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60  1.  Buch.  4.  Kapitel.

der  Erbfolge  müßte  es  ihm  wieder  zurückgegeben  werden.  Es  war
für  Conrad  III.  gewiß  eine  unangenehme  Ueberraschung,  daß,  nachdem
  er  eben  alle  sonstigen  Unruhen  glücklich  beseitigt  hatte,  gerade
in  dem  Augenblick,  wo  er  im  Begriff  stand,  Deutschland  zu  verlassen,
die  Welfen  mit  ihren  alten  Ansprüchen  hervortraten  und  damit
eine  Erneuerung  des  eben  erst  mühsam  beigelegten  Kampfes  nahe
bevorzustehen  schien.  Doch  gelang  es  dem  König  durch  ein  ruhiges
und  freundliches,  vielleicht  für  die  Zukunft  Hoffnungen  erregendes
Benehmen  die  Ungeduld  des  jungen  Welfen  für  den  Augenblick  zu
zügeln:  er  gab  ihm  eine  ausweichende  Antwort  und  verschob  die
Ordnung  dieser  Angelegenheit  auf  spätere  Zeiten.)

Nach  Beendigung  des  Reichstages  brach  Conrad  nach  Baiern
auf,  von  wo  er  mit  dem  von  allen  Seiten  zusammenströmenden
Heere  die  Donau  entlang  ziehend  sich  nach  Ungarn  wandte,  um
so  Constantinopel  zu  erreichen.  Während  so  ein  vornehmlich  aus
Süddeutschen  bestehendes  Heer  seinen  Weg  nach  dem  Morgenlande
nahm  und  einem  traurigen  Tode  entgegeneilte,  während  ein  anderer
Zug,  zum  größten  Theil  aus  den  Rhein=  und  Weserlanden  und
Westfalen  zusammengeströmt,  von  Cöln  aus  zu  Schiff  nach  London
ging  und  sich  von  dort  mit  den  englischen  Kreuzfahrern  vereinigt
nach  Lissabon  wandte  und  dasselbe  den  Mauren  entreißen  half,  versammelten
  sich  auch  die  norddeutschen  Fürsten  zum  Antritt  ihres
Zuges  gegen  die  heidnischen  Slaven.  Dieselben  hatten  in  der  letzten
Zeit  wieder  viel  Schaden  gethan;  namentlich  Dänemark,  in  Folge
innerer  Zwistigkeiten  nach  außen  hin  machtlos,  hatte  schwer  von
ihnen  zu  leiden  gehabt.)  Schon  aber  war  die  Kunde  von  der
Unternehmung,  die  gegen  sie  bevorstand,  bis  zu  den  Slaven  selbst
gedrungen,  und  der  zunächst  bedrohte  Fürst  der  Obotriten,  Niclot,
traf  weit  rascher  und  entschiedener  als  seine  Gegner  zum  Angriff
seine  Maßregeln  zu  nachdrücklicher  Abwehr  des  großen  Kreuzheeres.
Mit  allen  Kräften  ließ  er  an  der  Befestigung  Dobins,  einer  Burg

11  Otto  Fris.  Vita  Fr.  I,  43:  Ad

2)  Helm.  J,  62:  Die  Fürsten  ziehen
Praedictam  Guriam  Ienrieus  .  ..,  qui

gegen  die  Slaben  ulturi  mortes  et  exiam

  adoleverat,  venit,  ducatum  Noricum,
  quem  patri  suo  non  iuste  abiudicatum
  asserebat,  iure  haereditario  recens.

  uem  prineeps  multa
prudentis  et  ingenio  indve.
tum  usque  ad  reditum  auum
suspendens,  quiete  exspectare
Ppersussit.

###erminia,  qune  intulerant  christicolis,
Ppraecoique  vero  Danis,  —  nach
den  Ann.  Palid.  p.  82;  uti  Sclavorum
  trans  fuvium  Albiam  commorantium
  nefarios  ausus  inbiberent,  quibus
  Danorum  gentem  infinita
strage  detriverant.