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62  1.  Buch.  4.  Kapitel.

des  Tages  der  Märtyrer  Johannes  und  Paulus  hingegeben:')  sie

wurden  durch  das  Nahen  der  slavischen  Flette  vollständig  überrascht,

denn  erst  im  letzten  Augenblicke  wurde  es  ihnen  klar,  daß  es  der

Feind  sei,  der  heranziehe.  Da  aber  war  es  bereits  zu  spät:  schon

drangen  die  Slaven  in  die  Stadt  ein  und  begannen  ein  Gemetzel

unter  den  wehrlosen  Bürgern,  schon  hatten  sie  Feuer  in  die  im

Hafen  liegenden,  zum  Theil  reich  beladenen  Schiffe  geworfen;  alles

eilte  zur  Flucht.  Mehr  denn  dreihundert  fanden  ihren  Tod.')  Nur

eine  kleine  Mannschaft,  welche  die  Besatzung  der  Burg  bildete,  war

der  so  wohlgelungenen  Ueberraschung  nicht  gleich  zum  Opfer  gefallen.

Sie  leistete  ven  tapfersten  Widerstand  und  alle  Versuche,  welche  die

Slaven  zwei  Tage  hindurch  zu  ihrer  Bewältigung  machten,  blieben

vergeblich.')  Auf  ihren  flüchtigen  Rossen  warfen  sich  nun  die  kriegsgeübten

  Slaven  raubend  und  plündernd  auf  das  offene  Land:  in

zwei  Reiterschaaren  durchzogen  sie  pfeilschnell  das  ganze  Wagrien,

alles  in  Asche  legend.  Selbst  bis  unter  die  Mauern  des  festen

Segeberg  drangen  sie  vor  und  plünderten  die  unter  ihrem  Schutze
erstandene  Stadt.  Auch  den  Dargungau  und  das  Land  auf  beiden

Seiten  der  Trave  durchzogen  sie  sengend  und  brennend,  tödteten,

wer  Widerstand  leistete,  und  schleppten  Weiber  und  Kinder  mit  sich

in  vie  Knechtschaft.  Verschont  ließen  sie  auffallender  Weise  bloß

die  Gegenden,  welche  von  den  einst  mit  ihnen  verbündeten  Holsaten

bewohnt  wurden  und  jetzt  dem  ihnen  freundlich  gesinnten  Grafen
Adolf  von  Schauenburg  gehörten.)  In  Folge  dessen  hieß  es  hier
und  da,  nur  daraus  sei  diese  ganz  unerwartete  Schonung  zu  erklären,
daß  die  Holsaten  mit  den  Slaven  in  einem  geheimen  Bündniß  ständen;
ja,  so  weit  ging  man,  daß  man  dieselben  beschuldigte,  selbst  den  Einfall
  der  Slaven  veranlaßt  zu  haben,  um  sich  auf  diese  Art  der  zahlreichen
  Colonisten,  die  Graf  Adolf  unter  ihnen  angesiedelt  hatte  und
bevorzugte,  zu  entledigen.)  Doch  hatten  die  Slaven  auf  ihrem

1)  Uelm.  I,  63;  Uhcescente  ergo  1  ib.  Peperceruntquo  viris  olsadie,

  qua  sanctorum  Joannis  et
PTauli  passio  veneranda  celebratur,
  descendit  navalis  Slavorum
exercitus  per  ostium  Travenae.  ..  ..  Sed
populus  multa  potatione  ebrius  neque
strato  neque  navibus  admoveri  potuit.

22,  ibid.  Interfectique  sunt  illic  eo
die  ad  trecentos  et  eo  amplius  viros.

3)  ib.  Porro  hi,  qui  in  castro  erant,
biduo  atrocissimam  obsidionem  pertulerunt.


tensibus,  qui  habitant  ultro  Trarenam
  ete.

5)  ib.  Sermo  fuit  eo  tempore  omnium
  ore  pertritus,  quosdam  Holsatensium
  hoc  perturbationis  malom
conflasse  propter  odium  adrenarum,
quos  comes  late  congregaverat  ad  incolendam
  terram.  UCnde  etiam  communis
  iacturac  soli  lolsati  extorres
inventi  sunt.