Versorgung  d.  Dispensir-Anstalten  mit  Arzuneien,  Verbandmitteln  u.e..w.  839

die  Heirung  des  Dampfapparats  Morgens  A  Uhr  und  wird  der  Cylinder  mit  Inbalt  ununterbrochen
  4  Stunden  der  Einwirkung  der  heissen  Wasserdämpfe  aurgesetzt  und

Dampfapparat  entfernt,  nach  Verlauf  von  ';,  Stunde  die  Species  mit  der  Flüssigkeit
nochmals  gut  vermischt  und  nachdem  sie  im  Ganzen  I  Stunde  infundirt,  wird  zur
Colatur  geschritten.  Bei  dem  Decoctum  mitius  werden  die  Species  gleichfalls  ununterbrochen
  4  Stunden  der  Behandlung  im  Dampfapparat  unterworfen  und  in  Betreff  der
Infundirung  der  Species  in  gleicher  Weise  wie  vorbemerkt  verfahren.

(Cirkular  an  die  General-Aerzte  vom  20.  März  13957.)  Tinktaren  und
Salben.  Es  ist  bereits  in  dem  den  Herren  Korps-General-Aerzten  abschriftlich  mitgeibeilten
  diesseitigen  Gutschten  an  das  Königl.  Militär-ODekunomie-Departement  vom

4.  August  1-51  (s.  Dampfkoch-Apparate)  zur  Kenntniss  derselben,  resp.  der  betreffenden
Larzareth-Kommissionen  gebracht  worden,  dass  es  mit  zu  den  Obliegenheiten  der  Volontär-Pharmaccuten
  gehöre,  Salben  und  Tinkturen,  erstere  jedoch  nur  da,  wo  bereit«
Dampfapparate  eingeführt  sind,  selbst  zu  bereiten.  Da  dieser  Bestimmung  hin  und
wieder  jedoch  keine  Folge  gegeben  worden,  so  ersuche  ich  Euer  Hochwohlgeboren
ergebenst,  die  pünktliche  Befolgung  jener  Massregel  den  betreffenden  Königl.  Lazareth-Kommissionen
  gefälligst  besonders  anempfeblen  zu  wollen,  und  in  dieser  Beziehung
gleichzeitig  Folgendes  zu  deren  Kenutniss  gelangen  zu  lassen.

1)  Bei  allen  denjenigen  Dispensir-Anstalten,  wo  Volontir-Pharmaceuten  angestellt
sind,  haben  dieselben  die  gangbaren  Tincturen,  mit  Ausnahme  der  Opium-Tinkturen,
selbst  zu  bereiten.  Es  würden  demnach  hierher  gehören:  Tiuctura  Pomorum  Aurasat.,
Calami,  Arae  foctidae,  Cantharidum,  Cinnamomi,  Digitalis,  Myrrhae,  Resinae  Guajaci,
Valerianse,  Chinioidei,  bereitet  aus  1  Drachne  Chinioideum  und  I  Unze  Spiritus  vini
rectificatissimus,  Tinetura  Jodi,  bereitet  aus  43  Gran  Jod  und  I  Unze  Spiritus  vini
rectificatissimus.  Letztere  wird  nicht  ältrirt,  sondern  der  etwaige  Bodensatz  durch  Absetzen
  „und  Abgiessen  der  klaren  Tinktur  entfernt.  Die  Tinktur  wird  in  einer  mit
Flasche  aufbewahrt.

2)  ah.  saponat.  etc.  Zum  Filtriren  der  Tinkturen  sind  die  eigens  konstruirten
zweckmässigen  Filtrirtrichter  von  Blech  bei  den  betreffenden  Dispensir-Anstalten  einzufübren
  und  durch  den  Medicinalstab  der  Armee  zu  beziehen.

