Kreuzzug  gegen  die  Slaven.  59

Wendung  des  Zuges  einverstanden  und  gewährte  allen,  welche  daran
Theil  nahmen,  ganz  dieselben  Vorrechte,  wie  sie  die  nach  dem  Orient
ziehenden  genossen;)  doch  wurde,  um  sie  von  diesen  zu  unterscheiden,
dem  Kreuze,  welches  die  Slavenbekämpfer  trugen,  durch  Hinzufügung
eines  Kreises  eine  andere  Gestalt,  etwa  vie  eines  Reichsapfels  gegeben.)
  So  nahmen  denn  die  sächsischen  Fürsten  das  Kreuz  gegen
die  Slaven:  die  Erzbischöfe  Adalbert  von  Hamburg  und  Friedrich
von  Bremen;  fast  sämmtliche  sächsische  Bischöfe:  Rudolf  von  Halberstadt,
  Werner  von  Münster,  Reinald  von  Merseburg,  Wigger  von
Brandenburg,  Anselm  von  Havelberg;  ihnen  schlossen  sich  der  Bischof
Heinrich  von  Olmütz  und  der  bei  Kaiser  und  Reich  in  hohem  Ansehn
  stehende,  in  den  Künsten  des  Friedens  wie  des  Kriegs  gleich
erfahrene  Abt  Wibald  von  Corvey  an.  Von  weltlichen  Fürsten
nahmen  das  Kreuz  vor  allen  der  junge  Herzog  Heinrich  von  Sachsen,
dann  Markgraf  Albrecht  der  Bär,  Conrad  von  Wettin;  von  den
süddeutschen  Fürsten  wandte  sich  Herzog  Conrad  von  Zäringen
ebenfalls  gegen  die  Slaven.)

Für  das  Frühjahr  1147  hatte  Conrad  III.  den  Aufbruch  des
Kreuzfahrerheeres  bestimmt.  Kurz  zuvor  hielt  er  noch  zu  Frankfurt
einen  Reichstag.'))  Hier  gelang  es  ihm,  die  Wahl  seines  damals
noch  unmündigen  Sohnes  Heinrich  zu  seinem  Nachfolger  durchzusetzen:  m.  Närz.
demselben  wurde  gemeinsam  mit  einer  aus  ven  bedeutendsten  Männern
  des  Reichs  gebildeten  Regierung  die  Stellvertretung  seines
Vaters  für  die  Zeit  seiner  Abwesenheit  übertragen.  Damit  hatte
Conrad  für  den  Fall,  daß  er  selbst  von  Asien  nicht  heimkehren  sollte,
wenigstens  seinem  Geschlechte  die  Herrschaft  gesichert.

Auf  diesem  Reichstage  zu  Frankfurt  war  auch  Herzog  Heinrich
von  Sachsen  erschienen.)  Jetzt  zeigte  es  sich  abermals,  in  welcher
Weise  er  seine  Stellung  zu  Conrad  III.  auffaßte,  und  wie  er  von
einer  definitiven  Verzichtleistung  auf  die  Besitzungen  seines  Vaters
dachte.  Stolzen  Sinnes  trat  der  Jüngling  in  Frankfurt  vor  den
König  und  forderte  von  ihm  sein  Herzogthum  Baiern:  unrechtmäßiger
Weife  sei  es  seinem  Vater  abgesprochen  worden,  nach  dem  Rechte

11  Vgl.  die  borauf  belicgliche  Urk.  tum  protendebantur.  Bgl.  Ann.  Sta-327.


Cugens  (datum  in  territorio  Trecensi.  dens.
vgl.  Jassé,  Conurad  III,  *5*  121  n.  60)  3)  Helwold  I,  62.  Vgl.  Ann.  Magbei
  Boczek,  Cod.  dipl.  Moravive  I.  244.  deburg.  p.  188.

2)  ibid.  .  nostris  in  hoe  distan-  4)  Im  Närz  un.  Vgl.  Jafsc,
tes,  *n*  non  simpliciter  vestibus  Conrad  III.  8  .  11.

assutae,  sed  a  rota  subterposita  in  al-  5)  Vgl.  #l  2  B¾  9.