838  B.  Dispensir-Anstalten.

e  gefunden,  auch  in  den  Lignidationen  der  Apotheker  der  derselben  entsprechend
höchnte  Preis  von  12  bis  16  Bgr.  pro  Pfund  liquidirt  wird,  während  die  geringeren
Borten  Mecca,  Tenevelly  etc.,  welche  im  Preise  von  5!j,  bis  7'j,  Sgr.  pro  Pfand  im
Handel  geführt  werden,  binführo  nicht  acceptirt  werden  können.  Endlich  ersuche  ich
Euer  etc.  ebenmässig,  gefälliget  anordnen  zu  wollen,  dass  bei  Entnahme  von  ganzer
Rhabarber  die  Stücke  in  2  Hälften  getheilt  geliefert  werden,  weil  sich  nur  im  Bruch
die  gesunde  kräftige  Waare  von  der  schlechten  unterscheiden  IKast.

Ueber  die  Bereitung  einzelner  Arzneiformen.

Dekokte  und  Infusionen.  31.  (Cirkular  an  die  simmtlichen  Militär  -  Aerzte
vom  22.  November  IN23  ad  4.)  Die  Dekokte  und  Infusa  sind,  zur  Erleichterung  der
Arbeiten  in  den  Dispensir-Anstalten,  nach  keiner  andern,  als  der  in  Pharmacop.  milit.

gegebenen  Vorschriften  zu  bereiten.  Will  der  Arzt  sie  stärker  oder  schwächer  benutzen,
so  ist  im  ersteren  Falle  die  Donis  zu  vergrössern,  im  letzteren  Falle  aber  die  Verdünnung
  durch  Wasser  zu  veranstalten.

32.  (Cirkular  an  die  General-Aerzte  vom  7.  November  1356.)  Es  int  der  Fell  zu
meiner  Kenutniss  gekommen,  dass  aus  Bequemlichkeit  des  Heizers  und  in  Folge  man-Außsicht

  der  Volontär-Pharmaceuten  der  Dampf-Apparat  in  einer  Militär-Dispensir-Anstalt
  so  schwach  feuert  worden,  dass  das  Wasser  im  Kupforkasten  nicht
sum  Kochen  und  zur  Entwickelung  von  heissen  Wasscrdämpfen  gelangte,  ferner  aber
auch  das  Decoct.  Zittmanni  nicht  die  erforderliche  Zeit  in  dem  Dampf-Apparat  belassen
worden  ist,  so  dass  bei  diesem  Verfahren  vorschriftsmässig  bereitete  Dekokte  und  Infasionen
  nicht  erlangt  werden  konnten.  Es  hat  mir  dieserhalb  nöthig  geschienen,  allgemeine
  Bestimmungen  über  die  Bereitung  von  Dekokten  nnd  Infusionen  auf  Dampfapparaten
  zu  erlassen,  welche  Euer  Hochwohlgeboren  ich  mit  dem  ergebensten  Ersuchen
in  der  Anlage  flbermache,  solche  den  Lazareth-Kommissionen  derjenigen  Dispensir-Anstalten,
  welche  bereits  mit  Dampf-Apparaten  versehen  sind  und  später  noch  damit  werden
ausgestattet  werden,  gefälligt  mit  dem  Auftrage  zur  Nachachtung  mittheilen  zu  wollen,
dass  davon  eine  Abschrift  entnommen  und  in  der  Dispeusir-Anstalt  deponirt  werde.

Bestimmungen  über  die  Bereitung  von  Dekokten  und  Infusionen
auf  Dampfapparaten.

