Kreuzzug  gegen  die  Slaven.  57

brachten  auf  den  König  noch  immer  keinen  Eindruck  hervor.  In
einer  geheimen  Unterredung  suchte  Bernhard  seinem  Ziele  näher
zu  kommen,  Conrad  für  das  große  Unternehmen  günstiger  zu  stimmen.
Wirklich  begann  Conrad  in  seiner  erst  so  fest  stehenden  Ansicht  zu
wanken:  und  nun  stürmte  Bernhard  noch  einmal  mit  der  hinreißenden
Gewalt  seiner  Predigt  auf  das  Herz  des  Königs  ein.  Vor  der
versammelten  Menge  sich  an  ihn  persönlich  wendend,  wußte  er  das
Gefühl  des  Königs  so  tief  zu  erregen,  daß  er  von  der  Begeisterung
des  Augenblicks  hingerissen  die  Noth  des  Reichs  vergaß  und  das
Kreuz,  das  er  so  lange  nicht  hatte  annehmen  wollen,  aus  Bernhards  ##.Drr.
Händen  empfing.

So  war  Conrad  III.  für  den  Kreuzzug  gewonnen,  —  ein  Erfolg,
  der  alle  Welt,  ja  Bernhard  von  Clairvaux  selbst  überrascht
zu  haben  scheint.)  Des  Königs  Beispiel  fand  nun  Nachahmung:  so
nahm  gleichzeitig  mit  Conrad  sein  Neffe,  Friedrich  von  Hohenstaufen,
das  Kreuz,  zur  Betrübniß  seines  todtkrank  in  Alzey  darniederliegenden
Vaters.)  Bernhard  selbst  besuchte  ihn  auf  der  Heimreise,  die  er
nach  Erreichung  seines  Zieles  antrat,  und  sprach  ihm  Trost  ein.
Conrad  aber  begab  sich  von  Frankfurt  aus  nach  Baiern,  um  zu
Regensburg  mit  den  Fürsten  die  Angelegenheiten  des  Reichs  und
die  Vorbereitungen  zu  dem  Kreuzzuge  zu  berathen:  um  auch  dort
noch  unter  ihnen  für  die  Unternehmung  zur  Rettung  des  heiligen
Landes  zu  wirken,  begleitete  ihn,  während  Bernhard  nach  Frankreich
zurückging,  der  Abt  Adam  von  Eberach.  In  schlichter,  aber  eben
dadurch  um  so  eindringlicherer  Rede  ermahnte  er  die  zahlreich  Versammelten
  zur  Theilnahme  am  Kreuzzuge.  Seine  Worte  hatten  den
glänzendsten  Erfolg:  die  Bischöfe  Heinrich  von  Regensburg,  Otto
von  Freising  und  Reginbert  von  Passau  ließen  sich  mit  dem  Zeichen
des  Kreuzes  schmücken,  ebenso  Herzog  Heinrich  Jasomirgott  von
Baiern  nebst  vielen  anderen  Grafen  und  Herren.  In  Regensburg
gelang  es  dem  König  auch  manche  die  Ruhe  des  Reichs  gefährdenden
Streitigkeiten  beizulegen,  so  namentlich  die  bisher  mit  großer  Heftigkeit
  geführte  Fehde  zwischen  seinem  Bruder  und  dem  Bischof  von

1)  Miracula  Si.  Bernh.  p.  1187:  in  Gallia  manens  gravi  inflrmitate  de-Siquidem
  rex  signatus  est  Praeter  tinebatur,  acrem  in  mente  contre  dospem

  ompium,  qui  convenerant  minum  et  fratrem  suum  Conradum
Ibi  enim  factom  ct,  ut  ipsius  verbis  regem  indignationem  gerens,  duod
utar,  miraculum  miraculorum.  flüum  suum  Friderieum  .  .  ..  erueem

2)  Otto  Frie.  Vita  Fr.  I.,  39:  permiserat  aceipere.
Inter  haec  Fridericus  dux  nobilissimus