64  1.  Buch.  4.  Kapitel.

Inzwischen  hatte  sich  auch  das  zweite  Heer  gesammelt:  in  ihm
vereinigten  sich  Adalbert  von  Bremen,  Dietmar  von  Verden,  der
junge  Herzog  Heinrich  von  Sachsen,  Conrad  von  Zäringen  und
viele  andere  Edlen  zu  gemeinsamem  Kampfe.  Etwa  40000  Mann
stark  wandte  sich  dieses  Heer  gegen  die  neue  Burg  des  Nielot,  Dobin.
Zu  ihnen  stieß  dann  noch,  zur  See  ankommend  und  im  Hafen  von
Wismar  landend,  ein  dänisches  Hülfsheer.  Svend  und  Knud  nämlich,
  welche  sich  nach  dem  Tode  des  Königs  Erich  Lamm")  als
Thronprätendenten  in  wildem  Bürgerkriege  befehdeten,  hatten  sich
angesichts  der  günstigen  Gelegenheit,  welche  ihnen  der  Kreuzhug  bot,
um  den  immer  gefährlicher  werdenden  Einfällen  der  Slaven  ein
Ende  zu  machen,  einstweilen  geeinigt  und  die  Kräfte,  welche  sie
bisher  im  Kampfe  gegen  einander  verschwendet  hatten,  gegen
den  gemeinsamen  und  ihrem  Lande  so  überaus  verderblichen  Feind
geführt.

Aber  wie  über  diesem  ganzen  zweiten  Kreuzzuge  ein  unglücklicher
  Stern  waltete,  wie  er  nach  keiner  Seite  hin  einen  irgend  nennenswerthen
  Erfolg  hatte,  und  namentlich  der  eigentliche  Hauptzug
unter  Conrads  III.  eigener  Führung  mit  den  widerwärtigsten  Zufällen
  und  Hindernissen  aller  Art  zu  kämpfen  hatte,  denen  er  schließlich
  jammervoll  erlag,  so  war  auch  die  Unternehmung  gegen  die
Slaven  in  der  Hauptsache  resultatlos,  ja  für  einen  Theil  der  Kreuzfahrer
  von  sehr  traurigen  Folgen.  Doch  war  die  Ursache  dieses
Misglückens  keineswegs  bloß  die  uneinnehmbare  Festigkeit  der  Mauern
  Demmins  und  Dobins:  hätten  die  versammelten  Fürsten  in
wirklicher  Einigkeit  und  reiner  Hingabe  bloß  an  den  einmal  vorgenommenen
  Zweck  gehandelt,  so  würde  auch  der  Erfolg  ihnen  nicht
entgangen  sein.  Aber  Einigkeit  war  es,  woran  es  fehlte.  Die  in
dem  Kreuzheere  vereinigten  Fürsten  waren  mit  einander  in  Unfrieden:
  sie  mochten  sich  wohl  schon  im  Stillen  die  Eroberungen  misgönnen,
  von  denen  freilich  noch  keine  gemacht  war.“)  Zu  der  Eifer-1)

  Vgl.  iber-  rl  dro  isch  a
Jafsé,Conrad  .  "ö!
P.  149,  n.  01  *  Et  n
d  u.  den  27.  August  1146,  nicht

2)  d  schen  Knutidarum  (Koytlingasaga)
  in  Scripta  bist.  lalandorum
vol.  XI,  p.  318:  Igitur  reges  optimis
viris  hortantibus  Pacem  inter  se  pacti
ad  firmandam  fldem  obeides  inter  8e
dederunt.  Quo  facto  utroque  rege

Dubinum  profleiscente,  rer  Knutus
cum  aua  classe  prior  portum  Vizmarensem
  attigit.  Rex  Svein  cum  Fioniensibus,
  Seelandensibus,  Hallandensibus
  et  Skaniensibus  (serius)  advenit.
3  Befkeichnend  it  bierfür  die  Stelle
der  Ann.  82:  Sane  quid
““  aelaih  r*z  vel  hinc
detur  intelligi,  quia  cum  hic,  sicut  et
in  Jerosolimitanns  profectione,  oetus  ingens
  hominum  unanimitate  confluxerit,