Die  Erneuerung  des  Kampfes  in  Baiern  2c.  49

ihm  selbst,  dem  nächsten  Erben,  übergeben  werden  dürfte.)  Gerade
zu  Anfang  des  Jahres  1143,  wo  Conrad  III.  in  dem  versöhnten
Sachsen  weilte  und  sich  des,  wie  es  schien,  so  wohl  gelungenen  Friedenswerks
  freute,  erhob  sich  der  nur  scheinbar  niedergeschlagene
Streit  in  Baiern  wieder  von  Neuem.

Verwüstend  brach  Herzog  Welf  VI.  in  das  Land  seines  Gegners
  ein.  Herzog  Heinrich  Jasomirgott  eilte  ihm  entgegen  und  ließ
es  sich  zunächst  angelegen  sein,  alle  diejenigen,  welche  dem  Eindringling
  sich  günstig  erwicsen,  streng  zu  bestrafen.  Bis  in  die  Freisinger
  Dioecese  kam  er  mit  seinen  Schaaren  und  die  Stadt  Freising
selbst  büßte  die  welfenfreundliche  Gesinnung  einiger  ihrer  Bürger
mit  der  Schleifung  ihrer  Befestigungen.  Schon  rüstete  sich  Welf  VI.
zu  einem  entscheidenden  Zusammenstoß  mit  dem  Herzog  und  es
schienen  dem  kaum  beruhigten  Lande  all  die  Schrecken  einer  neuen
blutigen  Fehde  bevorzustehen,  als  die  Nachricht,  daß  der  Kaiser  in
Eilmärschen  heranziehe,  Herzog  Welf  VI.  zur  schleunigen  Umkehr
bestimmte.  Conrad  belagerte  darauf  gemeinsam  mit  seinem  Stiefbruder,
  Heinrich  von  Baiern,  die  feste  Burg  des  Hauptanhängers
der  Welfen,  des  Grafen  von  Bogen,  und  zwang  diesen,  nachdem  er
die  ganze  Umgegend  furchtbar  verheert  hatte,  zur  Uebergabe:  die
Burg  wurde  zerstört.)

Der  junge  Herzog  Heinrich  selbst,  dessen  Vormundschaft,  wie
wir  sahen,  die  sächsischen  Großen  übernommen  hatten,  scheint  diesem
  Unternehmen  des  unbeugsamen  Herzog  Welf  fremd  geblieben
zu  sein.  Wenigstens  finden  wir  keine  Nachricht  davon,  daß  der  in
Baiern  neu  ausgebrochene  Kampf  zwischen  Welfen  und  Hohenstaufen
  irgend  wie  das  friedliche  Verhältniß  Conrads  zu  den  Sachsen
gestört  hätte.  Aber  nicht  allzu  lange  dauerte  es,  so  fande'sich  auch
vort  im  Norden  Anlaß  zu  neuem  Hader.

Graf  Rudolf  von  Stade,  welcher  der  von  der  Bremer  Kirche
zu  Lehen  gehenden  Grafschaft  Dithmarschen  vorstand,  wie  sie

1)  Otto  Fris.  VII,  26:  Guelfo
enim  princeps  praefatum  ducatum  se
iure  haereditario  contigisse  calumnians
armata  manu  in  praesentia  ducis  BaioOariam
  ingreditur  parteque  provincise
vastata  regreditur.

2)  Otto  Fris.  1.  c.  Ann.  Colon.
max.  p.  760:  Rex  in  qundragesima
  partes  Saxoniee  iterum  intrare
eattemptans,  usdque  Goslariam  et  Hil-Prug,

  Heinrich  der  L3we.

denesheim  processit,  cum  subito  dur
Baivarine  Welp,  consocieto  sibi  consobrino
  suo,  flio  scilicet  ducis  Friderici,
Sueviam  ingressus  quseque  regis  erant,
concremando,  diripiende  acriter  depPopulatus
  est.  Hiernach  hätte  der
spätere  Kaiser  Friedrich  I.  bei  dieser
Unternehmung  auf  der  Seite  Weifs
estanden:  eine  sehr  eigenthümliche,
seng  nirgends  sich  findende  Nachricht.
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