Die  Erneuerung  des  Kampfes  in  Baiern  2c.  51

len  zu  lassen.  Da  eine  direkte  Unterhandlung  mit  dem  Erzbischof  114.
nicht  zum  Ziele  führte,  so  wandten  sich  die  sächsischen  Großen,  die

des  jungen  Heinrich  Vormundschaft  übernommen  hatten,  klagend  an

den  König  und  forderten  von  ihm,  daß  Adalbert  zur  Erfüllung  seines

  einst  gegebenen  Versprechens  angehalten  werde.)

Mit  der  Untersuchung  und  Beilegung  dieses  Zwistes  beauftragte
  Conrad  den  Bischof  Dietmar  von  Verden,  Markgraf  Albrecht
den  Bären,  Graf  Hermann  von  Winzenburg  und  dessen  Bruder,
Heinrich  von  Asle.  Zu  Ramesloe  kamen  diese  Schiedsrichter  mit
den  beiden  streitenden  Parteien,  dem  Erzbischof,  dem  Propst  Hartwig.
und  dem  Pfalzgrafen  Friedrich  einer-,  dem  jungen  Herzog  Heinrich
andrerseits  zusammen,  um  über  die  beiderseitigen  Rechtsansprüche  zu
unterhandeln  und  eine  friedliche  Ausgleichung  zu  versuchen.  Aber
wie  der  junge  Heinrich,  ganz  in  der  für  ihn  später  so  charakteristischen,
  heftigen  und  gewaltthätigen  Art,  schon  früher  mit  Gewalt
durchzudringen  versucht  und  dem  an  den  Hof  reisenden  Erzbischof
einen  Hinterhalt  gelegt  hatte,  dem  derselbe  jedoch  glücklich  entgangen
war,  so  kam  es  denn  auch  bei  dieser  Verhandlung  bald  zu  offenem
Streite.  Die  Krieger  des  Herzogs  griffen,  uneingedenk  des  Rechtlosen
  ihrer  Handlungsweise,  zu  den  Waffen,  sprengten  die  wenigen
Begleiter  der  Gegenpartei  aus  einander  und  bemächtigten  sich  der
Person  des  Erzbischofs.  Als  Gefangener  wurde  derselbe  von  dem
jungen  Herzoge  fortgeführt  und  eine  Zeit  lang  in  Lüneburg  in  Haft
gehalten..)  Aber  auch  so  erreichte  Heinrich  sein  Ziel  nicht:  denn
Avalbert  ließ  sich  nicht  zu  einer  Aenderung  der  einmal  getroffenen
Anordnung  bestimmen,  oder  that  er  es,  so  war  es  nur  eine  List,  um
die  Freiheit  wieder  zu  gewinnen,  aber  eine  wirkliche  Erfüllung  des
gegebenen  Versprechens  war  nicht  zu  erwarten.  Auch  sein  eigentlicher
  Gegner,  der  Propst  Hartwig  war  dem  Herzoge  entgangen:  in
der  ersten  Verwirrung  des  bei  Ramesloe  an  Stelle  friedlicher  Unterhandlung
  ausgebrochenen  Streites  war  er,  wie  es  scheint,  entflohen
  und  so  der  Gefangenschaft,  in  die  sein  Patron  gerieth,  glücklich
entgangen.  Aber  gleich  darauf  war  er  von  einem  der  Getreuen
des  jungen  Heinrich,  dem  Grafen  Hermann  von  Lüchow,  ereilt  und
gefangen  genommen  worden,  um  dann  an  seinen  Gegner  ausgeliefert
  zu  werden.  Wohl  war  ihm  schon  der  hartnäckige,  zu  jeder  Ge-1

  ibid.  Dux  autem  Ileinricus,  pibus  —  —  ete.
adhuc  puer,  per  tutores  suos  con-  2)  Ann.  Stadens.  l.  e.
duestus  est  regi  et  omnibus  prinei-4
