840  B.  Dispensir-Anstalten.

senen  Dekoktbüchse  keine  solche  Verflächti  ügung  der  Salzsäure  als  bei  Bereitung  auf
offenem  Feuer  und  dem  Einkochen  von  24  auf  8  Unzen  stattfindet,  aber  auch
im  letzten  Falle  unbeschadet  der  Wirksamkeit  eine  Ermässigung  der  Menge  Salzsäure
eintreten  kann,  ao  erscheint  es  angemessen,  überall  da,  wo  der  Arzt  nicht  etwa  eine

össere  Menge  Balzsäure  für  nöthig  erachtet,  fortan  auf  9  Unzen  jenes  Dekokts  nicht
$  sondern  nur  I  Drachme  Acid.  muriat.  zu  verwenden.  —  Ferner  ist  es  bei  der  häuüigen
  Anwendung  der  Tinctura  Chinoidei  gegen  Wechselfieber,  nach  gleichfella
vorangegangener  ärztlicher  Prüfung,  für  zweckmlesig  erachtet  worden,  die  in  dieser
Tinktur  enthaltenen  Alkaloide  durch  Zusatz  von  einer  halben  Drachme  Acid.  mur.  oder
1  Drachmo  Acid.  sulphur.  dilut.  pro  Unze  zu  neutralisiren,  resp.  in  solche  in  Wasser
leicht  lösliche  Salze  umzuwandeln,  indem  die  Tinktur,  in  dieser  Form  verabreicht,
wirksamer  ist  und  leichter  verdaut  wird.  Euer  Hochwohlgeboren  ersuche  ich  er,
Vorstebendes  gefälligst  zur  Kenntniss  der  Militär-Aerzte  gelangen  zu  lassen  und  ebennlssig
  anordnen  zu  wollen,  dass  hiervon  eine  Abschrift  bei  der  Dispensir-Anstalt  depouirt
  werde  und  dass  überall  da,  wo  Volontär-Pharmaceuten  bei  den  Dispensir-Anstalten
  fungiren,  die  Tinctura  aromatica  von  diesen  selbst  zu  bereiten  sei.

Anhang.
Beschaffung  ete.  der  Pferde-Arzneien,

Ausser  dem  in  dieser  Beziehung  schon  im  ?.  Kapitel  dieses  Theils  sub  rubro:
„Beaufsichti  igung  der  Thierärzte  durch  die  Regiments-Aerzte''  Angeführten  mögen  hier
noch  folgende  Bestimmungen  Platz  finden:

(Cirkular  an  die  General-Aerzte  vom  24.  Februar  1832.)  Den  General-Aerzten
wird,  zur  weiteren  Mittheilung  an  die  Regiments-Aerzte  der  Kavallerie  und  Artillerie,
bekennt  gemacht,  dass  der  Armee,  Seitens  des  Königl.  Kriegs-Ministeriums,  bereits  im
Jahre  130)  die  vom  Professor  Dr.  Schnbarth  herausgegebene  Pharmakopoe  für  Thierärzte
  als  Richtschnur  für  die  Kurschmiede  zugefertigt  worden  ist,  nach  welcher  bis
dahin  verfahren  werden  soll,  wo  die  neue,  der  obersten  Landes-Medicinal-Behörde  im
Entwurfe  vorliegende  thierärztliche  Landes-Pbarmakopoe  erschienen  sein  wird.

9.  (Cirkular  an  die  General-Aerzte  vom  29.  Juli  1850.)  Ea  liegt  in  der  Absicht
des  Königl.  Kriegs-Mininteriums,  den  Kavalleric-  und  Artillerie-Regimentern  resp.
Remonte-Depot«  die  Gelegenheit  zu  geben,  das  den  Thierlirzten  zustehende  Beibrtdinpensiren
  von  Pferde-Arzneien  auch  bei  der  Behandlung  der  Dienstpferde  allgemein  in  Anwendung
  bringen  zn  können.  Nachdem  ein  als  Fundament  hierzu  greigneics  Werk

baffen  und  unter  dem  Titel:  Thierärztliche  Receptirkunde  und  Pharmakopse  im

chhandel  erschienen  ist,  welches  vom  Königl.  Kriegs-Ministeriam  bei  der  Armee  eineführt

  werden  wird,  handelt  es  sich  zunächst  darum,  den  qu.  Truppen  und  Remonte-Depots
  die  Gelegenheit  an  die  Hand  zu  geben,  sich  die  benöthigten  Pferde-Arzneien
in  den  Provinzen  zur  Vermeidung  weiter  Transporte  wo  möglich  zu  ähnlich  billigen
Droguen-  resp.  pharmacentischen  Fabrikpreisen,  wie  solche  hier  in  Berlin  von  den  Inbabern
  der  pharmaceutischen  Fabriken  von  Riedel,  Voigt  und  Beyrich  geliefert  werden
würden,  zu  beschaffen,  und  »teht  zu  erwarten,  dass  in  jedem  Armee-Korps  der  eine
oder  der  andere  Apotheker  sich  zur  Uebernahme  einer  solchen  Lieferung  gern  bereit
finden  werde.  Euer  Hochwohlgeboren  übersende  ich  zu  diesem  Behufe  einige  über  die
Preise  für  solche  in  der  thierärztlichen  Praxis  gebräuchliche  Arzneien  lautende  Preis-Kourante
  des  Apothekers  Beyrich  nebst  einem  Auszuge  von  denjenigen  Formeln,  welche
nach  der  Pharmakopoe  für  die  Rossärzte  nach  abweichenden  Vorschriften  bereitet
werden,  mit  dem  ergebensten  Ersuchen,  einige  von  den  Ihnen  zur  Uebernahme  einer
solchen  Lieferung  geeignet  scheinenden  Apothekern  hierüber  gefälligst  befragen  zu
lassen  und  mir  von  dem  Resultat  Ihrer  Ermittelungen  wo  möglich  bis  zum  0.  August  1856
Mittheilung  machen  zn  wollen.  Sollten  die  hierauf  reflektirenden  Apotheker  die  Lieferung
  etwa  nicht  zu  den  im  Preis-Kourant  bemerkten  Preisen  übernehmen  wollen,
sondern  eine  Erhöhung  jener  Preise  beanspruchen,  so  würde  es,  um  den  Truppen  ein
Fundament  zur  Revision  zu  geben,  ‚gut  sein,  wenn  die  Preiserhöhung  durch  Procente
ın  Form  eines  A

3.  (Kriogrministerieller  Erlass  vom  3.  Mei  1857.)  Die  durch  kriegsministeriellen
Erlass  vom  ®.  December  135  emanirte  Thierärztliche  Receptirkunde  und  Pharmakepee
enthält  Seite  167  auch  ein  Verzeichniss  der  Arzneien,  Utensilien  und  sonstigen  Bedürfnisse,
  mit  welchen  der  Pferdearzueikasten  einer  Eskadron  resp.  Batterie  aunzurüsten
ist.  Ob«chon  die  Batterien  und  Kolonnen,  ebenso  wie  der  Ponton-  und  Proviant-Train
mit  diesen  Feldausrüstungsstücken  längst  versehen  sind,  so  entbehren  doch  die  Karallerie-Regimenter
  resp.  deren  Eskadrons  bisher  noch  eines  Pferdearzneikastens,  welcher,
auf  den  geriugen  Raum  des  Packkarrens  berechnet,  möglichst  klein  und  leicht,  jedoch
auch  standhaft  genug  konstruirt  ist,  um  darin  im  Kriege  die  vorgeschriebenen  Medi-