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und  Hohenstaufen  ausgebrochen  war,  stand  Graf  Adolf  II.  mit  unerschütterlicher
  Treue  auf  Seiten  seines  Herzogs,  und  im  Kampfe
für  ihn  litt  er  manches  Ungemach.  Dem  ersten  glücklichen  Erfolg
Albrechts  des  Bären  hatte  auch  Adolf  weichen  müssen:  er  war  seiner
  Grafschaft  verlustig  gegangen,  welche  Albrecht  einem  seiner  Getreuen,
  Heinrich  von  Badewide,  gegeben  hatte.  Dennoch  verließ
Adolf  die  Sache  der  Welfen  nicht.  Als  dann  aber  nach  dem  Tode
Heinrichs  des  Stolzen  die  Sachsen  glücklicher  kämpften  und  Albrecht
  der  Bär  verjagt  worden  war,  hatte  sich  Graf  Heinrich  bei
der  Herzogin  Gertrud  in  Gunst  zu  setzen  gewußt:  er  war  im  Besitze
  Holsteins  geblieben,  das  gute  Recht  und  die  treuen  Dienste
Adolfs  unbeachtet  gelassen  worden.

Jetzt  erst,  als  Gertruds  Einfluß  gesunken  und  sie  im  Begriff
war,  die  Leitung  der  sächsischen  Angelegenheiten  aus  der  Hand  zu
geben  und  nach  Baiern  aufzubrechen,  gelang  es  Adolf  die  Anerkennung
  seines  guten  Rechts  durchzusetzen.  Theils  durch  seine  persönliche
  Geltung,  theils  aber  durch  reichliche  Geldzahlungen  brachte  er
es  dahin,  daß  er  das  ihm  damals  entrissene  und  an  Heinrich  von
Badewide  gegebene  Land  sammt  dem  festen  Segeberg  wieder  erhielt,
während  sein  Gegner  durch  das  Land  der  Polaben  und  Ratzeburg
entschädigt  wurde.)  In  der  kurzen  Zeit  nämlich,  welche  er  der
Grenzmark  gegen  die  Slaven  vorgestanden,  hatte  sich  Heinrich  von
Badewide  als  einen  so  tüchtigen  Kriegsmann  bewährt,  daß  sein  Verbleiben
  in  diesen  Gegenden  allen  nur  sehr  erwünscht  sein  konnte.
Zur  Zeit  jener  inneren  Kämpfe  in  Sachsen  nämlich  hatten  die  Slaven
  geglaubt,  ihrem  Haß  gegen  die  Deutschen  ungestraft  die  Zügel
schießen  lassen  zu  können.  In  plötzlichem  Ueberfall  überschwemmten
sie  von  Wagrien  her  die  Grafschaft  Holstein,  das  ganze  flache  Land
mit  Mord  und  Brand  verheerend;  nur  die  festen  Plätze  wagten
sie  nicht  anzugreifen.  Allgemein  war  Schrecken  und  Furcht  (1138).4
Aber  als  ein  tapferer  Krieger  ließ  Heinrich  von  Badewide  mit  der
gebührenden  Strafe  nicht  lange  auf  sich  warten:  noch  in  demselben
Winter  fiel  er  in  Wagrie  ein  und  verwüstete  das  ganze  Gebiet  von
Plön,  Lütjenburg  und  Oldenburg  auf  das  Furchtbarste.  Im  folgenden
  Sommer  (1139)  brachen  dann  die  Holsteiner  auf  eigene  Hand

1)  Helm.  I,  56  extr.  Dissensio=  rorum  terra  potiretur,  Henricus  in
nes  ergo,  quae  fuerunt  inter  Adolfum  recompensationem  aceiperet  Racesburg
et  Ienricum,  taliter  compacatae  sunt,  et  terram  Polaborum.
ut  Adolfus  Segeberg  et  omni  Wagi-