Der  Kampf  um  das  Herzogthum  Sachsen.  31

beigesetzt.  —  Aber  auch  die  Gegenpartei  erlitt  durch  den  Tod  einen  uu.
empfindlichen  Verlust.

Conrads  Sieg  bei  Weinsberg  hatte  dem  Herzog  Leopold  in
Baiern  wieder  das  entschiedenste  Uebergewicht  verschafft.  Wir  finden
ihn  daher  in  der  folgenden  Zeit  ruhig  und  ungestört  seine  Herzogsrechte
  ausübend.  Aber  die  Zahl  der  den  Welfen  anhängenden  war
noch  immer  sehr  bevdeutend;  Leopold  selbst  konnte  weder  bei  den
Großen,  noch  bei  dem  Volke  des  Landes  recht  Boden  gewinnen:
fortwährende  Streitigkeiten  brachten  es  endlich  zu  einem  offenen
Ausbruch.  Während  Leopold  zur  Entscheidung  von  Rechtsstreitigkeiten
  in  Regensburg  Hof  hielt,  kam  es  durch  einen  Streit  mit  dem
Markgrafen  von  Wittelsbach  zu  offener  Empörung:  die  Bürger  erhoben
  sich  mit  den  Waffen  in  der  Hand  und  nöthigten  den  Herzog,
die  Stadt  eiligst  zu  verlassen.  Erst  nachdem  er  mit  einer  rasch  gesammelten
  Mannschaft  die  Umgegend  verwüstet  hatte  und  die  Stadt
selbst  mit  einem  Angriff  bedrohte,  verstanden  sich  die  Bürger  zur
Zahlung  einer  Geldbuße  und  zur  Unterwerfung.  Dann  brach  Leopold
  auf,  um  an  Welf  VI.  für  die  Niederlage  bei  Phalei  Rache  zu
nehmen.  Er  zerstörte  die  Burgen  seiner  Anhänger  und  verwüstete
die  Gegend  bis  nach  Freising  hin.  Nach  Regensburg  zurückgekehrt,
erkrankte  er  und  starb  nicht  lange  danach  in  dem  von  seinem  Vater
gestifteten,  von  ihm  selbst  und  seiner  Familie  besonders  gepflegten
Kloster  Niederaltaich  in  der  Passauer  Dioecese  am  18.  October  1141  „..  Oct.

Zu  seinem  Nachfolger  in  der  Markgrafschaft  aber  erhob  Conrad
  III  den  Bruver  des  Verstorbenen,  Heinrich,  von  einem  Fluche,
den  er  im  Muude  zu  führen  pflegte,  „Jasomirgott“  genannt.  Eine
Besetzung  des  Herzogthums  aber  nahm  der  Kaiser  augenblicklich
nicht  vor,)  gewiß  nicht  ohne  Absicht:  denn  gerade  diese  Gelegenheit
mochte  er  wohl  für  geeignet  halten,  mit  den  im  Kampfe  ausharrenden
  Welfen  eine  Aussöhnung  zu  versuchen.

Und  wirklich  schien  der  Augenblick  dazu  sehr  günstig.  In
Baiern  hatte  Conrad  selbst  eben  das  entschiedenste  Uebergewicht  erkämpft;
  daß  das  Herzogthum  nach  Leopold's  Tode  nicht  gleich  wieder
vergeben  war,  machte  eine  Verleihung  desselben  mit  Zustimmung  der

1)  Otto  Fris.  VII,  25  extr.  Ipse  2  Otto  Fris.  1.  c.:  eique  in  marvero
  non  multo  post  Ratieponae  infir-  chin  sucoessit  frater  suus  Henrious.
matus  in  territorio  Patavienei  diem  Die  dies  ganz  unzweifelhaft  beweisenobiit
  et  in  monasterio  Sanctae  Crueis,  den  Sießen  der  Quellenschriftsteller
quod  a  patre  suo  fundetum  ipse  pluri=  und  Urkunden  find  gesammelt  von  ’
mum  ditaverat,  humetu  Conrad  III,  Beilage  III,  p.  222