Versorgung  mit  Arsneien  u.  Verband.  auf  Märschen,  im  Kriege  et.  0929

in  jener  Denkschrift  —  mit  welcher  bereits  die  Lazareth-Kommissionen  durch  die
Königl.  Intendanturen  beauftragt  worden  sind  —  auch  Ihrerseits  nach  Kräften  fördern
und  mit  derselben  und  ihrer  ordnungsgermässen  Benutzung  beim  Gebrauche  der  Kasten
die  ihnen  untergebenen  Hülfsürzte  und  Lazareih-Gehülfen  gehörig  vertraut  machen.

8.  (Cirkular  an  die  Generalärzte  vom  ?1.  April  1355.)  Da  die  Unterbringung
der  auf  der  Anlage  BB.  der  Instruktion  über  die  Versorgung  der  Armee  mit  Arzneien
und  Verbandmitteln  vorgeschriebenen  Verbandstücke  in  den  kleinen  Medicin-  und  Bandagenkasten
  für  die  einzelnen  Batterien,  Kolonnen  etc.,  wegen  der  Beschränktheit  des

es  in  diesen  Kasten,  mit  Schwierigkeiten  verbunden  ist,  und  diese  durch  die
Hiuzufügung  einer  1Nelligen  Flanellbinde  zu  den  darin  unterzubringenden  Verbandmitteln
  vermehrt  worden  sind;  so  ist  auf  Veranlassung  dos  Chefs  des  Milit.-Medicinal-Wesens
  der  Versuch  gemacht  worden,  die  in  Rede  stehenden  Verbandmittel  in  jenen
Kasten  ordnungsmässig  und  zweckentsprechend  zu  verpacken,  und,  nachdem  dieser
Versuch  gelungen,  eine  Anleitung  zur  zweckmässigen  Packung  der  mehr  erwähnten
Kasten  entworfen  worden,  welche  den  Korps-  Generalärzten,  zur  Kenntnisanahme  und
weiteren  Mittheilung  und  Veranlassung,  in  Abschrift  übersendet  wird.
Ueber  die  Packung  des  Medicin-  und  Bandagenkast  einer  Batterie,

Pionier-Kompagnie  etc.

Der  Mediein-  und  Bandagenkasten  einer  Batterie  etc.  zerfällt  zur  Aufnahme  der
in  demselben  fortzuschaffenden  Arznsien  und  Verbandmittel  in  3  Hauptabtheilungen,
und  zwar  A.  in  einen  untern,  im  Grunde  des  Kastens  befestigten  Einsatz,  B.  in  einen
oberen,  herauszunehmenden  Einsatz  und  C.  den  Deckel.

A.  Unterer,  im  Grunde  des  Kastons  befestigter  Einsatz.

Raum  1.  nimmt  die  zu  Arzneien  bestimmten  Gläser  und  Porzellankruken  in  seinen
genau  bezeichneten  und  vorgeschriebenen  Fächern  auf.

Raum  ”  enthält  2  Lagen.  Dice  untere  umfasst  die  4,  mit  der  vorschriftsmässigen
Menge  von  Thee  gefüllten  Beutel,  die  von  vorn  nach  hinten  so  neben  einander  liegen,
dass  sie  die  ganze  Länge  des  Raumes  cinnehmen,  dabei  aber  nicht  höher  als  3'/2  Zoll
sind.  Von  der  oberen  Lage  bilden  die  hintere  Hälfte  2  vielköpfige  Binden,  nach  der
Breite  des  Raumes  zusammengelegt,  und  darüber  1  Suspensoriam,  flach  gelegt.  Die
vordere  Hälfte  dieser  Lage  entbält  unten  das  andere  Suspensorium,  darüber  liegend  die
10ellige  Zirkelbinde,  2  sechsellige  und  3  vierellige  Binden,  wie  es  die  Figur  A.  zeigt
(in  den,  dem  Cirkulare  beigefügten  Zeichnungen,  welche  mir  nicht  zugüngig  gewesen
sind,  ohne  welche  jedoch  auch  die  Verfügung  vollkommen  verständlich  ist).

B.  Oberer,  her  h  der  Einsatz.

Raum  I  enthält  in  den  dazu  angebrachten  Vertiefungen  das  vordere,  zinnerno
Stück  der  Kiystierspritze,  Löffel,  Messer,  Spatel

Raum  2  enthält  die  Kiystierspritze,  deren  hörnorne  Kanüle  im  ausgehöhlten  Griffe
steckt,  und  2  Injektionsspritzen.  (So  lange  die  Medicinkasten  ungebraucht  in  den
Dispensir-Anstalten  sich  befinden,  sind  die  in  dieselben  gehörigen  Klystier-  und  Injektionsspritzen
  mit  ausgezogenen  Stempeln  aufzubewahren,  weil  sonst,  wenn  diese
Spritzen  lange  Zeit  ungebraucht  liegen,  die  Stempel  in  denselben  zuweilen  adhärent
werden.  Wenn  aber  auf  dem  Marsche,  wo  ein  Ausziehen  der  Stempel  aus  den  Spritzen
nicht  ausführbar  ist,  Solches  eintreten  sollte,  so  pflegt  der  Stempel  durch  Eintauchen
der  Spritze  in  heisses  Wasser  sogleich  wieder  gangbar  zu  werden.  —  Cirkular  an  die
sämmtlichen  Militär-Aerzte  vom  I4.  December  1330  ad  3.)  Der  unter  dem  erhöht  lieenden

  Theile  der  Kiystierspritzo  befindliche  Raum  wird  zur  Aufbewahrung  des  in
tangen  vorhandenen  Pflasters  verwendet.

Raum  3.  In  denselben  wird  !/2  Pfund  alte  Leinwand,  deren  einzelne  Stiicke  genau
nach  der  Form  ‚des  Raumes  gelegt  und  sorgfältig  geglättet  sind,  gebracht.  Sie  füllt
en  Raum  nur  so  weit,  dass  das  dahin  gehörige  Pistill  sehr  bequem  oben  auf  liegt.

Raum  4  enthält  den  Mörser  und  in  demselben  liegend  das  Tourniquet.  Die  Medieinkorke
  finden  einen  angemessenen  Platz  neben  dem  Mörser,  der  die  Tiefe  des  für
iba  bestimmten  Raumes  nicht  ganz  ausfüllt;  sie  werden  flach  gelegt.  Ausserdem
werden  in  diesen  Raum  6  Stück  dreiellige  Binden  verpackt,  und  zwar  in  das  kleine,
nach  Horausnahme  des  Mörsers  sichtbar  werdende,  zurückspringende  und  unter  dem
flachen  Raum  5  gelegene  Fach;  dieselben  stehen  aufrecht  nebeneinander  und  füllen
so  den  kleinen  Raum  in  der  Höhe  und  Länge  sehr  gut  aus.

Raum  5  ist  ganz  fach  und  enthält  das  leinene  Band  und  die  suf  Papierstreifen
aufgesteckten  Stecknadeln.

Raum  Ö  enthält  uuten  2  sechsellige  Binden,  aufrecht  stehend;  daneben  und  darüber
liegen  einige  Loth  feiner  Charpie,  weiche  den  Raum  ausfüllen.

Rsum  7  entbilt  die  zinnerne  Mensur

Prager,  Mill.  Med.  -  Wesen,  59