16  Einleitung.

fen  und  erklärten  die  ganz  ungesetzlich  vorgenommene  Wahl  Conrads
für  ungültig.  Ihr  Widerspruch  blieb  vergeblich.  Auf  dem  Reichstage
  zu  Bamberg,  am  Pfingstfest  (22.  Mai)  1138,  erfolgte  die  Anerkennung
  Conrads  durch  die  meisten  Fürsten.  Selbst  die  anfangs
mit  dem  entschiedensten  Widerstand  drohenden  Sachsen  fügten  sich,
und  sogar  die  kaiserliche  Wittwe  Richenza,  welche  den  Angriffen  des
gleich  nach  Lothars  Tode  Ansprüche  auf  Sachsen  erhebenden  Markgrafen
  Albrecht  des  Bären  bisher  den  tapfersten  Wiverstand  geleistet
hatte,  erschien  und  erkannte  Conrad  als  Herrscher  an.  Auch  Heinrich
  der  Stolze  war  zur  Huldigung  und  zugleich  zur  Auslieferung
der  noch  in  seinem  Gewahrsam  befindlichen  Reichskleinodien  nach
Bamberg  geladen  worden,  war  jedoch  nicht  erschienen.  Die  bald
darauf  erfolgende  Eroberung  Nürnbergs  durch  Conrad  mahnte  ihn
nachdrücklich,  entscheidende  Maßregeln  zu  ergreifen.  Doch  fand  er
sich  in  den  letzten  Tagen  des  Juni  1138  auf  eine  zweite  an  ihn
ergangene  Vorladung  in  Regensburg  ein.  Daß  sie  aber  jede  persönliche
  Zusammenkunft  vermieden,  zeigte  die  ganze  Unversöhnlichkeit
des  in  den  alten  Gegnern  noch  immer  glühenden  Hasses.  Doch
kam  man  durch  Unterhändler  schließlich  so  weit,  daß  Heinrich  die
Reichskleinodien  herausgab.  Nachdem  dies  geschehen  war,  verschob
Conrad  wenig  ehrlich  die  Regelung  der  übrigen  zwischen  ihnen  noch
schwebenden  Streitfragen  auf  einen  neuen  Reichstag,  den  er  nach
Augsburg  ausschrieb.

Jetzt  konnte  Heinrich  nicht  mehr  zweifeln,  worauf  man  hinaus
wollte.  Er  erschien  bei  Augsburg:  aber  an  der  Spitze  einer  bedeutenden
  Heeresmacht  lagerte  er  sich  der  Stadt  gegenüber  am  Lech.
Unterhandlungen  aber  wollte  Conrad  auf  keiner  andern  Basis  beginnen,
  als  daß  Heinrich  auf  eins  der  beiden  in  seiner  Hand  vereinigten
  Herzogthümer  Verzicht  leistete.  Darauf  einzugehen  aber
weigerte  sich  der  Welfe  entschieden.  Nach  dreitägigem,  vergeblichem
Unterhandeln  war  es  klar,  daß  man  nur  durch  neue  blutige  Kämpfe
zum  Ziele  kommen  würde.  Conrad,  der  sich  mit  seiner  geringen
Begleitung  bei  der  gefährlichen  Nähe  seines  erbitterten  Gegners  in
Augsburg  nicht  für  sicher  hielt,  verließ  bei  Nacht  und  Nebel  in  schleunigster,
  fluchtartiger  Abreise  die  Stadt.  Heinrich  begann  unmittelbar
  darauf  die  Feindseligkeiten.  Conrad  erklärte  ihn  in  die  Acht

und  gab  das  Herzogthum  Sachsen  an  Albrecht  den  Bären.

Der  neue  Herzog  fand  dort  aber  den  entschlossensten  Widerstand.
  Unter  Anführung  der  Kaiserin  Richenza  einigten  sich  fast