1148.

68  1.  Buch.  5.  Kapitel.

vermehrt,  daß  in  Folge  der  Verwüstung  der  Felder,  schlechten  Wetters
  und  eingetretenen  Miswachses  in  jenen  Gegenden  eine  Hungersnoth
  eintrat.  Dieselbe  gab  aber  dem  eblen  Vicelin  und  den  mit
ihm  durch  Gleichheit  des  Strebens  verbundenen  Geistlichen  Gelegenheit,
  ihre  wahrhaft  christliche,  mit  selbstverleugnender  Aufopferung
werkthätige  Liebe  im  schönsten  Lichte  zu  zeigen.  Mit  nicht  beschränkter
  Freigebigkeit  spendete  er  den  Hungernden  Getreide  aus  den  Vorräthen
  seiner  Kirchen  und  Klöster,  oft,  um  trotz  des  Widerspruchs
seiner  Genossen  alle  Bittenden  befriedigen  zu  können,  dieselben  mit
List  beraubend.)

Auf  der  Rückkehr  aus  dem  Slavenlande  benutzten  die  Fürsten
wohl  auf  Anregung  des  Bremer  Propstes  Hartwig  die  Gelegenheit,
die  Dithmarschen  für  den  am  Grafen  Rudolf  von  Stade  verübten
Mord  zu  bestrafen.  Auch  Herzog  Heinrich  nahm  daran  Theil.
Mit  dem  eben  vom  Kreuzzuge  heimkehrenden  Heere,  bei  welchem  sich
auch  Erzbischof  Adalbert  von  Bremen,  sein  Propst  Hartwig,  der
das  Besitzthum  des  ermordeten  Grafen  jetzt  inne  hatte,  Albrecht
der  Bär,  Heinrich  von  Badewide,  Christian  von  Oldenburg  und
Graf  Adolf  von  Schauenburg  befanden,  zog  er  gegen  die  Dithmarschen,

  besiegte  sie,  züchtigte  sie  für  ihre  Frevelthat  und  sicherte  von

Neuem  ihr  in  der  letzten  Zeit  gelockertes  Unterthänigkeitsverhältniß
zum  Reiche.  Froh  über  diesen  schnellen  Erfolg  bestätigte  er  dann
im  Lager  von  Hoisbüttel  in  Gegenwart  und  unter  lautem  Beifall
des  ganzen  Heeres  feierlich  die  reichen  Schenkungen,  welche  Graf
Avolf  der  von  dem  unermüdlichen  Vicelin  unter  dem  Schutze  Adalberts
  von  Bremen  gegründeten  Kirche  zu  Neumünster  gemacht
hatte.)

1,  Helm.  l.  c.  Clamores  pauperum
ferre  non  poterat,  nec  fuit  ad  manus,
ducd  doret.  Coepit  erge  vir  misericors
  curiosius  agere  et  circuire  horrea,
explorare  oallidus  aditum,  quo  etiam
secretius  reporto  egit  in  modum  furantis,
  dans  quotidio  pauperibus  iuxte
opportunitatem.

2)  Die  einzige  Quelle,  aus  der  wir
von  diesem  Zuge  tberhaupt  Kenntniß

erhalten,  ist  die  Über  die  erwähnte
Srtgsbenbdon  Lansgestelx  urkunde
  Origg.  Guelf.  UI,

13.  Sept.  1149:  —  „coram  to
totius  exercitus,  qui  nobiscum  erat,
duando  reversi  sumus  accepta  victoria

de  hostibus  regni  Thictmoriensibus,
qui  Rodolfum  marchionem,  princibem
et  comitem  auum,  iam  pridem  interfeeerunt,
  et  confirmatn  ost  haeo  collocatio
  fürore  et  acclamationc  totius
exercitus,  qui  ibidem  in  castris  erat
aggregatus“  Unter  den  Zeugen  besindet
  sich  Keleer  von  Bremen,  der
ber  schon  den  25.  August  1118
1  tP  ist.  Diese
ersebe,  Gesch.  d.  niederländ.  Co
lonien  I,  p.  229  n  u  lösen  versucht
dedur  ada  er  5  en  dem  datum
und  einen  Unterschied  machtt-O7
  e  Wi  mögliche  Lösun
cheidet  sich  auch  Jassé,  Conral  .

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