Versorgung  der  Dispensir-  Anstalten  mit  Araneien,  Verbandmitteln  u,  s.  w.  825

von  5  Armoe-Korps  zu  expediren  resp.  ru  bewältigen,  und  dass  namentlich  auch  die
Requisitionen  von  ganz  kleinen  Lazarethen  mit  einer  Menge  von  Gegenständen  in
kleinen  Quantitäten  weseutlich  zu  den  Erschwernissen  beitrügen  Euer  Hochwohlgeboren
  ersuche  ich  unter  diesen  Umständen  ergebenst,  den  bezüglichen  ‚Dispeneir-Anstalten
  Ihres  Korpsbereichs,  worunter  jedoch  nur  Lazarethe  nicht  unter  einem  Bataillon
zu  verstehen  sind,  gefälligst  1  Exemplar  von  den  anliegenden  Arznei-Verzeichnissen
mit  dem  Auftrage  zugehen  zu  lassen,  vorläufig  und  bis  auf  weitere  Ordre  nur  die  zu
den  nicht  konservationsfähigen  Arrncien  gehörigen  Gegenstände,  welche  in  dem  Verzeichniss
  roth  unterstrichen  worden.  aus  der  Arzneireserve  zu  Coblenz  in  nicht  zu  kleinen,
  den  Standgefässen  entsprechenden  Quantitäten  zu  bezieben,  die  kleineren  Dispensir-Anstalten
  ,  worunter  also  Lazarethe  uuter  I  Bataillon  zu  verstehen  sind,  dagegen  gefülligst
  anweison  zu  wollen,  keine  solche  Arzneibeziehungen  von  Coblenz  zu  machen,
sondern  ihren  Arzneibedarf  nach  wie  vor  aus  städtischen  Apotheken  etc.  zu  entnehmen.
In  Zeit  von  4  bis  6  Wochen  wird  ein  anderweites  Arrangement  dahin  getroffen  sein
werden,  dass  sich  die  Dispensir-Anstalten  des  1.  Armee-Korps  aus  der  Arzneireserve
zu  Posen  zu  versorgen  haben  etc.

