Der  Kampf  um  das  Herzogthum  Sachsen.  33

Vertheilung  der  beiden  streitigen  Besitzthümer  befriedigte  und  außer=  unm
dem  durch  ein  verwandtschaftliches  Band  möglichst  eng  und  damit
auf  die  Dauer  vereinigte.  Sein  Plan  war  daher,  die  einst  gegen
Heinrich  den  Stolzen  verhängte  Acht  nicht  auszuführen,  sondern  dem
Sohne  desselben  das  Herzogthum  Sachsen  zu  überlassen,  Baiern
dagegen  dem  Bruder  des  bisherigen  Inhabers,  dem  Markgrafen
Heinrich,  zu  geben.  Dieses  Abkommen  sollte  dann  befestigt  und
recht  eigentlich  besiegelt  werden  durch  eine  Vermählung  dieses  neuen
Herzogs  mit  Gertrud,  der  jugendlichen  Mutter  des  Sachsenherzogs.))

Auf  diese  Grundlage  hin  begannen  nun  Friedensunterhandlungen
mit  den  Sachsen  und  ihrem  Haupte,  der  Welfin  Gertrud.  Anfangs
schienen  sie  keinen  rechten  Erfolg  zu  versprechen,  namentlich  mochte
die  Vermählung  Gertruds  mit  dem  entschiedensten  Gegner  ihres
Sohnes  gerechten  Widerspruch  finden.  Besonders  aber  wies  Herzog
Welf  VI.,  seinen  früher  gegebenen  Erklärungen  und  entschieden  ausgesprochenen
  Forderungen  treu  bleibend,  jede  gütliche  Uebereinkunft,
die  Baiern  nicht  im  Besitze  der  Welfen  ließ,  einfach  von  der  Hand.
Ihn  vermochte  Conrad  nicht  umzustimmen,  während  es  ihm  gelang,
alle  sonst  feinem  Plan  entgegenstehenden  Schwierigkeiten  zu  beseitigen:
die  Sachsen  erklärten  sich  bereit,  auf  seinen  Aussöhnungsvorschlag
einzugehen.  Dem  mütterlichen  Einflusse  Gertruds  gelang  es,  den
jungen  Herzog  Heinrich,  welcher  gerade  in  dieser  Zeit  an  den  öffentlichen
  Angelegenheiten  theilzunehmen  anfing,  zur  Verzichtleistung  auf
Baiern  zu  bewegen.)

Zur  endgültigen  Regelung  des  Friedensgeschäftes  versammelte
nun  Conrad  III.  zu  Anfang  Mai  1142  die  sächsischen  und  baierischen
Großen  zu  Frankfurt  um  sich.  Sein  Stiefbruder  Heinrich  sowohl
wie  Gertrud  mit  dem  jungen  Heinrich  waren  zugegen.  Es  scheint  3.  Mai.
nur  eine  zur  neuen  Anerkennung  der  kaiserlichen  Autorität  ergriffene
Maßregel  gewesen  zu  sein,  wenn  Conrad  hier  der  Herzogin  Gertrud
für  den  ihm  geleisteten  Widerstand  eine  Buße  von  dreihundert  Mark
auferlegte.  Im  Uebrigen  kam  das  früher  Verabredete  hier  zum  Abschluß:
  der  junge  Heinrich  wurde  im  Besitz  des  Herzogthums  Sachsen
bestätigt,  Heinrich  Jasomirgott  zum  Herzog  von  Baiern  erhoben,

1)  Sie  war  geboren  am  18.  April  ratoris  Blia,  fratri  suo  IHenrico  mar-1115:
  Ann.  Sazo.  (Mon.  88.  VI,  ecbioni  paoom  cum  Sasonibus  feeit
751).  —  eidemque  Henrico  Noricum  ducatum,

2)  Otto  Fris.  VII.  26:  Non  multo  quem  consilio  matris  dueis

Post  Saxoniem  ingressus  data  in  uJorem  Henriei  filius  iam  abdicavevidun
  dueis  Henrici,  Lotharii  impe-  rat,  concessit.

Prug,  Heimich  der  Lowe.  3