Der  Kampf  um  das  Herzogthum  Sachsen.  29

gen  zu  beklagen.  Nach  schwerem  Verluste  wurde  Leopold  gens=  1140.
thigt,  die  Belagerung  aufzuheben  und  sich  zurückzuziehen.)  Welf
VI.  drang  dann  weiter  in  Baiern  vor,  die  Burgen  seiner  Gegner
brechend.

Seinen  Fortschritten  Einhalt  zu  thun,  wandte  sich  Conrad  III.
zunächst  selbst  nach  Baiern.  In  den  letzten  Tagen  des  October  **
oder  zu  Anfang  des  November  begann  er  die  Belagerung  des
festen  Weinsberg.)  Aber  die  wohlgefügten  Mauern  und  die  treue
Anhänglichkeit  der  Bürger  an  ihren  Herzog  ließen  ihn  sich  lange
vergeblich  abmühen.  Da  Conrad  sich  allmählich  davon  überzeugte,
daß  es  noch  eines  langen  Kampfes  bedürfen  würde,  so  entließ
er  den  Herzog  Friedrich  von  Schwaben  mit  einem  Theile  des
Heeres,  um  die  Sache  der  Welfen  an  anderen  Orten  zu  bekämpfen.
Fast  wäre  ihm  dies  verderblich  geworden:  denn  schon  war  Welf  VI.
mit  den  Seinen  in  der  Nähe  und  hoffte  die  sorglosen  Belagerer
zu  überfallen.  Doch  ging  diesmal  seine  Unternehmung  nicht  nach
Wunsch:  noch  rechtzeitig  erhielt  Conrad  von  seinem  Herannahen
Kunde,  ließ  schnell  den  eben  abgezogenen  Herzog  Friedrich  zurückrufen
  und  traf  nicht  nur  alle  Vorbereitungen,  um  den  Welfen  erfolgreich
  abzuwehren,  sondern  entschloß  sich,  rasch  die  Sache  umzukehren
  und  seinerseits  dem  Herzog  entgegenzugehen.  Er  verbrannte
sein  Lager  und  ging  mit  nur  geringer  Macht  gegen  Welfs  Schaaren
  vor.  Am  Ufer  des  Reckar  stießen  die  Heere  zusammen;  von
beiden  Seiten  wurde  mit  Muth,  mit  Erbitterung  gekämpft.  Trotz
seiner  Minderzahl  aber  gewann  Conrad  einen  vollständigen  Sieg:
Welfs  Schaaren  suchten  in  wilder  Flucht  das  jenseitige  Ufer  des
Neckar  zu  gewinnen,  ein  großer  Theil  fand  dabei  in  seinen  Wellen
den  Tod.  Herzog  Welf  selbst  entging  nur  mit  genauer  Noth  der
Gefangenschaft:  sein  Versuch  Baiern  wieder  zu  erobern  war  vollständig
  misglückt.  Es  war  der  21.  December  1140  %,  an  dem  Con=  u.  Dec.
rad  diesen  entscheidenden  Sieg  gewann.  Sofort  kehrte  er  nun
nach  Weinsberg  zurück,  und  da  die  bisher  so  unverzagten  Bürger

1!  Das  Datum  geben  die  Ann.  Teich,  darauf  als  auf  ein  durch  d
Weingart.  Velt  *  on.  XVII,  309.  Tod  des  Pfalzgrafen  kreis  beten

Otto  Fris.  VII,  geltend  machte.
2)  Vgl.  die  ii  ven  E  1.  3)  Ann.  S.  Dieibodi  (Mon.  88.
lin,  W.  G.  II,  70,  wonach  Welf  V  XVII,  26):  Wolt  ..  eum  rege  in

Weinsberg  als  allodiales  Erbstück  r  codem  loco  bellum  cowmieit  in  aabner
  Gattin  Uta,  Tochter  des  Ba#e  bato  XII  lectionum.  —  Ann.  Weinfen
  Gotfried  von  Calw,  in  Anspruch  gart.  Welf.  (ib.  p.  309):  in  festo
nahm,  Conrad  aber  die  Ansprüche  des  Si  Tdome.