1096  Sanitätspolizei.

Erwärmen  von  etwas  Salmiakgeist  zu  beseitigen.  Bei  gefübrlichen  Krankheiten  sind
ChlorrKucherungen  in  den  anstossenden  Räumen  zu  veranstalten

Sind  die  Kranken  oder  Verstorbenen  aus  den  Wohnungen  entfernt,  so  ist  bei
weniger  gefährlichen  ansteckenden  Krankheiten  mehrtägiges  Lüften  oder  eine  schwache
Chlorräucherang  hinreichend.  Bei  geführlicheren  Krankheiten  sind  die  Wohnungen
mit  den  Möbeln  etc.  bei  geschlossenen  Thüren  und  Fenstern,  unter  Boobschtung  der
nöthigen  Vorsicht,  stark  mit  Chlorgas  zu  räuchern.  Dann  werden  ‚die  Zimmer  ımindesteun
  21  Stunden  gelüftet  und  gründlich  durch  Schenern  etc.  gereinigt.

ind  Lokalien  lange  mit  vielen  gefährlichen  ansteckenden  Kranken  belegt  go
so  werden  die  Zimmer  stark  mit  Chlor  geräuchert,  die  Wände,  Fusböden  and  alles
übrige  Holzwerk  mit  starker  Chlorkalklösung  überstrichen  und  dann  erstere  mit  Kalk
überrieben  und  geweisst,  letztere  mit  Wasser  abgewaschen.

Sind  öffentliche,  von  vielen  Menschen  bewohnte  oder  besuchte  Gebäude
stets  bewohnt,  so  geschieht  ihre  Reinigung,  während  des  Grassirens  gefährlicher  ansteckender
  Krankheiten,  durch  häußges  Lüften  und  zeitweise  Räucherungen  mit  SalpetereKure
  oder  Chlorgas;  dienen  sie  nur  zum  temporären  Aufentbalt,  so  werden  sie  nach
der  Entfernung  der  Bewohner  wöchentlich  mehrmals  mit  Chlorgas  durchräuchert  und

n  möglichst  lange  gelü

4.  Kasematten  und  huliche  tief  liegende  Räume,  in  denen  leicht  Luftverderbniss
eintritt,  müssen,  wenn  sich  ansteckende  Kranke  darin  befunden  haben,  besonders  streng
(ad  2)  desiuficirt  werden.  Nach  sehr  gefährlichen  Kraukheiten  müssen  dieselben,  w.
sie  feuerfest  sind,  nach  Entfernung  der  brennbaren  Gegenstände  durch  Flammenfeuer
desinfleirt  werden.  Nicht  fouerfoste  Räume  sind  24  Stunden  hindurch  stark  mit  Chlorgas
  zu  räuchern,  die  Wände  und  Fussböden  mit  starker  Chlorkalksolution  zu  überstreichen,
  von  allem  Putz  zu  befreien,  neu  zu  putzen,  sussuweissen  und  erst  ganz  aus
getrocknet  wieder  zu  gebrauchen.

Auf  Schiffen  werden  die  Räume,  in  denen  sich  ansteckende  Kranke  befanden,

nach  dem  ad  angegebenen  Vorfahren  für  gefährlichere  Krankheiten  desinficirt.

6.  Lagerzelte  sind  wie  Bettzeug  ($.  12)  zu  desinficiren.

7.  Btälle,  in  denen  sich  Thiere  mit  den  Menschen  Gefahr  bringenden  Krankheiten
  befunden  haben,  werden  nach  Beschaffenheit  der  Krankheit,  24  Dis  Er  Standea
mit  Chlorgas  stark  gerkuchert  und  eben  so  lange  gelüifte  Dann  ist  das  darin  befiudliche
  Holz-  und  Eisenwerk  mit  starker  Chlorkalksolution  zu  überstreichen  und  nach
einigen  Stunden  mit  Wasser  abzuwaschen.  Bollte  der  Putz  und  das  Holzwerk  der
Ställe  bereits  sehr  schadhaft  sein,  oder  wegen  besonderer  Gefährlichkeit  der  Krankheit
(Anlage  A.,  $$.  26.  27)  auf  dam  angegebenen  Wege  eine  genügende  sichere  Bei
nicht  zu  erwarten  sein,  so  ist  die  Erneuerung  beider  unter  Anwendung  der  nöthigen
Vorsicht  erforderlich.  Das  Holzwerk  und  audere  werthlosse  Gegenstände,  an  denen
Ansteckungsstoff  haften  könnte,  sind  alsdann  durch  Feuer  zu  vernichten,  das  Eisenwerk
kann  nach  des  dem  Ansglühen  wieder  ‚gebraucht  werden.

12

la)  Federbetten  werden  bei  weniger  gefährlichen  ansteckenden  Krankheiten,
ohne  sie  aufzuschneiden,  einem  3  bis  4tägigen  Lüflen  und  Sonnen  oder  einer  einständigen
  Einwirkung  dos  Chlorgases  im  geschlossenen  Raume  wungos  esetzt;  bei  gefährlicheren
Krankheiten  werden  dieselben  erst  mehrere  Stunden  mit  Chlorgas  geräuchert,  dann
aufgeschnitten,  die  herausgenommenen  Federn  gekesselt  [Räucherungskasten]  und  die
Inletto  mit  laugehaltigem  Beifwasser  ausgewaschen.
1b)  Matratzen  werden,  sind  sie  mit  Pferdebaaren  gestopft,  bei  leichten  Krank
heiten  wie  Federbetten  desinfieirt.  Bei  gefährlichen  Krankheiten  sind  sie  erst  mehrere
Btunden  mit  Chlorgas  zu  räuchern,  dann  werden  sie  aufgeschnitten,  die  Pferdehaare
vorsichtig  herausgenommen,  und  dann  entweder  (mindestens  3  Tage)  gelüftet  und  gesonnt,
  oder  mehrere  Stunden  einer  erhöhten  Temperatur  in  stark  geheizten  Räumen,
wie  in  Back-  oder  Bratöfen,  oder  kürzere  Zeit  in  dem  Räucherungsapparat  ausgesetzt,
Besteht  die  Füllung  der  Matratzen  aus  Beegras,  Heu,  Hückerling  etc.,  so  wird  sie
verbrannt.  —  Die  Inlette  der  Matratzen  sind  wie  Betizeng  zu  behandeln.  Das  Stroh
in  Strohricken  und  Lagerstroh  wird  ebenfalls  verbrannt.
lc)  Bettzeug  (Ueberzüge,  Laken  etc.)  wird  "2  bis  94  Stunden  mit  verdünnter
Beifsiederfauge  eingeweicht  und  dann  mit  Beifwasser  gründlich  ausgewaschen.
ld)  Wollene  Decken  werden  12  bis  24  Stunden  mit  Chlorgas  geräuchert,  geepült.
  und  zuletzt  mit  Seife  gewaschen  oder  noch  besser  gewalkt.
Nach  einigen  Krankheiten  z.B.  der  Krütze,  können  die  Decken  auch  mit  schwefligsauren
  Düämpfen  durchräuchert  werden.
2a)  Leinene  Kleidungsstücke  und  Wäsche  worden  wie  Bettzseug  desinfineirt.
2b)  Baumwollene  Kleider  werden,  ertragen  aio  es,  wie  leinene  behandelt  oder
aber  einige  Stunden  einer  höheren  Temperatur  ausgesetzt  oder  8  bis  14  Tage  geläfter