(Erl.  d.  Chefs  d.  Milit.-Med.-Wesens  vom  15.  December  1858,)  Euer  Hochwohlgeboren
  erwidere  ich  ergebenst  auf  die  in  Ihrem  gefälligen  Berichte  vom  10.
cember  mir  gemachte  Mittheilung  über  die  Erschwernisse  und  Uebelstände,  welche  ach
bei  der  Beziehung  der  Arzneien  für  die  Dispensir-Anstalten  des  1.  Armee-  -Korps  aus  der
Arzneireserve  zu  Cobienz  herausgestellt  haben,  wie  die  hier  zum  Grunde  liegenden
Ursschen  wobl  hauptsächlich  darin  beruhen,  dass  die  Arzneireserve  zu  Cobleuz  von
vornherein  nicht  complet  eingerichtet  war,  auch  zur  Kompletirnag  derselben  erst  diverse
Arzneien  aus  dem  Belagerungs-l.azareth-Depot  zu  Cöln  herangezogen  werden  mussten,
und  dass  dio  Arzneireserre  zu  Coblenz  für  dieDispensir-Anstalten  von  eirca  1'/,Armee-Korps
  mehr  an  Arzneien  abzugeben  hat,  als  die  Arzneireserven  von  Magdeburg,  Posen
und  Münster.  Dieser  letztere  Uebelstand  wird  nach  den  bereits  getroffenen  Anbahnungen
dadurch’  seine  Beseitigung  finden,  dass  die  Arzneireserve  zu  Posen  die  Arzneien  aus
einem  der  Belagerungs-Lazareth:  Depots  des  3.  Armee-Korps  übernimmt  und  sodann  die
Dispensir-Anstalten  des  1.  Armee-Korps  von  Posen  ans  werden  versorgt  werden.  Wie
eine  jede  neue  Einrichtung  Anfangs  auf  Schwierigkeiten  stösst,  so  jet  es  auch  hier  der
Fall,  jedoch  wollen  Euer  etc.  hierbei  gefälligst  erwägen,  dass  zur  AufrNumung  so
grosser  Quantitäten  von  Arzneien  der  Feld-  und  Belagerungs-  Lazarethe  ein  geeigneterer
Modus,  ohne  die  Dispensir-Anstalten  mit  Arzneien  zu  überladen,  nicht  wohl  aufßndig
zu  machen  sein  dürfte,  dass  wenn  wirklich  die  geforderten  Arzneien  lünger  ausgeblieben,
Verlegenheiten  insofern  nicht  eintreten  können,  als  es  den  Dispensir-Anstalten  u
nommen  bleibt,  sich  nötbigenfalls  aus  der  Stadtapotheke  zu  ergänzen,  resp.  Graudenz
seinen  Auftrag  "hierher  abzugeben,  dass  von  anderen  Armee-Korps,  welche  sich  aus
den  Arzneireservon  eu  Magdeburg,  Posen  und  Münster  zu  ergänzen  haben,  bis  jetzt
keine  Beschwerden  hier  eingegangen  sind,  und  danach  anzunehmen  ist,  dass  die  Sache
dort  ihren  geordneten  Gang  ‚genommen  hat,  dass  endlich  aber  die  Lasarethe  anderer
grosser  Militärstaaten  sich  in  analoger  Weise  aus  Arsneiroscrven,  Medikamenten-Depots
  resp.  Central-Apotheken  mit  Arzneien  zu  versorgen  haben,  wie  dies  auch  bei  nns
in  Bezug  auf  das  Garde-Korps,  Posen,  Graudenz  bereits  seit  einigen  Jahren  aus  pharmaceutischen
  Fabriken  geschieht.  Um  Veborladungen  der  yaie  nsir-Anstalten  mit
Arrneien  vorzubeugen,  ist  in  meinem  Erlasse  vom  5.  859  zwar  bestimmt,
dass  sich  die  Dispensir-Anstalten  nur  nach  Massgabe  Pl  Grsne  der  vorhandenen
Standgoflisse  aus  den  Arzneireserven  zu  ergänzen  haben;  wenu  indess  die  grössern  Lazarethe,
  wie  Danzig  und  Königsberg,  von  gangbaren  Arzneien,  wie  Ammon.  muriat.  etc.,
wie  es  auch  ganz  in  der  Ordnung  und  im  finanziellen  Interesse  liegt,  zeither  stets  weit
grössere  Quantitäten  aus  der  Stadtapotbeke  verschrieben  haben,  als  das  kleine  Standgefiss
  aulzunehmen  vermag,  und  danach  angenommen  werden  muss,  dass  in  der  Dispensir-Anstalt
  für  solche  bereits  Reservegefässe  vorhanden  sind,  so  ist  es  selbstverständlich,
  dass  die  genannten  beiden  grösseren  Lazarethe  von  solchen  gebräuchlicheren
Arsneien  gleich  grössere  Quantitäten  auf  einmal  zu  beziehen  haben,  und  sind  für  diese
nötbigenfalls  Reserve-Standgefässe  anzuschaffen.  Ein  unerlässliches  Erforderniss  aber
ist  hierbei,  dafür  Sorge  zu  tragen,  dass  die  Auftrüge  rechtzeitig  erfolgen,  d.  h.  schon
dano  stattfinden,  wenn  von  den  betreffenden  Arzneigegenständen  noch  so  viel  Vorrath
vorhanden  ist,  um  den  Bedarf  auf  3  bis  4  Wochen  davon  bestreiten  zu  können.  Ener
eio.  ersuche  ich  ergebenst,  dies  den  betreffenden  Lazareth-Kommissionen  im  Allgemeinen,

in  epecie  der  zu  Danzig  und  Königsberg,  gefälligst  mittheilen  zu  wolleu.  Was  die
reinen  Minerulsäuren  Acid.  muriatic.  und  Acid.  nitric.  anlangt,  so  ist  es  auf  Antrag
des  Herrn  General-Arztes  Dr.  Richter  nachgegeben  worden,  solche  nicht  zu  versenden,
sondern  an  Ort  und  Btelle  verbrauchen  zu  lassen,  wiewohl  sie  bei  sonst  guter
peckung  mit  Kork  verschlossen  versendbar  sind.  Ener  etc,  wollen  die  betreffenden