Einleitung.  13

gekrönt.  Damit  aber  war  er  auch  auf  dem  Gipfel  seiner  Erfolge
angelangt.  Denn  nachdem  ihr  Plan,  von  Italien  aus  die  Stellung
Lothars  zu  untergraben,  gescheitert  war,  verloren  die  Hohenstaufen
auch  in  Deutschland  immer  mehr  und  mehr  Boden,  während  sich
Lothar  in  der  Herrschaft  täglich  mehr  befestigte,  freilich  nicht  ohne
noch  manchen  schweren  Kampf.  Im  Jahr  1128  hatte  Conravs
Bruder,  Herzog  Friedrich,  seine  verwüstenden  Angriffe  gegen  die
Welfen  in  Schwaben  erneuert;  das  eben  erst  vom  König  gedemüthigte
Speier  schloß  sich  ihm  von  Neuem  an  und  leistete  unter  der  anfeuernden
  Leitung  von  Friedrichs  heldenmüthiger  Gemahlin  Judith,
einer  Schwester  des  Baiernherzogs,  dem  königlichen  Heere  den  nachhaltigsten
  Wiverstand.  Ebenso  wenig  vermochte  Heinrich  der  Stolze
Herzog  Friedrich  ganz  niederzuschlagen:  ihr  Kampf  bestand  vor
allem  in  gegenseitigen  Raubzügen  und  Verwüstungen;  auch  Heinrichs
Versuch,  seinen  Gegner  bei  Gelegenheit  einer  Zusammenkunft  durch
treulose  List  gefangen  zu  nehmen  und  dem  Kampfe  so  ein  Ende  zu
machen,  misglückte.  Endlich  aber  öffnete  Speier  nach  heldenmüthigem
  Widerstand  in  den  ersten  Tagen  des  Jahres  1130  dem
König  gegen  Zusicherung  von  Straflosigkeit  die  Thore.  In  Folge
dessen  mußten  sich  ihm  auch  die  meisten  der  Anhänger  Friedrichs
unterwerfen:  selbst  Nürnberg,  nächst  Speier  die  Hauptstütze  der
Hohenstaufen,  fiel  im  October  1130.  Friedrich  von  Schwaben  gab
dennoch  nicht  alles  verloren,  und  selbst  der  im  März  1131  von  dem
Lothar  freundlich  gesinnten  Papst  Innocenz  II.  gegen  ihn  ausgesprochene
  Bann  brach  seinen  Muth  nicht.

In  demselben  Verhältniß  aber,  wie  der  Stern  der  Hohenstaufen
zu  sinken  drohte,  hob  sich  heller  und  leuchtender  der  des  Welfischen
Hauses.  Die  neuen  Dienste,  welche  Heinrich  der  Stolze  Lothar
gegen  die  aufrührerischen  Brüder  geleistet  hatte,  so  wie  seine  verwandtschaftliche
  Verbindung  mit  demselben  erhoben  ihn  schnell  von
Stufe  zu  Stufe  und  vermehrten  auch  seinen  Besitz  wesentlich.  So
empfing  Heinrich  um  diese  Zeit  das  den  Hohenstaufen  entrissene
und  zum  Reichslehen  erklärte  Nürnberg.  Daß  er  ihn  aber  nach  sich
selbst  als  den  ersten  Mann  im  Reiche  ansah,  bethätigte  Lothar  am
deutlichsten  dadurch,  daß  er  bei  dem  Antritt  seines  Römerzugs  1132
die  Regentschaft  über  das  Reich  an  Heinrich  übertrug:  namentlich
sollte  derselbe  während  seiner  Abwesenheit  alle  etwaigen  feindlichen
Versuche  der  Hohenstaufen  niederhalten.  Es  lag  in  dieser  Maßregel
zugleich  eigentlich  ausgedrückt,  daß  Lothar  seinem  Schwiegersohn  die