Das  Zeitalter  der  Kaiser  aus  dem  Hohenstaufischen  Geschlechte
bezeichnet  in  der  Geschichte  des  deutschen  Mittelalters  einen  entscheidenden
  Wendepunkt.  Während  die  Machtentfaltung  des  Reichs
nach  außen  hin  noch  einmal  einen  gewaltigen  Aufschwung  nimmt,
die  Autorität  des  deutschen  Herrschers  noch  einmal  von  wahrhaft
imperatorischem  Glanze  umstrahlt  wird,  schlägt  die  Entwickelung  der
inneren  Verhältnisse  des  Reichs  eine  Richtung  ein,  die  sehr  bald  zu
einer  tiefen  Zersetzung  führen,  die  es  dann  auch  bald  des  Glanzes
äußerer  Machtvollkommenheit  berauben  mußte.

Die  universale  Bedeutung  des  deutschen  Königthums  lag  in
seinem  Anrecht  auf  die  römische  Kaiserkrone,  in  der  dadurch  vermittelten
  Verbindung  Deutschlands  mit  Italien.  Repräsentiert  wurde
dieselbe  äußerlich  zuerst  durch  den  Bund  zwischen  Kaiser  und  Papst.
Nichts  ist  dem  deutschen  Königthum  zur  Geltendmachung  seiner  Ansprüche
  auf  den  Primat  unter  allen  weltlichen  Fürsten  förderlicher
gewesen,  als  dieser  zuerst  durch  Pippin  und  Karl  den  Großen  begründete,
  durch  Otto  I.  erneuerte  Bund  mit  dem  geistlichen  Haupte
der  Christenheit.  Zu  der  Zeit  freilich,  wo  derselbe  zuerst  ins  Leben
trat,  konnte  der  von  inneren  und  äußeren  Feinden  bedrängte  Papst
dem  in  der  Fülle  der  Macht  dastehenden  fränkischen  Königthum  keine
Art  von  Halt  oder  Stütze  gewähren,  vielmehr  suchte  er  eine  solche
eben  in  diesem.  Ganz  ähnlich  sind  die  Verhältnisse  dann  auch
noch  zur  Zeit  der  Erneuerung  dieses  Bundes  durch  die  Krönung
Otto's  des  Großen.  Aber  unter  dem  gewaltigen  Schutze  dieser  weltlichen
  Macht,  von  ihr  freilich  auch  vielfach  zu  ihren  Zwecken  benutzt,
erstarkte  das  Papstthum  und  konnte  schließlich  kühnen  Muthes  mit
seinem  bisherigen  Beschützer  den  Kampf  um  den  Vorrang  wagen.

Der  Beginn  desselben  fällt  in  die  Zeit  der  kraftvollen  salischen
Kaiser;  unter  ihrem  starken  Regiment  ist  auch  die  staallche  Einheit

Prupg,  Heimich  ver  Löwe.