832  B.  Dispensir-Anstalten.

rad.  Sarsaparillae  c.  fortan  und  his  auf  Weiteres  aus  der  Dispensir-Anstalt  des  Garnison-Lazareths
  zu  Berlin  in  der  Kirschallese  zu  entnehmen.

Wundheilmittel  des  Dr.  Massalien.  21.  (Cirkular  an  die  sümmtlichen  Militär-Aerzte
  vom  10.  December  181%  ad  4.)  Des  Königs  Majestät  haben,  in  Folge  einer
Immediat-Vorstellung  des  praktischen  Arztes  Dr.  Massalien  zu  Goldberg  in  Schlesien,
zu  befehlen  geruht,  ein  von  demselben  angerübmtes  Geheimmittel,  wodurch  die  starke
Blutung  und  Entzündung  bei  Wunden  verhindert  würde,  der  Prüfung  zu  unterwerfen.

ist  zu  diesem  Ende  in  der  Charitö  zu  Berlin,  unter  Aufsicht  des  inzwischen  verstorbenen
  Geheimen  Medicinalrathes  Dr.  Kluge  und  des  dirigenden  Arztes  der  Abtheilung
  für  Husserlich  Kranke,  General-Arztes  Dr.  Grimm,  das  Mittel  während  100  Wochen
in  ha  geeigneten  Krankheitsfällen  von  dem  Dr.  Massalien  selbst  angewendet,  und  sind
die  Kranken  von  ihm,  jedesmal  im  Beisein  des  Assistenz-Arztes  der  Abtheilung,  Stabs-Arztes
  Dr.  Grunow,  besucht  worden.  Aus  diesen  Kurversuchen  bat  sich,  nach  den
darüber  genau  geführten  Journalen,  als  Resultat  Folgendes  ergeben:  das  Massalien'sche
Mittel  entspricht  zwar,  in  Hinsicht  auf  Blutstillung,  der  angerühmten  Wirkung  nicht,
hat  wenigstens  keine  besonderen  Vorzüge  vor  anderen,  schon  bekannten  blutstillenden
Mitteln;  dagegen  erweist  es  sich  bei  Verletzungen  allerdings  heilkräftiig  zur  Mässigung
  der  Entzündung  und  deren  Folgen,  und  kommt  in  dieser  Beziehung  dem  Eiswasser
sehr  nahe,  jedoch  mit  dem  Unterschiede,  dass  es  einerseits  nicht  ganz  so  tief  einwirkt,
als  dieses,  andererseits  aber  auch  weder  Erkältungen,  noch  Blutstauungen  nach  anderen
Körpertbeilen  veranlasst.  Diesemnach  gewährt  es  Vorzüge  bei  mit  bedeutenden  Quetschungen
  und  mit  Zerreissungen  der  Weichtbeile  verbundenen  Verletzungen  solcher  Individuen,
  die  mit  Gicht  und  Rheumatismen  behaftet  sind,  oder  Neigung  zum  Bluthusten
oder  Anlage  zum  Blutschlagfluss  haben,  oder  die  in  der  Menstruation  begriffen  sind.
Für  sich  allein  hat  es  jedoch,  zur  Bekämpfung  der  Entzündung,  nur  in  den  zur  Behandlung
  gekommenen  leichteren  Fällen  ausgereicht,  in  den  wichtigeren  mussten  daneben
  noch  innerlich  entzündungswidrige  Mittel  gereicht,  einige  Male  sogar  Aderlass
und  Blutegel  in  Anwendung  gebracht  worden.  Im  Sommer  und  namentlich  im  Kriege,
gewährt  es  für  das  theure  und  bei  einer  grösseren  Zahl  Verwundeter  nicht  genügend
oder  gar  nicht  zu  beschaffende  Eis  einen  wünschenswerthen  Ernatz.  In  Folge  des,
demgemilss  Allerhöchsten  Orts  erstatteten  Berichtes,  haben  des  Königs  Majestät  dem
Dr.  Massalien  eine  angemessene  Entschädigung  für  die  Angabe  der  Bestandtheile  und
der  Zubereitung  des  Geheimmittels  zu  bewilligen  geruht,  wonach  derselbe  das  Mittel
zum  allgemeinen  Gebrauche  in  dafür  geeigneten  Füllen  überlassen  und  die  Zusammensetzung
  und  Zubereitung  desselben,  wie  folgt,  mitgetheilt  hat.

Bp.  uminis  crudi  uncias  sedecim,
Ferri  sulphurici  uncias  octo,
Cupri  sulpburici  uncias  quinque,
eruginis  unciam  dimidiam;
fiat  pulvis  et  misce;  tunc  liqua  simul  leni  calore;  refrigeratis  ot  pulveratis
admisce:  Pulveria  radicis  belladonnae  drachmas  duas,
Pulveris  ligni  santali  rubri  unciem  unam,
Ammonii  muristici  unciam  dimidiam
Misce  intime  et  fiat  pulvis  subtilissimus.

Von  diesem  Pulver  wird  1  Theil  mit  30  Theilen  Wasser  gemischt  und  als  kalter
Umschlag  angewendet.  —  Das  Pulver  der  Belladonna-Wurzel,  welches  nach  der  Versicherung
  des  Dr.  Massalien  den  Hauptantheil  der  sedativen  Eigenschaft  des  Wundheilmittels
  hat,  muss  mit  dem  Sandelholzpulver  innigst  gemischt  werden.  Es  bekomme

urch  mehr  Berührungspunkte  und  sei  letzteres  ein,  bei  der  Zusammensetzung  des
Mittels  nicht  wegzulassender  Bestandtheil.

Heftpflaster.  22.  Das  Heftpfaster  ist  in  den  Dispensir-Anstalten  (Cirkular  v.
22.  November  1823  ad  8  an  die  sümmtlichen  Militär-Aerzte)  vorräthig  zu  halten,  und
haben  die  MilitKr-Aerzte  derauf  zu  sehen,  dass  davon  immer  auf  ein  halbes  Jahr  Vorrath
  vorhanden  ist,  weil  es  durch  seine  eintretende  härtere  Beschaffenheit  in  seiner
klebenden  Eigenschaft  gewinnt,  Es  muss,  unstatt  desselben,  nicht  das  Emplastrum
lithargyri  compositum  als  Heftpflaster  angewen.et  werden.

23.  In  den  letzten  Jahren  wurde  das  Heftpflaster  in  grossen  Qnantitäten  im  Garnison-Lasareth
  in  der  Kirschalloee  zu  Berlin  bereitet  uud  dann  an  die  grossen  Laszarethe
  der  Provinzial-Armee  Korps  zur  Kompletirung  resp.  Sicherstellung  des  Bedarfs
an  Heftpflaster  für  die  Feld-  und  Festungs-Belagerungs-Lazarethe,  sowie  zur  Bestreitung
  des  Verbrauchs  in  den  Lazareth-Dispensir-Änstalten  versandt,  von  denen  sich  die
kleineren  ihren  Bedarf  aus  einem  grössern  Lazareth  entnehmen.  (Erl.  des  Chefs  des
Mil.-Med  -Wesens  v.  8.  März  1951,  16.  März  1857  u.  a.  w.)

241.  (Eıl.  d.  Chefs  d.  Mil.-Med.-Wesens  v.  22.  August  1861.)  Ener  Hochwohlgeboren
  benachrichtige  ich  ergebenst,  wie  das  Kgl.  Mil.-Oel.-Depart.  beschlossen  hat,