Kreuzzug  gegen  die  Slaven.  63

verheerenden  Zuge  nicht  überall  den  gleichen  Erfolg:  das  durch  Na=  um.
tur  und  Kunst  trefflich  befestigte  Eutin")  wiverstand  ihrem  Angriff
siegreich  und  auch  im  Süselgau  erwehrte  sich  eine  friesische  Colonie,
obgleich  ein  großer  Theil  ihrer  waffenfähigen  Mannschaft  gerade
abwesend  war,  unter  der  Führung  eines  begeisterten  Priesters  Gerlach
glücklich  der  mit  Uebermacht  andringenden  Feinde.)  Als  dann  aber
auch  Graf  Avolf  sich  rüstete,  ihrem  ferneren  Vordringen  mit  gewaffneter
  Hand  Einhalt  zu  thun,  da  hielten  die  Slaven  die  Zeit  zum
Rückzug  für  gekommen  und  verließen  reich  mit  Beute  beladen  das
schwer  heimgesuchte  Land.)

Durch  dies  schnelle  und  siegreiche  Vordringen  ihrer  Feinde
mußten  die  sächsischen  Fürsten  zu  nachdrücklicherer  Eile  angetrieben
werden.  In  zwei  großen  Abtheilungen  hatten  sie  beschlossen  von
verschiedenen  Seiten  her  in  das  Gebiet  der  Slaven  einzudringen.)
Die  eine  Abtheilung  wurde  gebildet  von  den  Schaaren  des  Erzbischofs
  Friedrich  von  Magdeburg,  der  Bischöfe  Berthold  von  Halberstadt,
  Anselm  von  Havelberg,  Werner  von  Münster,  Heinrich  von
Olmütz,  des  Abts  Wibald  von  Corvey,  des  Markgrafen  Albrecht
des  Bären,  der  Pfalzgrafen  Friedrich  von  Stade  und  Hermann  von
Thüringen  und  des  Grafen  Conrad  von  Wettin:  ihre  Stärke  schätzte
man  auf  60000  Mann.  Sie  brach  in  den  letzten  Tagen  des  Juni.)
aus  Sachsen  auf,  ging  über  die  Elbe  und  drang,  das  Land  weit
hin  verheerend,  gegen  Osten  vor.  Die  Stadt  Malchin  wurde  sammt
dem  in  ihrer  Nähe  liegenden  heidnischen  Tempel  zerstört.)  Schließlich
  machte  das  Heer  vor  den  Mauern  des  wichtigen  Demmin  Halt
und  begann  die  Belagerung  dieses  sehr  stark  befestigten  Platzes.
Während  die  Hauptmacht  hier  zurückblieb,  wandte  sich  eine  Abtheilung
  unter  der  Führung  des  Bischofs  von  Olmütz  weiter  südlich
nach  Pommern  hinein  und  drang  auf  Stettin  los.)

1)  ib.  Sed  Utinensis  eiritas  adiuta  dem  *)-  ciren  festum  Sancti  Petri

locorum  fmitate  salvata  est.  (29.  ni  .  magna  cbristiane
2)  Helm.  I,  64.  militiae  Waitiio  contra  paganos

3)  ibid.  extr.  His  auditis  comes
congregavit  exercitum,  ut  pugnaret
eum  Slavis  et  eiiceret  cos  de  terra  sun.
Quo  rumore  comperto  Slavi  redierunt
ad  naves  et  abierunt  onusti  de  captione
hominum  et  de  varie  supellectile,  quam
praedati  fueront  in  terra  Wagirorum.

4  Ann.  Stadens.  p.  327;:  Prineipes
  Saxonige  cum  duabus  turmis
Per  duos  aditus  Slaviam  intrant.

5)  Ann.  Magdebrg.  p.  188:  Eocxivorat.



6)  ib.  Fanum  etiam  cum  idolis,
quod  erat  ante  civitatem  Malchon  oum
ipsa  civitate  coneremavernnt.

7)  Vincent.  Prag.  (Mon.  S8.
XVII,  663):  Dominus  autem  Heinricus
Moravieneis  opiscopus.  ro  eonvertendis
  Pomeranis  Pomerauiuin  adiit.
Vorum  ubi  ad  metropolim  eorum  Stetin
nomine  perveniunt,  illud  prout  possunt
armata  militia  circumdant.