Kreuzzug  gegen  die  Slaven.  61

an  der  Nordostseite  des  Schweriner  Sees,)  arbeiten,  um  dort  für
den  Fall  der  Noth  eine  ganz  gesicherte  Zufluchtsstätte  zu  haben.)
Auch  an  den  ihm  verbündeten  Grafen  Adolf  von  Schauenburg  wandte
er  sich:  er  wollte  von  ihm  Rath  und  Hilfe  haben,  wie  er  das
heranziehende  Gewitter  abwenden  könnte.  Graf  Adolf  befand  sich
nun  allerdings  in  einer  schwierigen  Lage:  der  in  den  letzten  Jahren
nicht  mehr  gestörte  Friede  und  freundschaftliche  Verkehr  mit  Niclot
war  mit  die  wichtigste  Stütze  seiner  jungen  Pflanzung  an  der  Elbe
und  Trave;  wandte  er  sich  jetzt,  wie  er  kaum  anders  konnte,  gemeinsam
  mit  den  deutschen  Fürsten  gegen  die  Slaven,  so  hatte  er  nachträglich
  deren  ganze  Rache  und  die  Zerstörung  seiner  neuen  Handelsplätze
  und  Colonien  zu  gewärtigen.  Er  versuchte  daher,  einen  Mittelweg
  einzuschlagen,  der  weder  sein  Verhältniß  zu  Niclot  noch  zu  den
Fürsten  störte.  ))  Auch  schien  Niclot  bereit,  darauf  einzugehen  und
gegen  Adolf  und  die  Seinigen  keine  Feindseligkeiten  ausüben  zu
wollen.  Doch  traute  ihm  Graf  Avolf  nicht  recht  und  ermahnte
deshalb  die  Bewohner  seines  Landes,  auf  ihrer  Hut  zu  sein,  traf
auch  selbst  Anstalten  gegen  einen  plötzlichen  Ueberfall.))  Aber  der
rasch  beweglichen,  hinterlistigen  Kriegführung  der  Slaven  war  er
doch  nicht  gewachsen.

Während  die  deutschen  Fürsten  noch  mit  langsam  vorschreitenden
  Zurüstungen  beschäftigt  waren,  ging  Niclot  rasch  entschlossen
zum  Angriff  über.  Plätzlich  erschien  er  am  25.  Juni  1147  mit  7.  Li.
seiner  wohlbemannten  Flotte  an  der  Mündung  der  Trave.  Zwar
sandte  er,  um  sein  dem  Grafen  Adolf  gegebenes  Versprechen  wenigstens
  der  Form  nach  zu  erfüllen,  noch  am  Abend  einen  Boten  nach
Segeberg,  der  ihn  von  dem  bevorstehenden  Angriff  unterrichten  sollte.
Doch  traf  dieser  den  Grafen  nicht  und  so  gelang  die  Ueberraschung
vollständig.  Am  folgenden  Morgen,  als  die  Slaven  die  Trave
hinauf  gegen  Lübeck  fuhren,  fanden  sie  die  Bürger  sorglos  der  Feier  2#.  un.
rogans,  praeberi  sibi  facultatem  collo-4uend

  ei  et  consilio  participandi.
umque  comes  renueret,  dicens,  boc

1)  Bgl.  P.  Ichr.  d;  Vereins  f.
mekkenburg.  .  23—134.
2)  Helm  l  62:  Wt  ergo  Niclotus,

  quia  congregandus  esset  in  bre#i
exercitus  ad  destruendum  eum,  convocavit
  universam  gentem  suam  et  coepit
sediflcare  castrum  Dubin,  ut  esset
Populo  refugium  in  tempore  necessitatis.


3)  Helm.  l.  c.  Direzitque  nuncios
ad  comitem  Adolfum,  commonene  eum
focderis,  quod  pepigerant,  simul  etiam

incautum  sibi  propter  offenbam
  brincipum  ete.  ..

4  ib.  Dixit  ergo  comes  habitatoribus
  terrae  suae:  Hebete  eautelam
iumentorum  et  substantiarum  vestrarum,
  ne  forte  rapiantur  a  furibus  vel
latronibus;  de  publico  vero  periculo
meum  erit  prospicere,  ne  qus  improvisi
exercitus  incursione  involvamini.