14  Einleitung.

Nachfolge  in  der  Herrschaft  zu  sichern  wünschte;  er  hat  dieses  Ziel
dann  auch  ganz  offen  verfolgt,  und  daß  seine  Bemühungen  schließlich
  doch  erfolglos  blieben,  daran  war  nicht  er,  sondern  Heinrich  der
Stolze  selbst  schuld.

Die  Milde  und  Versöhnlichkeit,  zu  welcher  Heinrich  selbst  seinem
Schwiegervater  dem  Hohenstaufischen  Brüderpaar  gegenüber  gerathen
hatte,  wurde  von  diesem  nicht  angewandt,  und  es  kam  schließlich
wiederum  alles  auf  die  Entscheidung  mit  Gewalt  der  Waffen
hinaus.  1134  nahm  Heinrich  der  Stolze  in  dem  von  Neuem  entbrennenden
  Kampfe  Ulm,  das  letzte  Bollwerk  der  Hohenstaufen,
verwüstete  und  plünderte  es,  worauf  Lothar  durch  einen  verheerenden
  Rachezug  ganz  Schwaben  zur  Unterwerfung  brachte.  Nach
solchen  entscheidenden  Niederlagen  war  den  Hohenstaufen  ein  fernerer
  Widerstand  unmöglich  gemacht:  Friedrich  gelang  es,  durch  tiefe
Demüthigung  vor  ihr  die  Fürsprache  der  Kaiserin  Richenza  zu  gewinnen,
  durch  ihre  Vermittelung  vom  Bann  und  von  der  Acht
gelöst  und  am  17.  März  1135  zu  Bamberg  nach  neuem  Treugelöbniß
  mit  Lothar  ausgesöhnt  zu  werden;  er  sowohl  wie  sein  Bruder
Conrad,  der  im  Herbst  desselben  Jahrs  von  Lothar  in  Mühlhausen
zu  Gnaden  angenommen  wurde,  erhielten  ihre  Güter  und  Besitzungen
  zurück.  So  war  dem  Reiche  der  Friede  endlich  wiedergegeben.
Conrad  nahm  schon  im  folgenden  Jahre,  1136,  an  Lothars  zweitem
Zuge  nach  Italien  rühmlichsten  Antheil  und  gewann  sich  durch  seine
persönliche  Tüchtigkeit  die  Liebe  und  Achtung  nicht  bleß  des  Kaisers,
sondern  auch  der  übrigen  Fürsten  und  des  ganzen  Heers.  Er,  der
noch  vor  kurzer  Zeit  mit  dem  Bann  und  des  Reiches  Acht  belegt
gewesen  war,  stand  jetzt  neben  Heinrich  dem  Stolzen  als  der  bedeutendste
  Mann  des  Reichs.

Unter  beider  Beistand  hatte  Lothar  die  verwirrten  Angelegenheiten
  zunächst  Unteritaliens  geordnet;  durch  die  Tapferkeit  des
Herzogs  von  Baiern  wurde  König  Roger  von  Apulien  gedemüthigt
und  wenigstens  für  den  Augenblick  seiner  Herrschaft  beraubt:  dann
begab  sich  Lothar  nach  Oberitalien.  Dort  aber  traten  immer  mehr
die  schon  seit  längerer  Zeit  an  ihm  bemerkten  Spuren  einer  schweren
Krankheit  hervor:  von  der  Ahnung  eines  nahen  Todes  ergriffen,
wollte  er  wenigstens  auf  heimischer  Erde  seinen  Geist  aushauchen.
Sein  Sachsen  erreichte  er  nicht  mehr:  in  den  baierischen  Alpen,  in
einer  einsamen  Hütte  im  Gebirge  beim  Dorfe  Breitenwang,  starb  er
in  den  ersten  Tagen  des  December  1137,  umgeben  von  den  Fürsten