Es  ist  als  feststehonde  1  darauf  zu  achten,  dass  bei  der  Bereitung  von  Dekokten
und  Infasionen  das  im  Kupferkasten  befindliche  Wasser  stets  ao  stark  im  Kochen  erhalten
  werde,  dass  sich  Wasserdämpfe  durch  die  Dichtungsränder  drängen,  reichlich
destillirtes  Wasser  gewonnen  wird  und  der  Kupferkasten  „tete  mindestens  bis  zur
mit  Wasser  gefüllt  sei;  denn  nur  dann  können  die  Dekoktgeflisse  diejenige  Tem
ratur  erlangen,  welche  zur  gehörigen  Extrahirung  der  Ingredienzien  erforderlich  ist.
1)  Gewöhnliche  Dekokte  werden  '/,  Stunde  lang  der  Einwirkung  der  heissen  Wasserdämpfe
  ausgesetzt.  Während  dieser  Zeit  wird  der  Inhalt  der  Büchse  mehrere  Male
gut  durcheinander  gerührt  und  demnächst  gleich  heiss  colirt.  Schreibt  der  Arzt
vor,  dass  gegen  das  Ende  der  Operation  noch  eine  andere  Substanz  zugesetzt  werden
soll,  so  geschieht  dies,  nachdem  die  Büchse  25  Minuten  den  Dämpfen  ausgesetzt  gewesen
ist.  —  2)  Decocto-Infusa  werden  bereitet,  indem  man,  nachdem  das  Dekokt  die  vorgeschriebene
  Zeit  hindurch  den  Wasserdämpfen  ausgesetzt  gewesen  ist,  zum  heissen
Inhalt  der  Büchse  die  zu  infundirende  Substanz  zusetzt,  sorgfältig  umrübrt,  die  Büchse
wiederum  verschliesst  und  zum  Abkühlen  zur  Seite  stellt.  Wenn  der  Inhalt  derselben

völlig  erkaltet  ist,  wird  colirt.  —  IR  Wird  ein  Decoctum  concentratum  oder  concentretissimum
  verschrieben,  so  lässt  man,  um  das  erstere  zu  bereiten,  die  Büchse  °;,  Stunden,
und  um  letzteres  zu  bereiten,  1  Stunde  den  Wasserdämpfen  ausgesetzt,  ohne  dass

zu  kochende  Substanz  vermehrt  wird.  —  4)  Die  Infusa  werden  auf  die  gewöhnliche

Weise,  nämlich  durch  Uebergiessen  der  Substanz  mit  kochendem  Wasser,  Umrühren
des  Inhalts  der  Büchse,  Verschliessen  und  Hinstellen  derselben  bis  zum  völligen  Erkalten
  und  Coliren  des  Inhalts  bereitet.  Wird  hierzu  heisses  Wasser  aus  dem  Theekessel
  des  Dampfapparats  verwendet,  ao  muns  dio  Büchse  noch  während  5  Minuten
den  Wasserdämpfen  ausgesetzt,  und  dann  crst  zur  Abkühlung  bei  Seite  gestellt  werden.
Bei  einem  Infusum  concentratum  wird  die  zu  infundirende  Substanz  um  die  Hälfte,
bei  einem  Infusum  concentratissimum  um  das  Doppelte  vermehrt.  —  5)  Bei  der  Bereitung
  des  Decoctum  Chinae  cunı  Acido  muriatico  (cfr.  ad  34)  wird,  nachdem  die  China
zuvor  vorschriftamässig  eine  Nacht  hindurch  macerirt  worden,  die  Porcellanbüchse  mit
dem  Inbalte  4  Stunden  den  heissen  Wasserdämpfen  ausgesetzt  und  der  Inhalt  öfter
ungerlihrt  —  6)  Bei  der  Bercitung  des  Decoctum  Zittmanni  ist  die  Radix  Earsaperillae
  zuvor  in  einem  Steintopf  mit  der,  der  Colatur  entsprechenden  Menge  Wasser
2  und  auf  dem  Dampfapparst,  da  wo  sich  eine  warme  Stello  darbietet,
Stunden  va  zu  digerir  Soll  demnächst  zur  Kochung  geschritten  werden,  so  erfolgt