essigbade,  für
die  Daun  nicht  verträgt,  w  weshalb  bier  auf  ein  verkürztes  Verfahren  Bedacht  zu
nehmen  i

Wiewohl  nun  das  empfohlene  Verfahren,  nach  welchem  beim  Ausstreichen  nur  das
Kopfende  des  Biutegels  mit  der  sauren  Flüssigkeit  in  Berührung  gebracht  wird,  wohl
geeignet  erscheint,  einen  solchen  Zweck  zu  erreichen,  auch  das  vorangeführte  Beispiel
den  Beweis  liefert,  dass  auf  diese  Weiss  weit  günstigere  Resultate,  als  bei  dem  längeren
  Verweilen  im  En  Fr  erlangt  werden,  so  erfordert  dasselbe  doch  immer  ein
gewinnen  ma.  manuelles  Geschick,  welches  nicht  bei  allen  Lazarethgehülfen  beansprucht
werden

Der  Oberstabs-Apotheker  Kleist  glaubt,  dase  durch  das  nachstehende,  von  ihm
selber  sur  Ausführung  gebrachte  verkürzte  Verfahren  ein  solcher  Zweck  zu  erreichen