3)  Bei  solchen  Dispensir-Anstalten,  welche  bereits  mit  Dampfapparaten  versehen
sind  oder  später  damit  werden  vorsehen  werden,  haben  die  Volontär-Pharmaccuten  ausserdem
  auch,  mit  Ausnahme  von  Ungt.  Hydrargyr.  ciner.,  die  gangbaren  Salben,  als:
Un  t.  basilicum,  plumbicum,  simplex,  Rorismarini  compos.,  Sapo  terebinthinatus  etc.

em  zum  Dampfapparat  gehörigen  Salben-Cylinder  von  Steinmasse  selbst  zu  bereiten.

4)  Wo  sich  bei  Bereitung  grösserer  Quan  iuen  von  Salben  eine  irdene
schaale  nöthig  machen  sollte,  ist  solche  zu  bercha

5)  Bei  der  Bereitung  von  Ungt.  simpl.  ist  das  ia  der  Militär-  -Pbarmakopoe  vorgeschriebene
  Quantum  Wasser  auf  die  Hälke  zu  ermässigen,  weil  dieselbe  in  Folge  einer
zu  grossen  Munge  Wasser  im  Winter  den  Zusammenhang  verliert,  bröcklich  wird,  im

Sommer  leichter  verdirbt.  —  Main  zur  Bereitung  von  Ungt.  plumbicum  zu  verwendenden
  Ungt.  simpl.  ist  dagegen  gar  kein  Wasser  hinzuzusotzen,  indem  das  dazu  verwendete
  Acet.  plumbicum  schon  Hiureichend  ist,  um  eine  weiche  Salben-Konsistenz  zu
erlangen.

b)  Sowohl  bei  der  Anfertigung  von  Ungt.  plumbic.,  als  beim  Herausnehmen  dieser

Salbe  sus  dem  Standgefäss  sind  keine  eisernen,  sondern  nur  hölzerne  Spatel  zu  vorwenden.
ucr  Hochwohlgeboren  ersuche  ich  ergebenst,  anordnen  zu  wollen,  dass  Abschrift
dieser  Bestimmungen  in  den  betreffenden  Dispensir-Anstalten  deponirt  werde.

34.  (Cirkular  an  die  General-Aerzte  vom  N.  April  1857.)  Decoct.  Chin.  reg.
cum  Acid.  muriat.  paratum.  Die  zu  sauer  befundene  Beschaffenheit  des  Decoctum
Chinae  regiae  cum  Acid.  muriatico  par.  der  Militär-Pharmakopoo  hat  Veranlassung  gegeben,
  zu  ermitteln,  ob  ohne  Beeinträchtigung  des  Gehalts  an  Chinium  muriaticum  in
jenem  Dekokt  das  vorgeschriebene  Quantum  Acid.  muriat.  pur.  zu  ermässigen  sei,  und
zu  dem  Resultate  geführt,  dass  bei  genügend  vorwaltender  Säure  und  bei  Verwendung
einer  Cbins  mit  einem  Chinin-Gehalt  von  IN  Gran  pro  Unze  in  8  Unzen  jenen  Dekokts

leichwohl  !5  Gran  Chinium  mur.  enthalten  sind,  wenn,  anstatt  zwei,  nur  !  Drachme
säure  dazu  verwendet  worden  ist.  Nicht  minder  ist  durch  ärztliche  Versuche  in
verschiedenen  Militär-Lazarethen  festgestellt  worden,  dass  sich  ein  solchos  mit  I  Drachme
Salzsäure  bereitotes  Dekokt  gleich  wirksam  gezeigt,  es  jedoch  zweckmässiger  erscheine,
demselben  unter  Umständen  als  Corrigens  auf  3  Unzen  —  ?  Drachmen  Tinctura  aromatica
  oder  ebensoviel  Tinctursa  Calami  hinruzusetzen.  Da  nun  namentlich  bei  der  Beseitung
  des  gedachten  Dekokts  auf  Dampfapparaten,  wo  in  der  mit  Deckel  verschlos-